Kommunales: Wie ein Plan im Dorf zum Vorzeigeprojekt für ein ganzes Oberzentrum wird

Von Cornelia Spitz

VS-Pfaffenweiler. Für dieses Bauprojekt sind sogar die Grünen Feuer und Flamme: "Wohnen an der Alten Schmiede" soll es bald in Pfaffenweiler heißen. Ganz viele Fliegen werden dabei mit einer Klappe geschlagen – eine alte Gewerbebrache inmitten des Orts wird damit weiterentwickelt.

Wohnraum entsteht, und zwar nicht nur kleine Einheiten, sondern sogar barrierefreie. Man wolle, skizzierte es Bürgermeister Detlev Bührer am Dienstag im Technischen Ausschuss, alleinstehenden Senioren ein Angebot im Ort machen und gleichzeitig größere Liegenschaften möglichst freibekommen für junge Familien. Die klassische Win-Win-Situation soll sogar der Umwelt zugute kommen, denn: das Energiekonzept ist umfassend und sieht neben Photovoltaik auch Geothermie und einen KFW-40-Standard und sogar Elektro-Ladestellen vor. "Es ist alles beinhaltet, worüber wir in letzter Zeit sprechen", frohlockte Bührer, ehe der Leiter der Projektentwicklung beim Investor BG Business Group, Ralf Pavaletz, das Vorhaben vorstellte.

Ist das bei den Grünen in Sachen Bauen keine Selbstverständlichkeit, schlossen sich die Grünen Stadträte den Lobeshymnen aber in diesem Fall gerne an. "Wir wollen genau solche Projekte in unserer Stadt haben", brach es aus der Grünen-Vertreterin Elif Cangür geradezu hervor. Gudrun Furtwängler (CDU) lobte das Geplante als tolles Projekt, das es verdient habe, "dass wir es in vollem Umfang unterstützen". Es wäre schön, so die Christdemokratin, "wenn uns das in anderen Ortschaften auch so gelingen würde".

SPD-Stadtrat Bernd Lohmiller freute sich – die Ortsentwicklungsstudie, die man einst angestellt hat, habe zwar Geld gekostet – "aber das refinanziert sich hier in diesem Projekt". Es bringe "also schon was, was wir hier gemacht haben".

Ein wenig Stolz mischte sich angesichts der breiten Zustimmung im Gemeinderat des Oberzentrums denn auch in die Wortmeldung von Ortsvorsteher Martin Strassacker: "Das ist wirklich eine gute Chance für Pfaffenweiler!" Seit über zwei Jahren dauerten die Gespräche zur neuen Nutzung des Trenkle-Areals an, erinnerte er sich. Auf entsprechend fruchtbaren Boden fielen die neuen Pläne daher beim Ortschaftsrat am 18. Januar.

Mit breiter Mehrheit wurde das Projekt dort willkommen geheißen – die Städter standen dem am Dienstag in nichts nach – mit 14 Ja-Stimmen und einer Enthaltung wurde das Projekt weiterempfohlen. Das letzte Wort dazu soll der Gemeinderat am 3. Februar haben – läuft dann alles glatt, sollen die Wohnungen gebaut und schließlich verkauft werden.

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