Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke. In der 23. Folge dieser Serie geht es um gambe, Gigambi, gämberle, garre und bamble.

Mit gambe ist hier einerseits springen gemeint, aber auch wippen, zum Beispiel mit dem Stuhl oder auf einer Gigambi, also einer Balkenwippe.

Meist ist dazu nur ein Holzmoggel, ein Stück Rundholz, und ein Brett beziehungsweise ein langer Balken nötig. Je nach unterschiedlicher Größe der Kinder muss der Schwerpunkt verschoben werden.

Sind aber die Kinderbeine zu kurz, um sich "am Bode abstoße z’ könne", braucht man einen "Woogchießer", einen "in der Waage Halter". Der steht dann breitbeinig in der Mitte und kann durch Gewichtsverlagerung die Gigambi in Schwung bringen. Das kann dann auch mal „garre, also knarren und quietschen.

Ein besonderes Vergnügen hatten früher die Buben, wenn sie auf dem Eisweiher gämberle konnten. Auf Dielenbrettern, Balkenstücken oder auch mal auf einem Baumstamm paddelten sie äußerst wagglig und wippend herum und ließen dabei ihre Beine ins Wasser „bamble, also ganz lässig hängen.

Wie vielseitig unsere Sprache ist, zeigt folgendes Gespräch: "Babbä, wa häsch du do für e Ding?"

"Des ischt eine Waage!"

"Wa duesch du do demit waage?"

"Des hoeßt wiege!"

"Häsch jetz fertig gwiegt?"

"Des hoeßt gwoge!"

"Wogsch du mir au mol min Teddybär?".