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Villingen-Schwenningen Funknetz nicht störungsfrei

Von

Von Eva-Maria Huber

Villingen-Schwenningen. Die Polizei läuft sich warm für den Behördenfunk Tetra, während die Feuerwehren erst später nachziehen werden. Gegner des neuen Funknetzes warnen vor hohen Kosten und einer verstärkten Strahlenbelastung.

Für Gerhard Fritz von der Polizeidirektion Tuttlingen überwiegen eindeutig die Vorteile des neuen digitalen Funksystems. Fritz ist technischer Leiter und verantwortlich für die Umstrukturierung in "halb Südbaden". Seit drei Jahren werden an 58 Standorten Basisstationen aufgebaut, um den Funkstandard BOS-Tetrapol "für alle, die Blaulicht haben", aufzubauen. Im Kreis entstehen 15 Basisstationen, die vorwiegend auf vorhandenen Sendemasten platziert wurden. Für Fritz liegen die Vorteile auf der Hand: bessere Erreichbarkeit in Gebäuden wie außerhalb, Abhörsicherheit, flüssiger Datenaustausch mit anderen Sicherheitskräften.

Die technischen Vorzüge, die Fritz nennt, zweifeln andere hingegen an und verweisen auf negative Erfahrungen, in Deutschland und im Ausland. Stephanie Richter vom Landesverband Diagnose Funk, kritisiert neben technischen Schwächen und gesundheitlichen Risiken hohe Kosten für die Kommunen und fordert im Schreiben an Bürgermeister und Landräte aus der Region ein Moratorium und öffentliche Prüfungen der neuen Technik. Allein auf VS kommen Kosten von etwa 400 000 Euro zu, rechnete Feuerwehrkommandant Markus Heinzelmann vor.

Schneller als die Polizei werden die Feuerwehren im Kreis sicherlich nicht sein. Kreisbrandmeister Manfred Bau und Heinzelmann gehen davon aus, dass die Tetra- In­frastruktur frühestens ab 2013 für Fahrzeuge und Feuerwehrhäuser zur Verfügung stehen wird. Vor allem die Umstrukturierung der Leitstellen bereite noch Kopfzerbrechen. Zudem schätzen die Feuerwehr-Spitzen den Aufwand für Schulungen als enorm ein.

Seit zehn Jahren wartet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) auf eine Digitalisierung, so Landesvorsitzender Joachim Lautersack. Trotz der Vorfreude auf die neue Technik gab es auch kritische Bemerkungen. Befürchtet werden Beeinträchtigungen der Gesundheit durch verstärkten Elektrosmog. Einheitliche wissenschaftliche Linien gebe es nicht, "wir vertrauen jedoch auf die beruhigenden Informationen, die wir bekommen haben".

Die Frage nach der Strahlenbelastung werde zu Recht gestellt, meint auch Gerhard Fritz. Deshalb habe man darauf geachtet, neue Anlagen nur in unbebauten Gebieten aufzustellen. "Das Maß an Strahlenbelastung nimmt ja im Quadrat zur Entfernung ab." Trotz beschwichtigender Studien scheint das Thema Elektrosmog keine Randerscheinung zu sein. Immerhin sucht die Berliner Klinik Charité Freiwillige für eine Studie. Dabei soll untersucht werden, ob die elektromagnetischen Felder, die bei der Nutzung von Tetra entstehen, den Menschen beeinflussen.

Überholte Technik, Belastungen für den menschlichen Organisumus: Der Gemeinderat der Stadt Schopfheim wird kein städtisches Gelände für die Aufstellung eines Funkmastens geben. Der Effekt: Die Realisierung des Vorhabens werde komplizierter, und andere Gemeinden werden hellhörig, so der Grüne-­Stadtrat Ehrenfried Barnet.

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