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Villingen-Schwenningen Feuerwehren müssen enger zusammenrücken

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Die Feuerwehr Unterkirnach, hier bei einem Brand in der Nähe des Breitbrunnens, erhält tagsüber bei Einsätzen nun Unterstützung durch die Villinger Kameraden. Foto: Marc Eich

Schwarzwald-Baar-Kreis - Wenn in Unterkirnach die schnelle Hilfe der Feuerwehr angefordert wird, dann rücken nun auch die Kameraden aus Villingen an. Denn die Gemeinde hat tagsüber Probleme damit, für die kritische Anfangsphase genügend Einsatzkräfte zu stellen.

Oft muss sie nicht ausrücken, die Feuerwehr in Unterkirnach. Aber wenn, dann muss es in der Regel schnell gehen – insbesondere dann, wenn es gilt, Menschen zu retten. Doch genau die Schnelligkeit stellt die Kameraden seit einiger Zeit vor ein Problem.

"Wir haben keinen Fahrer mehr, der im Dorf arbeitet", macht Kommandant Klaus Beha im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten die Schwierigkeit deutlich. Denn fehlende Arbeitsplätze vor Ort machen den Gemeindefeuerwehren immer mehr zu schaffen – und sorgen dafür, dass Hilfsfristen im schlimmsten Fall nicht eingehalten werden können.

Es ist ein Dilemma, das auch in der Region immer häufiger anzutreffen ist, wie eine Nachfrage beim Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreis deutlich macht. So habe sich die Verfügbarkeit von Einsatzkräften in den vergangenen Jahrzehnten geändert. "Handwerksfirmen sind nicht mehr nur in der eigenen Gemeinde unterwegs und auch andere Arbeitsplätze sind oftmals nicht mehr am Wohnort", macht Heike Frank, Pressesprecherin des Landratsamtes, deutlich.

Tagsüber Schwierigkeiten

Mit dieser Problematik sieht sich eben auch Unterkirnach konfrontiert. Während ab 17 Uhr die Wehr über eine schlagkräftige Truppe verfügt, die auch keine Nachwuchssorgen zu beklagen hat, so ist sie tagsüber zu spärlich besetzt. "Der nächste Fahrer arbeitet in Mönchweiler, der braucht dann auch eine Viertelstunde, um hier zu sein", macht Beha deutlich. Erst dann könne zumindest ein Fahrzeug der Feuerwehr Unterkirnach zu Hilfe eilen.

Das ist zu lange, um bei – so heißt es seitens des Landratsamtes – "zeitkritischen Einsätzen im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde Unterkirnach" für eine schnelle Hilfe zu sorgen. Um auch in der oftmals entscheidenden Erstphase ausreichend Einsatzkräfte vor Ort zu haben, rücken deshalb seit einigen Wochen die Kameraden aus Villingen mit aus. Zwei eilige Türöffnungen hat man so nun bereits gemeinsam bewältigt. Die beiden Wehren arbeiten ohnehin eng zusammen, gab es doch in der Vergangenheit öfter gemeinsame Einsätze bei Maria Tann oder als Teil-Führungsgruppe bei größeren Einsätzen.

In Unterkirnach hatte sich die Verfügbarkeit von Einsatzkräften, die tagsüber schnell verfügbar sind, die vergangenen Monate zugespitzt, wie Kommandant Beha berichtet. Einige Kameraden, die im Bauhof beschäftigt waren, seien mittlerweile in Rente oder haben krankheitsbedingt aufgehört, manchmal nur eine Hand voll Feuerwehrleute sei tagsüber unter der Woche verfügbar.

Da ist Unterkirnach aber kein Einzelfall. Vielerorts, so erklärt Frank, "sind die Gemeinden mit ihren Feuerwehren gefordert, kreative Lösungen zu finden, um die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte in der Anfangsphase sicherzustellen und die Sicherheit der Bürger somit zu gewährleisten".

Das zeigt auch der Blick nach Bad Dürrheim. Die dortige Feuerwehr verfügt über mehrere Einsatzabteilungen – dort werden zum selben Einsatz gleich mehrere von ihnen alarmiert, um genügend Kräfte schnell mobilisieren zu können. Eine entsprechende Regelung wird dann in der Alarm- und Ausrückeordnung geregelt.

Hilfe von Nachbarn

Alternativ werde diese Unterstützung über eine Nachbargemeinde sichergestellt – wie eben in Unterkirnach. "Gerade in den jetzt geendeten Urlaubszeiten wird dies gerne angewandt", erklärt Frank. So würden sich die Gemeinden Dauchingen und Niedereschach hier schon mehrere Jahre in diesen Sommermonaten gegenseitig unterstützen, um schlagkräftig zu bleiben.

Abgesehen von den Arbeitsplätzen, die nicht mehr vor Ort sind, müsse man aus Sicht des Landratsamtes beachten, dass viele Einsatzkräfte eine Tätigkeit ausüben würden, bei der aufgrund eines Einsatzes der Arbeitsplatz nicht ohne Weiteres verlassen werden könne, um ins Feuerwehrhaus zu spurten. Viele Firmen würden aber die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrkräfte vorbildlich unterstützen, "sollte es hier doch mal zu ›Problemen‹ kommen, hilft oft ein gemeinsames Gespräch zwischen Arbeitgeber, Kommandant und Gemeinde", berichtet Frank in diesem Zusammenhang.

Überhaupt sieht das Landratsamt die Tendenz gegeben, dass Feuerwehren künftig noch mehr zusammenarbeiten, um die verschiedenen Einsatzszenarien abarbeiten zu können. Dies sei aber nicht nur bei den Feuerwehren so.

Damit das sehr gute Hilfeleistungssystem in Deutschland weiter funktioniere, müsse jeder in der Gesellschaft dazu beitragen, betont Frank. "Dies kann jeder in seiner Rolle als Arbeitgeber, als Mitglied in einer Hilfsorganisation, als Ersthelfer am Einsatzort oder als Verantwortliche, um die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen", zeigt sie auf. Wie wichtig das ist, zeigt die derzeitige Situation in Unterkirnach.

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