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Villingen-Schwenningen Eine wahre Ringwald-Hauptstadt

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Ein Ringwald unter vielen: die Schutzmantelmadonna am Bickentor. Foto: Zimmermann Foto: Schwarzwälder-Bote

VS-Villingen (wz). Einen Spaziergang auf den Spuren des Schonacher Künstlers Klaus Ringwald boten die Villinger Stadtführer Gunter Schwarz und Dieter Mauch, zumal nach ihrem Dafürhalten durch die Dichte seiner Werke im hiesigen Raum man von Villingen durchaus von der Ringwald-Hauptstadt sprechen könne.

Die bekanntesten Werke in Villingen sind sicherlich die beiden Relief-Portale am Haupteingang des Münsters und an der Südseite zum Münsterplatz, sowie der Brunnen zwischen Münster, Pfarrhaus und Neuem Rathaus. Im Münster selbst Altar, Ambo und Sedile, wie auch Reliefs und Romben am Altar und im Kirchenschiff, eine Stele nach seinem Entwurf in der Aula der St. Ursula-Schulen, eine Stele am Stationenweg an der Kreuzung Marbacherstraße zum Friedhof, das über die Ökumene hinaus reichende Kreuz in der Friedhofskapelle, private Grabmale auf dem Villinger Friedhof, der Kirchenraum und der runde Tabernakel in Heilig Kreuz, und als eines der ersten Werke in Villingen der Brunnen der Schutzmantel-Madonna neben dem Bickentor zum Kloster St. Ursula hin.

Ein Rundgang, der in kürzester Zeit nicht zu bewältigen ist und Schwerpunkte gesetzt werden müssen, um in halbwegs angemessener Zeit gebündelte Details nicht ausufern zu lassen.

Klaus Ringwald absolvierte eine Schnitzerlehre in Triberg, Förderer ermöglichten ihm sozusagen eine Weiterbildung in der Kunstschule Wolkenstein in Südtirol und bei Kunsthandwerker Hans Wimmer in Nürnberg. Dort erlernte er auch Wesenskern und Standpunkt seiner menschlichen, religiösen und tierischen Skulpturen herauszuarbeiten, wie sie beispielsweise an den Münsterportalen und am Münsterbrunnen hervortritt. Dabei sind Entwurf und Ausführung spektakulär verschieden. Ein relativ braver Entwurf nimmt in Dynamik und reflektierter Umsetzung vehement an Fahrt auf. Beispiel sind sind die Flucht der Israeliten aus Ägypten, bei der Miriam die Kampftrommel schlägt, oder die Geburt Jesu, wie es am Münsterportal zu sehen ist: Die Krippe ist leer, aber das Köpfchen des Jesuskindes ist zwischen den Beinen der Maria zu sehen, wie es dem Schoß der Mutter entschlüpft.

Die Führungsstation Münster wies auf Inspirationen Ringwalds hin, die von Konrad Röthlin geschaffene Kanzel mit der plastischen Kreuzwegdarstellung oder die so genannte Dauchinger Madonna. Ringwald war mit seiner darstellenden Kunst in seiner Zeit nicht unumstritten, nicht nur in Villingen. Er war im Grunde genommen kein Künstler des Kunstmarktes, es waren vielfach Auftragsarbeiten aus dem öffentlichen und kirchlichen Bereich, die er ausführte.

Es wird kolportiert, dass Münsterpfarrer Kurt Müller mehr als einmal Taschentücher vom Kirchenportal pflücken musste, die nicht dem Zeitgeist gemäße Abbildungen verdeckten. So geradlinig wie er war, hatte er Zeit Lebens nicht nur Freunde und Gönner, sondern auch nicht wenige Feinde. Deren Wesenszüge werden auf den Reliefs anschaulich und plastisch dargestellt. Gerade durch die emotionale und kontroverse Diskussion seines Schaffens in unserer Region wurde ihm internationaler Ruhm zuteil.

 

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Cornelia Spitz

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