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Villingen-Schwenningen Eine Art Stolperstein für die Zukunft

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Die Festivalmacher (von links): Nicola Schurr, Axel Killmann und Julia Davina Fritz. Foto: Huber Foto: Schwarzwälder Bote

Was für ein schönes Bild von einem Haus: Doch was für eine Horrorgeschichte hat sich in seinem Innern abgespielt: Der Blick auf die Vergangenheit und den Terror des Nazi-Regimes ist das eine. Das andere: Wie wollen vor allem junge Menschen die Gedenkkultur weiter pflegen? Bleiben Stolpersteine ein Thema?

Villingen -Schwenningen. Rassismus und Ausgrenzung sind die großen Themen einer Ausstellung, die im Mai im Foyer des neuen Jugendkulturzentrums stattfinden wird. "Mit dem Festival für Zivilcourage möchten wir ein Zeichen setzen für Zivilcourage, eine liberale Demokratie und kulturelle Vielfalt". Die drei "Wir", das sind Nicola Schurr, Chef des SPD-Ortsvereins, Axel Killmann (Kommunales Kino VS) und die Tuttlinger Fotografin Julia Davina Fritz. Im Zentrum des Festivals steht die Ausstellung "Der Weg hier heraus, führt nur durch den Schornstein" von Fritz.

Führung für Schüler

Am Freitag, 3. Mai, zeigt das Kommunale Kino Schwenningen eine Auswahl von Kurzfilmen zum "Thema Rassismus und Zivilcourage", am Samstag ist eine Podiumsdiskussion geplant. Zudem werden die Initiatoren die Schulen am Freitag zu einer Führung einladen. Mit im Veranstalterbunde sind die AWO der Doppelstadt, der Kulturverein "Not my Limba" und das Jugendförderungswerk VS.

Der kleine Bildband der Fotografin zieht die Blicke auf sich. Nicht nur wegen der leuchtenden Inschrift auf dem Deckblatt: "Antisemitismus ist keine Meinung." Nicola Schurr und Axel Killmann blättern sich durch diese erste kleine Ausstellungs-Broschüre der Fotografin Julia Davina Fritz, die in schlichten, aber um so beeindruckenderen Bilder das unbeschreibliche Grauen der NS-Diktatur festhält: Hier ein Foto der damaligen Gaskammer, dort ein Bild vom einstigen Krematorium, von Genickschussanlagen und Seziertischen. Die Fotografien verfehlen ihre Wirkung nicht. Seit 13 Jahren arbeitet Fritz als Fotografin, in ihrer Freizeit besucht sie Gedenkstätten und stellt das Grauen der NS-Ära dar. Die Bilder und Filme sollen vor allem bei jungen Menschen etwas bewegen und diese zum Nachdenken anregen. "Wie stellen die sich eine Erinnerungskultur vor?" Diese Frage treibt Nicola Schurr um: Natürlich spielt das Vorhaben Stolpersteine, das vom Gemeinderat bislang blockiert wurde, nach wie vor eine Rolle. Schurr möchte die Großversion eines Stolpersteines für das Festival nachbauen und diesen in eine Box legen. Dort können Festival-Besucher Zettel hineinlegen, mit Ideen, wie sie sich eine "Erinnerungskultur" vorstellen.

Klare Ansage gegen Hass

Der Übergang von Vergangenheit zur Gegenwart ist in der Schau fließend. Axel Killmann vom Kommunalen Kino ergänzt die Fotoschau mit Kurzfilmen, in denen die Themen Rassismus und Ausgrenzung auch satirisch dargestellt werden. Nicht von ungefähr kommt Schurrs Idee, das Festival in den jährlichen Veranstaltungsturnus miteinzubinden: Ein Stückweit sei das Ausgrenzen und Stigmatisieren von Minderheiten wieder salonfähig geworden, beobachten nicht nur Schurr, Killmann und Fritz mit Sorge. Unverhohlener Hass oder Ressentiments, früher hinter verschlossenen Türen ausgesprochen, wabern offen durch die sozialen Netzwerke. Mit dem Festival wollen "wir ein entscheidendes Signal gegen Ausgrenzung setzen". Dabei liegt es den drei Initiatoren fern, mit einen Schuldkomplex herumzulaufen: "Es geht darum, sich dafür zu engagieren, dass sich dieser Teil der deutschen Geschichte nicht mehr wiederholt".

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