Haben eine Neuordnung im Vorstand des Villinger Geschichts- und Heimatvereins zustande gebracht (von links): Hasko Froese, Andreas Flöß, Günther Rath, Helga und Werner Echle sowie Helmut Kury. Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder-Bote

Geschichtsfreunde regeln Rath-Nachfolge / "Unverzichtbarer Beitrag zum kulturellen Angebot der Stadt"

VS-Villingen (bn). Freud und Leid lagen bei der Mitgliederversammlung des Geschichts- und Heimatvereins (GHV) dicht beieinander. Zur Erkenntnis, dass der Verein im 47. Jahr seines Bestehens aus dem Stadtgeschehen nicht mehr wegzudenken ist, kam die Trauer um den Rücktritt von Günther Rath als langjähriger Vorsitzender.

Der 67-Jährige hatte nach seiner Erkrankung die Vereinsge-schäfte nach 25 Jahren im Vorstand, davon 23 als Vorsitzender, bereits Mitte vergangenen Jahres in die Hände seines Stellvertreters Helmut Kury legen müssen. Auf die Frage "Wie geht es weiter?" sei gemeinsam eine Lösung erarbeitet worden: Werner Echle übernimmt für zwei Jahre den Vorsitz. Um für Nachwuchs an der Vereinsspitze zu sorgen, trat Kury nicht mehr als Kandidat für das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden an, sondern überließ diesen Posten Andreas Flöß. Schatzmeister bleibt Hasko Froese. Die Versammlung folgte dem Vorschlag einstimmig.

In seinem letzten Jahresbericht stellte Günther Rath die wertvolle Arbeit des Geschichts- und Heimatvereins dar, der sich um Volks- und Landeskunde, Heimat- und Stadtgeschichte verdient mache. Die ideelle und finanzielle Unterstützung der Wahrung von Traditionen sei mittlerweile "unverzichtbarer Beitrag zum kulturellen Angebot der Stadt", sagte Rath und dankte allen, die daran mitgewirkt haben und das auch weiterhin tun.

Für die Vorträge, Führungen, Exkursionen, auch nach Portugal und wegen der Backsteingotik an die Ostsee, haben sich im vergangenen Jahr wieder viele der aktuell 615 Mitglieder interessiert. Das Jahrbuch "Villingen im Wandel der Zeit" hat mit seiner 38. Ausgabe 140 Seiten und eine Auflage von 900 Exemplaren erreicht.

Finanziell engagiert hat sich der GHV bei der Restaurierung des Albert-Säger-Bildes "Einzug Kaiser Wilhelms in Villingen" mit 3000 Euro. Das Bild hängt in der Zehntscheuer. Schatzmeister Hasko Froese dankte Helmut Kury im Namen des Vereines für die mehr als zehnjährige Vorstandsarbeit und ernannte ihn zum Ehrenmitglied.

Werner Echle übernahm die Laudatio für Günther Rath. Der gebürtige Münchner lebt seit 1953 in Villingen, hat Anglistik, Geschichte und wissenschaftliche Politzik studiert, war Lehrer am Wirtschaftsgymnasium, dann Referent von Erwin Teufel. Er arbeitete im Kultusministerium und leitet bis zu seiner Pensionierung die Schul­akademie in Donaueschingen. 1992 trat er dem GHV bei und wurde 1991 zum stellvertretenden Vorsitzenden neben Hubert Waldkircher gewählt. Zwei Jahre später übernahm er den Vorsitz. Günther Rath wurde zum bisher einzigen Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt. Sowohl er als auch Helmut Kury bleiben dem Verein als Beiratsmitglieder erhalten.