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Villingen-Schwenningen Coronavirus: Keine Hoffnung auf Südwest-Messe

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Die Messegesellschaft bereitet sich auf eine Absage der Südwest-Messe vor. (Archivfoto) Foto: Kienzler

Villingen-Schwenningen - Die Chancen für die Südwest-Messe gehen gegen null. Wie die Messegesellschaft am Freitag mitteilte, bereite sie eine Absage der Veranstaltung vor. Geschäftsführerin Stefany Goschmann zeigt im Gespräch die Folgen auf: Erhebliche Verluste und Kurzarbeit.

Die Corona-Pandemie führte im März bereits zur Absage der "Jobs for Future" auf dem Schwenninger Messegelände. Während die größte Berufs- und Ausbildungsmesse der Region allerdings bislang nur auf einen späteren Termin verschoben ist, steht es um den Höhepunkt des Veranstaltungsjahres, die Südwest-Messe, deutlich schlechter. Wie die Südwest Messe- und Ausstellungs-GmbH (SMA) am Freitag mitteilte, "findet diese in diesem Jahr wahrscheinlich nicht statt".

Mit rund 700 Ausstellern und durchschnittlich mehr als 100.000 Besuchern ist sie nicht nur die zweitgrößte Regionalmesse Baden-Württembergs, sondern auch das Aushängeschild der SMA. Eine Absage der Veranstaltung, die vom 6. bis 14. Juni stattfinden sollte, trifft deshalb nicht nur die SMA massiv, sondern auch die Aussteller. "Viele Aussteller der Südwest-Messe bestreiten von den Messekontakten und Aufträgen einen großen Teil ihres Jahresgeschäfts", heißt es in der Pressemitteilung. Und natürlich ist die Messe auch für Stefany Goschmanns Unternehmen die bedeutendste Einnahmequelle.

Die SMA braucht Planungssicherheit

"Wir bedauern die Entwicklung natürlich sehr. Aber die soziale Verantwortung und die Gesundheit geht einfach vor", sagt Goschmann. Zwar seien landesweit Messen bislang nur bis zum 14. April untersagt, allerdings könne die SMA nicht im von der Landesregierung Baden-Württemberg vorgegebenen Zeitraum von 14 Tagen oder vier Wochen planen. "Wir haben Verträge einzuhalten und sind jetzt an einem Punkt, wo wir entscheiden müssen, ob wir weitere Kosten in Kauf nehmen", erklärt Goschmann.

Das Risiko, nun weitere Vorbereitungen für die Südwest-Messe zu treffen und die Planungen voranzutreiben, um später womöglich eine kurzfristige Absage hinnehmen zu müssen, könne die SMA nicht eingehen. "Wir haben zwar schon die Personalkosten des vergangenen Dreivierteljahres zu tragen, nun wären aber gravierende Sachkosten hinzugekommen", sagt Goschmann.

Aus diesem Grund versucht die Messegesellschaft die bereits unterzeichneten Verträge in gegenseitigem Einvernehmen aufzulösen. "Ich hoffe natürlich auf das Verständnis unserer Vertragspartner und einen reibungslosen Ablauf", betont die Messe-Chefin. Bezogen auf die Südwest-Messe bedeute das, dass in Kürze die Planungen für die Veranstaltung 2021 beginnen werden. "Ich bin überzeugt, dass wir unseren Ausstellern und Besuchern nächstes Jahr eine wunderschöne Südwest-Messe präsentieren werden", verspricht Goschmann.

Zwischen den Zeilen ist damit deutlich herauszuhören, bis wann Goschmann Licht am Ende des Tunnels sieht. Denn zurück in der Gegenwart wird klar: Es kommen extrem schwere Zeiten auf die Messegesellschaft zu. "Ich kann überhaupt nicht sagen, wann es für uns auf dem Messegelände weitergeht, welche geplanten Veranstaltungen vielleicht stattfinden und welche noch abgesagt werden müssen." Die Vorbereitungen auf die "Jobs for Future", deren Nachholtermin im September geplant ist, liefen vorerst weiter. "Ob das dann alles klappt, kann ich aber nicht einschätzen", so Goschmann.

Zwischenzeitliche Nutzung des Geländes

Für die Messegesellschaft bedeuten die Veranstaltungsabsagen vor allem eines: Die für dieses Jahr geplanten Einnahmen gehen bislang gegen null. Das hat natürlich Konsequenzen. "Wir werden sehr, sehr sparsam sein, sind auf Dritthilfe angewiesen und werden in die Kurzarbeit gehen müssen", bedauert die SMA-Chefin.

Das Messegelände ist in den vergangenen Wochen bekanntlich als Corona-Ambulanz genutzt worden. Anfang dieser Woche erfolgte dann aber der Umzug in die Tennishalle auf dem Waldeck, wenige Meter entfernt. Obwohl Landrat Sven Hinterseh den Umzug am vergangenen Sonntag damit begründete, dass die Messehallen "zu groß und am Ende auch zu teuer" gewesen seien, soll die Nutzung des Geländes für die Südwest Messe- und Ausstellungs-GmbH keine Hilfe gewesen sein. "Das ist zu vernachlässigen. Wir sind jetzt gerade erst dran, die Nebenkosten auszurechnen", erklärt Stefany Goschmann. Während Kai Sonntag, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), welche die Corona-Ambulanz betrieben hat und nun für die Fieber-Ambulanz zuständig ist, auf Nachfrage erklärt, dass es "ein Mietverhältnis mit dem Land" gegeben habe, erklärt Stefany Goschmann: "Es gab keinen Mietvertrag." Zudem würde die kurze Nutzungsdauer des Geländes die Ausfälle in diesem Geschäftsjahr keinesfalls kompensieren, so Goschmann.

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