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Villingen-Schwenningen Auf den VS-Wald warten große Herausforderungen

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Forstamtsleiter Tobias Kühn (links) besichtigte mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Neuhäuslewald. Foto: Marc Eich

Villingen-Schwenningen - Wie könnte es für einen Grünen Ministerpräsidenten anders sein: Das Thema Holz stand beim Besuch von Winfried Kretsch­mann in VS im Mittelpunkt. Dabei wird deutlich: Auf den VS-Wald warten große Herausforderungen.

Die Fichte sicherlich nicht – aber wie wär’s mit der Türkischen Tanne? Oder die Lärche? Ahorn? Am Ende möglicherweise doch die Atlas-Zeder? Ministerpräsident Winfried Kretschmann fachsimpelte gemeinsam mit Forstamtsleiter Tobias Kühn (unser Bild links) und seinem Stellvertreter Roland Brauner in Mitten des Neuhäuslewaldes darüber, welcher Baumart angesichts des Klimawandels die Zukunft gehört. "Es wird deutlich, dass die Fichte bis zum Jahr 2070 oder 2100 ohne Chance bleibt", macht Kühn klar. Und: "Uns gehen die Baumarten aus!"

Dürre macht Sorgen

Denn aufgrund der Dürreperioden habe "die Fichte weitestgehend verloren". Es sei deshalb eine Herausforderung, wie mit dem Wald ­umzugehen sei. "Uns rennt auch die Zeit davon", unterstreicht der VS-Forstamtsleiter vor Kretschmann und der großen Schar an Polit-Prominenz. Mit einer langen Wagenkolonne war es nach einem Besuch in Niedereschach im Rahmen seiner Sommertour in den städtischen Forst gegangen – begleitet von Gemeinderäten, OB Jürgen Roth, Bürgermeister Detlev Bührer, den Landtagsabgeordneten Martina Braun (Grüne) sowie Karl Rombach (CDU).

Hier stehen sie nun im Wald – unschlüssig darüber, wie dieser in mehreren Jahrzehnten aussehen könnte. Auf einer Versuchsfläche, so berichten die Forstexperten, pflanze man in Vorreiterrolle Türkische Tannen, Atlas-Zedern sowie Douglasien an – bislang durchgesetzt habe sich die Atlas-Zeder. "Aber man weiß erst in 100 Jahren, ob das wirklich passt", so Kühn.

Als große – aktuelle – Herausforderung stellte sich zudem das Sturmholz dar. 80 000 Festmeter seien gefallen und hätten aus dem Wald geholt werden müssen. Sechs Vollernter seien dafür gemeinsam im Einsatz gewesen – im Kampf gegen den Käferflug. Denn die Gefahr einer Borkenkäfer-Plage schwebte wie ein Damoklesschwert über den Forstleuten.

Kein Borkenkäferproblem

Die "wilde Zeit", wie sie Brauner bezeichnet, habe man jedoch bestens gemeistert: Der Käfer hatte aufgrund des schnellen Reagierens kaum eine Chance gehabt, das Sturmholz zu befallen. "Es ist eine frohe Botschaft, dass sie hier kein Käferproblem haben – ich nehme an, dass das ihr Verdienst ist", lobte Kretsch­mann mit seiner unnachahmlichen Art das fleißige ­Forstteam.

Dieses hatte schließlich noch zum Nassholzlager zwischen Villingen und Rietheim eingeladen. Diese großen Lager hätten dafür gesorgt, dass von den 80 000 Festmetern lediglich 1500 Festmeter zum Schutz vor den Borkenkäfern gespritzt werden mussten. 45 000 Festmeter seien in die Nasslager gewandert, von wo aus sie schließlich weitertransportiert werden. Davon liegen nun 12 000 Festmeter am Villinger Stadtrand – die Hoffnung sei jedoch, dass diese bis Ende des Jahres den Weg zu den Abnehmern finden. Brauner: "Wir würden das auch gerne regional vermarkten".

Firma Ettwein besucht

Der stellvertretende Forstamtsleiter schafft damit die ideale Überleitung zum Abschluss der VS-Termine – denn als dritte Station fuhr Kretschmann das Holzbauunternehmen Ettwein an. Geschäftsführer Steffen Ettwein machte bei der Betriebsbesichtigung am Eckweg in Villingen deutlich, wie vielseitig der Rohstoff Holz beim Bauen verwendet werden kann.

"Aber wenn einer meint, dass ein richtiges Haus aus Stein ist, dann haben wir halt verloren", so Ettwein. Die Vorbehalte in der Bevölkerung gegen Holzhäuser seien jedoch zurückgegangen. "Das Nadelöhr im Immobilienbereich sind die Architekten", machte Kretschmann in diesem Zusammenhang deutlich. Sie würden die Trends vorgeben und hätten damit auch einen Einfluss darauf, wie ihre Kunde später bauen.

Trends im Holzbereich hat Ettwein übrigens schon 2003 gesetzt – damals gewann das Unternehmen den Holzbaupreis mit einem mehrgeschossigen Bau in Holzbauweise. Das dürfte angesichts der Holzbau-Offensive, die die Landesregierung vor zwei Jahren in Gang gesetzt hat, genau jener Trend sein, der ganz nach dem Geschmack von Winfried Kretschmann ist.

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