Noch im Jahr 2019 sollen die Gebäude des ehemaligen Schlachthofs zwischen der Burg- und der Lupfenstraße abgerissen werden. Davor dokumentiert Hans-Walter Haller, dessen Firma Stahlbau Haller auf dem Areal erweitern möchte, dieses mit einem 3D-Scanner für die Nachwelt. Foto: Riesterer

Historisches Gebäude wird digital dokumentiert. Investor will Türmchen stehen lassen.

VS-Schwenningen - Vor gut einem Jahr hat die Firma Stahlbau Haller das Gelände des ehemaligen Schlachthofs zu Erweiterungszwecken gekauft. Bevor dort jedoch die Abrissbagger anrollen, möchte Geschäftsführer Hans-Walter Haller das Gelände digital speichern.

Die baufälligen Gebäude des alten Schlachthofs bekommen noch eine letzte Gnadenfrist. Zwar hat die Schwenninger Firma Stahlbau Haller das 9100 Quadratmeter große Gelände zwischen der Burg- und der Lupfenstraße erworben, um ihren Betrieb dort zu erweitern. Dennoch sollen die Gebäude noch nicht in unmittelbar nächster Zeit dem Erdboden gleich gemacht werden.

"Ich möchte das Gelände mit einem 3D-Scanner für die Nachwelt aufnehmen", erklärt Geschäftsführer Hans-Walter Haller im Gespräch mit unserer Zeitung. Dies geschehe zum einen aus Dokumentationsgründen, um "das Wissen zu erhalten, wie das Gelände mal ausgesehen hat".

Teil des Areals wird statischer Prüfung unterzogen

Die Firma habe solch einen Scanner sowieso in ihrem Besitz, etwa, um Bestandsgebäude bei Anbauprojekten aufzunehmen. "Warum soll ich das Equipment dann nicht auch gleich nutzen?", so Haller. Eigentlich sei die Zeit "zwischen den Jahren" geplant gewesen, um die Aufnahmen zu machen. Dem kam nun der Schneefall in die Quere. "Die Gebäude fallen immer mehr zusammen. Gerade wenn Schnee liegt, ist es auf dem Gelände dafür zu gefährlich."

Zum anderen möchte der Unternehmer einen ganz bestimmten Teil des Areals einer statischen Prüfung unterziehen. "Mein Wunsch ist, dass das Türmle in Zukunft stehen bleibt. Ob das möglich ist, prüfen wir derzeit", erklärt Haller. Das Unternehmen möchte, wenn die Aufnahmen mit dem 3D-Scanner ausgewertet sind, in die Angebotsverhandlungen mit den Abrissunternehmen gehen. "Dafür soll die Objektaufnahme Grundlage sein", erklärt Haller. Der Abriss soll noch 2019 erfolgen, parallel dazu wird die Stadt Villingen-Schwenningen wie berichtet die Altlastenentsorgung übernehmen.

Das Schlachthofgelände ist, wie der Geschäftsführer bereits kurz nach dem Kauf begründete, für die Firma eine "ideale Verlängerung" zu dem Gebäude, das Haller vor einigen Jahren von der Firma Sanitär Link zurückgekauft hat. Welche Unternehmensbereiche auf dem neuen Gelände unterkommen werden und wie die Bebauung konkret ausfallen soll, darauf wollte sich Hans-Walter Haller derzeit noch nicht festlegen. "Das ist im Moment noch im Fluss."

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