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Villingen-Schwenningen Ätzende Aschenkreuze: Kein Strafantrag

Von
Foto: Seidel

Villingen-Schwenningen - Auch über einem Monat nach dem mysteriösen Vorfall mit ätzenden Aschenkreuzen in Weilersbach sind die Ermittlungen der Polizei noch nicht abgeschlossen. Von einer Strafverfolgung gegen den betroffenen Pfarrer wird wohl abgesehen.

Wie konnte es passieren, dass Dutzende Gottesdienstbesucher am Aschermittwoch durch Aschenkreuze verletzt wurden? Dieser Frage wird seitens der Ermittlungsbehörden noch immer nachgegangen. Der Vorfall ereignete sich damals in der St. Hilariuskirche in Weilersbach. Wie üblich wurde während der heiligen Messen traditionell ein Aschenkreuz auf die Stirn der Gottesdienstbesucher gezeichnet – jedoch mit weitreichenden Folgen. Durch die Asche kam es zu teile schwerwiegenden Verätzungen – auch Pfarrer Alexander Schleicher wurde leicht verletzt.

Weiterhin Befragung der Geschädigten

Den Topf mit der Asche brachte er daraufhin zum Polizeirevier nach Schwenningen, seit dem sind die dortigen Polizisten mit dem Fall betraut. Wie ist der aktuelle Stand der Ermittlungen? "In Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde die Asche zur Auswertung gegeben", berichtet Polizeisprecher Dieter Popp auf Anfrage unserer Zeitung. Dadurch soll herausgefunden werden, welche Bestandteile in der Asche nachgewiesen werden können. Wann die Auswertung erfolgt ist, steht derzeit aber noch nicht fest.

Parallel finden dazu weiterhin Befragungen zu den Geschädigten des Vorfalls statt. "Wir befragen einen nach dem anderen", so Popp. Die genaue Anzahl der verletzten Personen steht noch nicht fest, nach Angaben des Polizeisprechers haben sich aber etwa 70 Personen in der Kirche befunden. Eines ist bislang jedoch klar: Von den Geschädigten stellte niemand einen Strafantrag. Popp: "Keiner der betroffenen Kirchenbesucher möchte eine Strafverfolgung."

Holzasche ist "kein unbedenkliches Material"

Dennoch herrscht weiter Rätselraten über die Ursache. Der Pfarrer konnte sich im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten nicht erklären, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte. Er sei eigenen Angaben zufolge so vorgegangen, wie bisher auch: Die Asche aus verbrannten Palmen- oder Buchsbaumzweigen wurde mit Wasser gemischt und anschließend auf die Stirn aufgetragen. Er habe Ärzte, Chemiker und Apotheker konsultiert – doch eine Antwort auf die drängende Frage nach der Ursache blieben sie ihm schuldig.

Im Rahmen der Berichterstattung des Schwarzwälder Boten äußerte sich schließlich die Bundesgütegemeinschaft Holzaschen mit einer möglich Erklärung: Asche von Holzpflanzen sei stark alkalisch bei Vermischung mit Wasser könne starke Basen mit einem pH-Wert von bis zu 14 ergeben. Eine Base mit einem sehr hohen PH-Wert könne zu Verletzungen auf der Haut führen, berichtete der Geschäftsführer der Bundesgütegemeinschaft Holzaschen, Rainer Schrägle. Dies zeige, dass Holzasche kein unbedenkliches Material sei. Das haben nun auch zahlreiche Gottesdienstbesucher und Pfarrer Alexander Schleicher feststellen müssen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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