Alle, die sich ins Festprogramm in der Festhalle Pfaffenweiler mit einbrachten, stellten sich gerne zum Erinnerungsfoto. Foto: Willi Zimmermann

Zum 50-jährigen Bestehen des Judo-Sport-Clubs 74 füllte sich die Festhalle Pfaffenweiler mit allen, die derzeitig oder in den vergangenen Jahrzehnten mit dem Sportverein zu tun hatten.

Dazu kamen zahlreiche Gäste. Eine stimmungsvolle Party mit einem Bühnenprogramm, bei dem sich alle Formationen mit einbrachten.

 

Wer in die Festhalle kam, konnte gleich mal in aufbereiteten Memorabilien stöbern, Geschäftsbücher, Protokollbücher, Fotoalben, Stellwände konnten eingesehen werden, manch einer entdeckte sogar seinen Namen in Schönschrift im Trainingsbuch. Und das vielseitige Buffet der Landfrauen: Sportler brauchen und bekommen eine gute vielseitige ausgewogene Kost.

In ihren Begrüßungsworten gingen die Co-Vorsitzenden Heike Ketterer, Michael Dreher und Heike Burkard auf die Entwicklung des Vereins in diesem Zeitalter ein. Judo ist nicht nur Judo, sondern mehr.

Weitere Abteilungen

Mit der Zeit schlossen sich auch andere Abteilungen an, wie die Gymnastikgruppe, Volleyball, Aikido, Parcours-Gruppe, Line-Dance und Zumba – für 244 Mitglieder aller Altersklassen von sechs bis 90 Jahren.

Diese Entwicklung wäre ohne Engagement und Begeisterung jedes Einzelnen nicht möglich gewesen. Ketterer erinnerte auch an das vor 35 Jahren vom damaligen Trainer Michele Russo ins Leben gerufene Spaghetti-Turnier, dass sich die jüngsten Judokas relativ entspannt an Wettkämpfe gewöhnen können, und zwischenzeitlich überregionales Ansehen genießt.

OB fasziniert von Judo

Judo sei der Weg, seine körperlichen und geistigen Kräfte am besten einzusetzen, so OB Jürgen Roth. Ihn fasziniert immer noch der Sport, den er als Jugendlicher einige Zeit ausgeübt hat. Fallen lernen war mühsam, gleichsam „Kanonenfutter“, aber man verlernt es nie. Judo sei eigentlich keine Kampfsportart, eher eine Lebensphilosophie. Es habe auch mit Werten zu tun wie Respekt, Mut, Hilfsbereitschaft, Wertschätzung, aber auch Fairness und Bescheidenheit und offen für Neues sein.

„Etwas Besonderes“

Beim Judo in Pfaffenweiler zu sein ist für Ortsvorsteher Martin Straßacker „etwas Besonderes, und etwas sehr Persönliches“. Die Wege von ihm und dem Verein haben sich zeit Lebens immer wieder gekreuzt. Judo war für Pfaffenweiler ein richtig neues Angebot, es gab ja sonst „nur“ Fußball und die Musik. Bis zur so faszinierenden Leichtigkeit des Sports müsse man durch „ein Tal der 1000 Qualen“. Aber viele schöne Erinnerungen, von der Jugend bis später als zeitweiliger Vorsitzender.

Im Namen der die Pfaffenweiler Vereine bedankte sich Axel Zimmermann für regelmäßige Übernahme „maßgeblicher Aufgaben für die Gemeinschaft“.

Die Fallschule

Gleich zu Beginn des Bühnenprogramms bekamen die Anwesenden von den jungen Judokas eindrücklich vorgeführt, was „Fallschule“ bedeutet, mit „schönen“ Würfen, was man alles zu können hat, um die erste Gürtelprüfung abzulegen, und wie im Schauspiel, wie man einen bewaffneten Angriff abwehrt.

Abwehr eines Angriffs zeigen die jungen Judokas im Schauspiel. Foto: Willi Zimmermann

Es folgten tänzerischer Sport der Abteilungen Zumba und Line-Dance, Hallen-Parkour, weitaus mehr als die Kunst effizienter Fortbewegung und Ganzkörperfitness. Es gab einen Einblick in die defensive Kampfart Aikido. Mit dieser Technik soll der Gegner nicht um jeden Preis ausgeschaltet werden, sondern man will ihn von der Sinnlosigkeit des Angriffs überzeugen und seine Aggression ins Leere laufen lassen.

Die abschließende Judo-Show, mit diesen höchst sportlichen bis akrobatischen Darbietungen, quasi einem Mix von Judo und Parkour sind die Pfaffenweiler Sportler weit über die Ortsgrenzen bekannt und geschätzt.