Das Messingschild am Schlussstein des alten Marienstollens ist nun wieder lesbar im Vergleich zur alten und verblichenen Hinweistafel. Foto: Buck

Beim Bergwerk in Neubulach gibt es eigentlich immer was zu tun. Jetzt besonders, denn am Freitag, 23. Juli, spielt ab 20 Uhr die Freddy-Pfister-Band auf.

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Neubulach - Bis jetzt sind um die 200 Karten verkauft, erklärt Christian Proß, Vorsitzender der Stollengemeinschaft Neubulach. Doch ob wirklich so viele zum Open-Air-Fest kommen, scheint fraglich. "Viele Karten sind schon letztes Jahr gekauft worden und haben ja die Gültigkeit behalten", sagt Proß. Man wisse also nicht wirklich, ob am Ende alle zum Besucherbergwerk kommen, die eigentlich Karten haben.

Corona sorgt bei vielen für mulmiges Gefühl

Schon am Morgen hätten Leute angerufen und abgesagt, klagt Proß, der die Lage als "Trauerspiel" bezeichnet. Viele Menschen hätten wegen des Coronavirus eben noch Angst oder zumindest ein mulmiges Gefühl.

"Das ist aber kein Problem, wir sind ja draußen", erklärt der Vorsitzende. Außerdem, vermutet der Bergwerks-Boss, seien viele Zuhörer sicher schon vollständig geimpft, was die Gefahr weiter minimiere. Die Abendkasse wird am Freitag auch geöffnet, man rechnet mit bis zu 250 Personen – der nötige Abstand sei durch die Bestuhlung mit Biertischgarnituren ohnehin gegeben.

Im Zweifel stehen Tests zur Verfügung

Ob ein Test nötig wird, weiß Proß aktuell noch nicht sicher, da der Kreis Calw bekanntlich inzwischen wieder in der Inzidenzsstufe zwei geführt wird. Doch selbst wenn der Nachweis der 3Gs (genesen, geimpft, getestet) erforderlich wird, hat man vorgesorgt: "Wir können auch vor Ort direkt testen."

Doch auch abseits der Party-Veranstaltung gibt es im Neubulacher Bergwerk allerhand zu sehen. Über die Corona-Zwangspause im Vorjahr habe man nämlich viel gearbeitet, berichtet Proß. Unter anderem entdeckten die Bergmannsfreunde einen neuen Stollen von 70 Metern Länge. Die Hoffnung sei eigentlich gewesen, den Hella-Glück-Stollen noch von der anderen Seite her erschließen zu können. Doch diese Hoffnung hatte sich dann schnell zerschlagen.

Ein weiteres Vorantreiben des Tunnels hätte sich nicht gelohnt, zumal die Bedingungen im Berg mehr als abenteuerlich waren. "Das war nur 1,10 Meter hoch und bis zur Hüfte stand schlammiges Wasser", berichtet Proß. Für Besucher zugänglich machen will man den Bereich aber nicht, das lohne den immensen Aufwand nicht, verdeutlicht der Vorsitzende.

Immerhin: Bei den Arbeiten im Berg hat man einen uralten Eichenstamm gefunden. Experten datierten das Gehölz auf das Jahr 1220 zurück. Ein Fund, bei dem auch Proß und seine Bergkameraden mächtig staunten. Nun steht ein Stück der Eiche in der Vitrine der Stollenklause. Doch hauptsächlich im Besucherstollen selbst hat die Stollengemeinschaft während der Corona-Pandemie aufgerüstet. Die Beleuchtung wurde angepasst und unter anderem zeitgesteuerte LEDs verbaut. Auch die Geräuschkulisse passt nun: Rumpelnde Steine oder auch ein hämmernder Knappe sind zu hören. Auch viele Kleinigkeiten werden aufgerüstet – beispielsweise ein Messingschild an den Schlussstein des Marienstollens geschraubt, da das alte schon komplett verblichen ist. "Es ist zwar ein alter Stollen, aber man muss mit der Zeit gehen", ist sich der Neubulacher Bergwerks-Chef durchaus bewusst, dass stets investiert werden muss.

Besucherstrom ins Bergwerk läuft wieder an

Und das zahlt sich jetzt aus: Denn nach der Corona-Pause laufen die Besuche im Bergwerk nun wieder an, freut sich Proß. Gerade auch in der bald beginnenden Ferienzeit dürfte es wieder mehr werden. "Gestern hatten wir um die 50 bis 60 Besucher da", blickt Proß zurück, während sich gleichzeitig eine angekommene Kindergartengruppe in Richtung Helmausgabe aufmacht.

Jetzt hofft man in Neubulach, dass auch die Fans der Freddy-Pfister-Band ähnlich strömen wie die Besucher des Stollens.

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