Freier Blick auf die Füße: Den gibt's mit derzeit angesagten Zehentrennern - für Frauen. Hier ein Modell von Vagabond (rund 90 Euro). Foto: Vagabond/dpa-tmn

Feminin und farblich gern mal kräftig: Was in dieser Saison bei Schuhen für Frauen angesagt ist. Natürlich geht's um Sandalen. Und die sind für Frauen wie Männer gleichermaßen angesagt. Doch Achtung: Es gibt No Goes!

Die letzten Monate sah man meist wenig von ihnen. Doch nun rückt die Sandalenzeit näher. Und damit die freie Sicht auf unsere Füße. Doch welche Form bekommen diese Saison eigentlich die Nägel? Welche Farben sind am Fuß angesagt? Und was tun, gegen Schweiß im Schuh? Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Füße in der warmen Jahreszeit:

 

Welche Sandalen liegen diese Saison im Trend?

Das kann man kurz und knapp beantworten: Es wird wieder femininer und filigraner an den Füßen. Die Zeit von klobigen Styles ist erst einmal vorbei. "Wir haben mehr Riemchen, Sandalen mit kleinen Absätzen, ob ein Queenie mit dünnem Absatz oder auch Blockabsätze", sagt Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut. Außerdem ihr zufolge im Kommen: Zehentrenner - "und die eben auch mit kleinem Absatz".

Es muss aber nicht unbedingt ganz so luftig sein. "Es gibt ganz viele tolle Pantoletten, die auch ein wenig femininer sind", berichtet Schulz. Zum Beispiel durch Crochet, also Häkelelemente, Strassbesatz oder Glassteinchen. Angesagt sind auch Applikationen wie 3D-Blüten oder Schleifen. Das Motto: filigran und verspielt. 

Daneben weiterhin zu sehen: die Trecking-Sandale. "Die ist natürlich ein bisschen derber", so Schulz, "kann aber auch cool aussehen, wenn ich ein schönes Kleid anhabe und den Stil bewusst brechen will".

Farblich wird es laut der Schuh-Expertin übrigens Pink, Gelb, Türkis oder Orange an den Füßen: am besten als Hingucker im sonst schlichten Outfit. 

Worauf sollte ich sonst beim Schuhkauf im Sommer achten?

Auf die Tageszeit. Claudia Schulz rät Schuhe grundsätzlich am Nachmittag zu kaufen, da Füße über den Tag leicht anschwellen. Und: zum Puder zu greifen, weil die Füße dann nicht so schnell schwitzen. 

Wie bei Kleidung sollte man beim Schuhkauf aufs Material achten. Und zwar auf solches, das bei Hitze angenehm an den Füßen ist. Lederschuhe sind Schulz zufolge das ganze Jahr über eine gute Wahl. "Man kann aber gern auch zu Stoff greifen, also zu natürlichen Materialien wie Leinen und Baumwolle."

Und was ist mit den Männern?

Woran erkennt man viele deutschen Männer im Urlaub? Na klar, an den käsigen Beinen in Tennissocken und Sandalen. Mehr als nur ein Klischee, galt diese Kombination lange als absolute Modesünde Nummer eins. Doch die Zeiten ändern sich. Mode an den Füßen ist nicht nur für Frauen schick. Designer holen Sandalen mit Socken auf die internationalen Laufstege – und das schon seit geraumer Zeit.

Historische Tradition: „Sandálion“ (griechisch für Sandale) ist die älteste bekannte Schuhform. Die Form hat sich seit der Steinzeit wenig verändert. Sohle, Riemen – fertig sind die Freilufttreter. Die alten Ägypter trugen sie als Zehenstegsandale (ähnlich wie Flip-Flops), Afrikaner als Schrägriemensandale, Indios als Kreuzriemensandale, Japaner als Geta – eine Holzsandale mit Plateausohle. Foto: Imago/Design Pics
Zeitloser Chic: Auf der Benimm-Website www.knigge.de heißt es: „Nackte Männerfüße in Sandaletten oder Badelatschen will niemand sehen. Nicht zuletzt auch deswegen, weil das starke Geschlecht kaum bei der Pediküre anzutreffen ist. Städter sollten sich unbedingt die Kombination Shorts + Sandale + Herrensocke verkneifen.“ Foto: Imago/Loop Images
Globaler Dresscode: Stil ist das, was man daraus macht. Was früher als undenkbar galt, ziert heute die Füße von Bettelarmen wie Superreichen: Die in den 1960er Jahren als Billigschuhe entworfenen Flip-Flops – Badesandalen und Zehentreter aus Kunststoff mit Zehensteg und Schrägriemenbefestigung – sind zum Symbol des globalisierten Dresscodes geworden. Foto: dpa
Geniale Zweckmäßigkeit: Trekking-Sandalen sind zwar alles andere als stylish, dafür aber unschlagbar praktisch. Die in den 1980er Jahren entwickelten Funktionssandalen mit dem Klettverschluss-Riemensystem eignen sich für die Ferien am Meer genauso gut wie fürs Wandern. Längst aber sieht man Leute damit auch im Alltag, im Theater oder im Supermarkt. Foto: dpa
Ungezähmte Urwüchsigkeit: An attraktiven Männerfüßen sieht selbst grober naturfarbener Strick in Sandale kultig aus. Aber ein Normalo-Adam mit Bauch und kalkweißen Beinen, in Shorts, Socken und Sandalen geht genauso wenig wie die Öko-Variante mit selbst gestrickten bunten Wollsocken. Dann lieber sockenlos. Foto: dpa
Unschlagbarer Komfort: Neben Flip-Flops und Trekking-Sandalen hat kein anderer Treter den Sandalen-Markt so revolutioniert wie Adiletten – die Badelatschen mit den drei weißen Streifen. Gedacht als Komfortschuhe für die von Stollenschuhen malträtierten Fußballerfüße sind die anatomisch geformten und medizinisch vorbildlichen Gummilatschen zum Inbegriff des Spießertums geworden. Foto: dpa
Erotische Ausstrahlung: Glaubt man angelsächsischen Stilberatern, sind auch „Mandals“ (englischer Name für Männersandalen) mit Socken kein Tabubruch. Die Kombination ist zwar unfassbar abturnend und doch auf internationalen Laufstegen längst gesellschaftsfähig. Vielleicht kommt es darauf an, wer und wie Man(n) sie trägt – und mit welchem Selbstbewusstsein. Foto: dpa/Matthias Balz
Optischer Hingucker: Angesichts der optischen Kollateralschäden, die Unten-ohne-Träger anrichten können, sind mit Socken verhüllte Füße oft die weniger peinliche Alternative. Nichts ist so unappetitlich wie ungeniert zur Schau getragene Hühneraugen, eingewachsene Zehennägel, Nagelpilz, Schrunden oder Warzen. Foto: dpa
Heiße Waden: Im Sommerurlaub trägt der deutsche Mann am liebsten Sandalen, die Füße dabei in Tennissocken oder karierte Muster gehüllt. Warum sie bis zur Wadenmitte hochgezogen sein müssen, wird eines der großen Rätsel der Menschheitsgeschichte bleiben. Foto: dpa
Freier Mief: Wer allerdings glaubt, Sandalen wären bei Schweißfüßen die olfaktorisch humanere Variante als Turnschuhe, der irrt. Eine Überaktivität der Schweißdrüsen kann mit Salbei-Fußbädern, Antitranspirant oder spezieller Creme behandelt werden. Wenn schon unten ohne, dann bitte gepflegt und sauber. Foto: Imago/Westend61

Pragmatisch betrachtet, machen Sandalen mit Socken durchaus Sinn. Denkt man nur einmal an launische Sommer, dann kommt der Socke zur Sandale nicht nur modisch, sondern auch funktional eine wichtige Aufgabe zu. Es gibt schließlich nur wenige Dinge, die unangenehmer sind als kalte Füße.

Was tun bei schwitzigen und geschwollenen Füßen im Sommer?

Und noch ein Tipp von der Expertin , die für Frauen wie Männer gleichermaßne gilt: Achten Sie auf atmungsaktive Materialien an den Füßen. Außerdem rät Birgit Huber die Schuhe einmal am Tag zu wechseln, "denn sie benötigen genügend Zeit zum Trocknen".

Ein weiterer Tipp: Fußbäder gegen Fußschweiß, etwa mit Zusätzen von Eichenrindenextrakt, Zaubernuss oder Salbei. Kühlende Fußbäder sind auch eine gute Idee bei geschwollenen Füßen - etwa nach langem Stehen oder Sitzen bei hohen Temperaturen. "Zusätze wie Menthol, Rosskastanie oder Arnika sorgen für Erleichterung", rät Huber. Auch eine sanfte Massage von den Zehen in Richtung Waden kann helfen. Und natürlich: Füße hochlegen und eine Runde ausruhen.