Er sorgt selten für die spektakulären Momente im Spiel des VfB Stuttgart. Dennoch ist Angelo Stiller einer der wichtigsten Faktoren des Aufschwungs. Warum er nun ein Sonderlob erhalten hat.
Dass sich nach Torerfolgen eine Jubeltraube bildet, ist im Fußball nichts Ungewöhnliches. Dass es gleich zwei davon gibt, sieht man dagegen nicht alle Tage. Am Mittwochabend, beim Spiel des VfB Stuttgart gegen den FC Augsburg (3:0/Liveticker und Statistiken), war es allerdings genau so.
Die einen feierten draußen an der Eckfahne mit dem Torschützen zum 3:0, mit Chris Führich. Die anderen aber umgaben den Mann, der diesen wunderschönen Treffer mit einem genialen Pass vorbereitet hatte. Angelo Stiller hatte in der 69. Minute den Ball im Zentrum des Spiels am Fuß gehabt. Der Mittelfeldspieler blickte sich um, da auf kurzem Wege keine Anspielstation – dafür aber den startenden Führich. Dann chippte Stiller den Ball gefühlvoll hinter die Augsburger Abwehr, wo sein Teamkollege volley vollendete.
Weil Angelo Stiller auch schon das 1:0 von Deniz Undav per Eckball vorbereitet hatte, wurde er hernach im Stadion zum Mann des Spiels gekürt. Doch zeichnete seine Leistung noch viel mehr aus als die beiden Aktionen, die in den Statistiken zuvorderst auftauchen. „Angelo Stiller gibt den Takt vor, er ist der Rhythmusgeber, will immer den Ball haben“, verteilte Fabian Wohlgemuth ein Sonderlob an den Neuzugang, der im Sommer von der TSG Hoffenheim nach Stuttgart gekommen war. Die Wirkung seines Spiels sei dabei beeindruckend.
Die Statistiken bestätigen den Eindruck
„Das macht es den Mitspielern leichter, weil sie immer eine Anspielstation haben“, ergänzte der Sportdirektor des VfB. Stiller sehe „immer den Mann, der anspielbar ist, daher ist er sehr wertvoll für unsere Mannschaft“. Was sich aus Beobachtungen speist, lässt sich auch in Zahlen ausdrücken.
Der 22-jährige Stiller ist passsicher – nur drei Bundesligaspieler haben aktuell eine bessere Passquote. Er ist laufstark – mit im Schnitt über elf Kilometern pro Spiel. Er gewinnt die Mehrzahl seiner Zweikämpfe und hat durchschnittlich fast 80 Ballkontakte pro Partie. Dass er den als unverzichtbar gehaltenen Wataru Endo in Rekordzeit vergessen machte, spricht zudem für Stillers erste Monate im VfB-Trikot an der Seite von Atakan Karazor. Daran, dass der VfB derzeit nicht nur erfolgreich, sondern auch fußballerisch stark agierte, hat der frühere Jugendspieler des FC Bayern also großen Anteil.