Serhou Guirassy hat am Freitagabend sein neuntes Saisontor erzielt. Foto: Baumann/Volker Müller

Der VfB Stuttgart kann sich auch in der Partie gegen den SV Darmstadt 98 auf seinen Toptorjäger verlassen. Der darf sich aktuell mit wahren Bundesliga-Topstars vergleichen. Wohin führt ihn seine Treffsicherheit noch?

Das Ganze wurde am Ende dann wieder zu einer Gala von Serhou Guirassy. Eine Torvorlage und einen Treffer hatte der Angreifer des VfB Stuttgart schon beigesteuert, als die zweite Hälfte der Partie gegen den SV Darmstadt 98 (3:1/Liveticker zum Nachlesen) lief. Doch genug hatte Guirassy noch lange nicht. Nach der schönsten Kombination des Abends ermöglichte er dem Teamkollegen Chris Führich den Torschuss, wenig später bediente er mit der Hacke wunderschön Enzo Millot – doch beide Aktionen führten nicht zum Ziel.

 

Führich wurde der vermeintliche Treffer zum 3:1 aberkannt – weil Guirassy zuvor ganz knapp im Abseits gestanden war. Und Millot traf freistehend mehr den Rasen als den Ball. Es gab daher keine zusätzlichen Scorerpunkte für Guirassy – also legte er eben kurz vor dem Abpfiff selbst noch einen drauf – und baute seine atemberaubende Statistik weiter aus.

Durch die Treffer zum 2:1 und 3:1 gegen den Aufsteiger aus Darmstadt hat der Nationalspieler Guineas nun zehn Treffer auf dem Konto – was nach gerade einmal fünf Saisonspielen herausragend ist. Und ein Blick zurück zeigt: Mit solch einem Start ist für einen Stürmer Großes möglich. Sogar der Eintritt in den exklusiven Club der 30-er.

In den 60-er und 70-er Jahren waren es Legenden wie Uwe Seeler, Lothar Emmerich, Gerd Müller, Dieter Müller oder Jupp Heynckes, denen es gelang, 30 oder mehr Treffer in einer Bundesligasaison zu erzielen. Vergleichbarer ist Guirassys „enormer Lauf“ (VfB-Trainer Sebastian Hoeneß) mit den Helden der jüngeren Vergangenheit.

Robert Lewandowski ist das Maß aller Dinge

Robert Lewandowski hatte als Stürmer des FC Bayern viermal am Saisonende mindestens 30 Treffer auf seinem Konto. Einmal davon war er zum Start in die Spielzeit genauso gut wie Guirassy aktuell: In der Saison 2020/2021, in der er am Ende den Uralt-Rekord von Gerd Müller knackte und 41 Treffer erzielte. 2019/2020 startete der Pole mit neun aus fünf – und kam mit 34 Treffern ins Ziel. In der Saison 2015/2016 traf Lewandowski 30-mal, bis zum fünften Spieltag hatte er aber nur drei Treffer auf dem Konto – eher er am sechsten Spieltag einen Fünferpack schnürte. In seiner letzten Saison bei den Bayern waren es sieben Tore in den ersten fünf Spielen, 35 insgesamt. Der Ex-Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang gehört dem 30-er-Club übrigens auch an: In der Saison 2016/2017 machte der Gabuner nach fünf Treffern aus fünf Spielen insgesamt 31.

Guirassy hat sich also eine gute Basis geschaffen und „will so weitermachen“. Viel wichtiger noch: Mit seinen Toren und Assists hat er den VfB an die Spitze geschossen.