Sami Khedira im September 2022 – nun beendet der 36-Jährige sein Engagement als Berater beim VfB Stuttgart. Foto: Baumann/Julia Rahn

Eine im Kern gute Idee ist beim VfB Stuttgart nun schon wieder Vergangenheit. Das ist einerseits logisch, hat aber auch eine bittere Note, kommentiert unser Autor Dirk Preiß.

Am Ende hieß es, die Zusammenarbeit sei ohnehin nur auf die vergangene Saison begrenzt gewesen. Tatsächlich? Das hatte sich auch schon einmal anders angehört. Sei’s drum. Am Ende der Zusammenarbeit stand wohl eher die Erkenntnis, dass das Modell doch auch seine Tücken hat. Daher ist Sami Khedira ab sofort nicht mehr Berater des Vorstandsvorsitzenden der VfB Stuttgart AG, Alexander Wehrle.

 

Der hatte die Idee, die beiden Weltmeister Khedira und Philipp Lahm beratend einzubinden, geboren und im vergangenen Herbst umgesetzt. Der im Kern sehr gute Gedanke mit qualifizierten Ex-Spielern, deren Netzwerken und Kompetenzen muss nicht zwingend als gescheitert angesehen werden. Doch hat man beim VfB selbst dafür gesorgt, dass diese Engagements von Beginn unter schwierigen Bedingungen zu funktionieren hatten.

Schwieriger Start war selbst verursacht

Erst war der direkt betroffene Sportdirektor nicht eingebunden in die Pläne – es folgten unnötige Diskussionen und eine Entschuldigung Wehrles. So richtig beschreiben konnte anfangs auch niemand das Tätigkeitsfeld von Khedira und Lahm. Dann zog sich die Debatte um die Zukunft von Sven Mislintat in die Länge. Als es anschließend zum kompletten sportlichen Neustart mitten in der Saison kam, war das Beratermodell noch längst nicht etabliert und anerkannt.

Nun endet es gefühlt auf halber Strecke, was aber durchaus Sinn ergibt. Der VfB, auch das eine Erkenntnis aus den vergangenen Monaten, sucht einen neuen Sportvorstand. Das schafft echte Verantwortlichkeiten und verbindliche Wege in den Entscheidungsfindungen, die ein Beratermodell wohl nie hätte bekommen können. Und Sami Khedira? Der steht womöglich bald beim DFB statt beim VfB in eben jener Verantwortung. Am Ende aus Stuttgarter Sicht eine eher bittere Note.