Seit einer Woche wird im Zollernalbkreis ein 80-Jähriger vermisst. Nun meldet sich ein Seher, der sich auch schon zu Scarlett S. und Maddie McCann äußerte. Das sagt die Polizei dazu.
Polizei, DRK, Wasserwacht, Hundestaffeln, Ehrenamtliche – seit dem 28. September suchen zahlreiche Rettungskräfte nach Karl-Heinz Lebherz. Nun hat sich Michael Schneider bei unserer Redaktion gemeldet. Er glaubt zu wissen, wo sich der Gesuchte befindet.
Schneider nennt Google-Koordinaten, hat diese per E-Mail auch an die Polizei gesendet; er hofft, dass sein Tipp entscheidend sein könnte. Schneider beendet seine höflich formulierte Nachricht mit den Worten: „Ich wünsche Ihnen und Ihren Kollegen viel Erfolg bei der Suche nach Karl-Heinz Lebherz.“
Hinweise müssen „nachvollziehbar begründet sein“
„Wenn wir Hinweise bekommen – egal von welcher Stelle – überprüfen wir diese grundsätzlich“, berichtet ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen unserer Redaktion. Er betont aber auch: Die Hinweise müssen „nachvollziehbar begründet sein“.
Schneider war bereits in anderen Vermisstenfällen aktiv – in Baden-Württemberg äußerte er sich unter anderem 2019 im Fall eines 30-Jährigen, der sich zuvor in einer Klinik in Hirsau befunden hatte. Auch in Fälle, die bundesweit in den Schlagzeilen landeten, klinkte er sich ein: etwa in den der damals 15-jährigen Rebecca R., die seit Februar 2019 im Raum Berlin vermisst wird.
Bis heute wurde das Mädchen nicht gefunden. Tipps gab er ebenfalls zu einem angeblichen Aufenthaltsort von Madeleine McCann. Das Kind verschwand 2007 in Portugal aus einer Ferienanlage. Die damals Dreijährige blieb unauffindbar, ebenso wie Scarlett S., die 2020 im Schwarzwald zuletzt gesehen worden war. Zu der jungen Wandererin hatte sich Schneider ebenfalls geäußert.
Angebliche Seher melden sich bei Vermisstenfällen immer wieder bei der Polizei, geben häufig ungefragt Hinweise, die ins Leere führen. Bei großen Suchaktionen verlässt sich die Polizei vielmehr auf Hinweise der Anzeigeerstatter – jener Menschen also, die eine Vermisstenanzeige aufgeben – oder auf Zeugen.
Häufig Rotes Kreuz, Feuerwehr oder THW im Einsatz
Laut Bundeskriminalamt (BKA) reicht für großflächige Suchen das Personal der örtlichen Polizei meist nicht aus. „Deshalb werden in der Regel alle verfügbaren Kräfte aus den Hundertschaften der Bereitschaftspolizei und bei weiterem Bedarf auch die Hundertschaften anderer Bundesländer oder der Bundespolizei alarmiert“, heißt es beim BKA. Schließlich verfügten die lokalen Rettungsdienste wie Rotes Kreuz, Feuerwehr oder THW über die erforderliche Ortskenntnis.
Auch im Fall von Karl-Heinz Lebherz waren zuletzt Hunderte Helfer verschiedener Hilfsorganisationen im Einsatz, ähnlich wie im Fall des seit Ende 2022 vermissten Dirk Brünker in Villingen-Schwenningen.
Wer hat den Vermissten gesehen?
Ein Foto
des Vermissten kann auf der Fahndungsseite der Polizei unter diesem Link abgerufen werden.