Das Parkhaus Zentrum – mit der Zufahrt – von der Kaiserstraße aus und der zweiten langen Seite zur Körnerstraße Foto: Stadt Rottweil/Birkel

Die Stadt Rottweil baut im Süden das Parkhaus Zentrum. Für die Zeit der Bauarbeiten fallen dadurch aber zunächst einige Stellplätze weg. Und das ist nicht der einzige Grund, warum der Parkdruck ab Mitte 2024 steigen dürfte.

Ein kurzer Schockmoment in der Sitzung des Gemeinderats am Mittwochabend: Christof Birkel, Leiter der Abteilung Hochbau bei der Stadtverwaltung, berichtet den Stadträten über den anstehenden Bau des Parkhauses Zentrum auf der Groß’schen Wiese - und erwähnt dabei zwei Klagen, die gegen das Vorhaben laufen. Beide seien noch nicht begründet und beide hätten keine aufschiebende Wirkung. Aufatmen im Gremium.

 

Tatsächlich steht der Zeitplan, dass das Parkhaus nach rund zehn Monaten Bauzeit am 4. Juli 2025 die ersten Autos aufnehmen kann. Nachdem am 15. November die Genehmigung des Bauantrags erfolgt ist, so Birkel in der Sitzung, laufe im Moment die Ausschreibung und Werkplanung. Für Mai im Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss und dann im Juni im Gemeinderat sind die Auftragsvergaben vorgesehen.

Bereits jetzt im Februar stehen Baumarbeiten an. Sowohl an der Körner- als auch an der Kaiserstraße werden Bäume gefällt und umgepflanzt. 

Baustart im September 2024

Im September könnte der Bau am eigentlichen Parkhaus beginnen. Zuvor stehen dort auf der Groß’schen Wiese Arbeiten der Energieversorgung Rottweil (ENRW) an den Leitungen sowie das Abräumen des Parkplatzes an.

Wichtiger Termin im Juli

Ein Kreuzchen in den Kalender sollten sich die Nutzer des Parkplatzes aber bereits Mitte Juli machen: Dann wird die Groß’sche Wiese gesperrt, und das heißt für Pendler ebenso wie für Kurzzeitparker, die die Innenstadt zum Ziel haben, sich nach einem anderen Stellplatz umzuschauen und/oder den Pendelbus zu nutzen, den die Stadt bis zur Eröffnung des Parkhauses anbieten will. 64 000 Euro sind dafür in diesem Jahr im Haushalt eingeplant. Ob dieses Budget reicht, nicht nur den Pendelverkehr in die Innenstadt abzudecken, sondern zusätzlich auch den Bahnhof anzufahren, muss sich ebenso noch zeigen, wie die Detailplanung zur Pendelverbindung. Aus dem Rund der Stadträte war diese Bitte am Mittwochabend geäußert worden.

Weitere Änderungen angekündigt

Indes: Nicht nur für Nutzer des Parkplatzes auf der Groß’schen Wiese bringen die nächsten Monate Veränderungen mit sich. Fachbereichsleiter Bernd Pfaff kündigte auf Nachfrage an, im März mit dem Thema Parkierung ins Gremium zu kommen. Zum 1. Juni oder zum 1. Juli könnte es dann in Innenstadtquartieren vorbei sein mit dem Anwohnerparken.

Da fragt sich nicht nur SPD-Stadtrat Jürgen Mehl, wie groß da der Parkdruck werden wird ab Mitte des Jahres und wie der abgefedert werden soll, bis dann tatsächlich zumindest das Parkhaus Zentrum mit seinen rund 320 Stellplätzen und einer stattlichen Zahl an E-Lade-Plätzen in Betrieb ist.

Rückkehr des Streitthemas?

Kehrt ein Streitthema zurück?

Vielleicht kehrt also absehbar das Thema Quartiersgaragen und Parkhaus Nord zurück – wenngleich Bürgermeisterin Ines Gaehn im Interview mit dem Schwarzwälder Boten bereits deutlich gemacht hatte, dass es vor der Landesgartenschau bei der Stadtverwaltung gar keine Kapazität gibt, auch im Norden einen Parkierungsschwerpunkt zu bauen.