Sandrine Reiser steht auf der Bühne und ist bereit für den nächsten Wettkampf – in Budapest. Foto: Reiser

Sandrine Reiser aus Wellendingen erfüllt sich ihren Traum vom Bodybuilding und zeigt uns einen kleinen Einblick in die Anfänge ihrer bisherigen Karriere als eine der wenigen veganen Bodybuilderinnen.

Wie bereits in den 80er-Jahren ist Sport aktuell hoch im Kurs. Ob an Fitnessgeräten oder im Wasser, gemeinsam oder allein, es wird geschwitzt, was das Zeug hält. Und auch der Fokus auf eine gesunde Ernährung scheint konzentriert, wie nie zuvor zu sein.

 

Die 27-jährige Sandrine begann mit dem Bodybuilding mit 19 Jahren. „Ich war mit meinem Aussehen unzufrieden und hatte zu dem Zeitpunkt auch ein mentales Tief“, erzählt die gebürtige Nusplingerin vom Beginn ihrer Liebe zum Sport.

„Ich ging ins Fitnessstudio und bemerkte, dass der Sport auf weitere Lebensbereiche positiven Einfluss hat.“ Die Stimmung sei besser geworden, der Alltag sei geschmeidiger gelaufen, und auch ein neues Aussehen zeichnete sich ab.

Täglich trainiert

Schnell habe sie nicht genug bekommen können: „Ich bin dann von zweimal die Woche plötzlich täglich auf der Matte gestanden. Ich spürte richtig: Ich will mehr!“ Das primäre Ziel, abzunehmen, wich neuen Zielen. Nämlich Spaß am Gewichtheben zu haben und die Disziplin aus den Fitnessräumlichkeiten in die restlichen Facetten des Lebens fließen zu lassen.

Einen Coach, der nach einem Vorstellungseinblick Ernährungs- und Trainingspläne anpasste, hat sie schnell online gefunden. „Da habe ich dann gelernt, jedes Gramm Nahrung abzuwiegen.“ Damals habe sie, wie man es typischerweise von Kraftsportlern kenne, auch Fleisch gegessen.

2017 erster Wettkampf

2017, zwei Jahre nach ihrer persönlichen Entdeckung für ihre Vorliebe, habe Reiser den ersten Wettkampf bestritten. „Das war ein Newcomer-Wettkampf in Fulda. Ich war nervös des Todes“, erinnert sie sich. „Es ist schon speziell, im Bikini allein auf die Bühne zu gehen.“

Nach diesem sogenannten „I-Walk“ sei sie schließlich mit den anderen Teilnehmerinnen ihrer Klasse in einer Reihe gestanden, um verglichen zu werden. „Damals habe ich den dritten Platz belegt.“

Internationale Premiere

Ein Jahr später habe Reiser international Luft geschnuppert und in Österreich und Finnland die Muskeln präsentiert. „Da waren die Bühnen noch mal pompöser errichtet.“

Durch die Umstände der Corona-Pandemie habe auch Reiser eine Pause einlegen müssen, doch so ganz still habe sie nicht sitzen können: „Ich durfte zum Glück Gewichte ausleihen und bei meinem Opa ein Zimmer einrichten. Dadurch habe ich die Zeit recht gut überstanden, aber hatte eben dadurch auch eine sehr lange Wettkampfpause.“

Vor dem ersten Auftritt 2023. Foto: Reiser

Erst vor zwei Wochen habe die ehrgeizige Sportlerin wieder eine Bühne betreten: „Das war wieder wie beim ersten Mal. Und ich war sehr gespannt, wie es wird, da ich mich im Vergleich zu meiner Anfangszeit nun seit drei Jahren vegan ernähre.“

Doch tatsächlich habe sich die pflanzliche Kost nicht negativ auf das „Muskelzüchten“ ausgewirkt, im Gegenteil: „In der Vorbereitungsphase habe ich nun nicht mehr so mit Hungerlöchern zu kämpfen, und ich habe eine größere Auswahl an Essen als Reis und Fleisch“, schmunzelt sie.

In der Endphase für Budapest

„Jetzt befinde ich mich gerade in der Formvollendung für den Wettkampf nächste Woche in Budapest. Ich esse also nach Diätplan, mache fünfmal die Woche Kardio- und Krafttraining und führe zusätzlich einen aktiven Alltag mit 8000 Schritten.“

In der Woche vor der Präsentation gebe die Verwaltungsfachangestellte ihrem Körper den letzten Schliff, indem sie die ersten Tage acht Liter am Tag trinke und den letzten Teil der Woche noch zwei Liter.

Wenig Wasser am Tag X

Am Tag des Kampfes dürfe sie noch 500 Milliliter über den Tag verteilt trinken, um wirklich so viel wie möglich Details der hart antrainierten Muskeln zu zeigen. „Ich hoffe, dass ich die Form von vorletzter Woche noch toppen kann!“

Dieses Mal stehe nämlich ein großer Preis an: Die Profikarte. Wer diese gewinne, könne sich für Profiwettkämpfe qualifizieren und eines Tages bei Olympia teilnehmen, so das große Ziel.