Das Holz für die beiden Hexenfeuer 2024 ist durch die Rieswellemacher geschlagen und trockengelagert. Der erste Schritt zu einer spektakulären Fasnet 2024 in Bräunlingen ist gemacht.
Bräunlingen - Auch etwas Regen hielt die Bräunlinger Rieswellemacher alias Urhexen am Morgen nicht davon ab, in den Wald zu fahren und dort die Rieswelle für die beiden hochlodernden Hexenfeuer abzuschlagen und zu bündeln.
Gut gelaunt, dass wieder einmal ein zwangloses Zusammensein bei einer traditionellen Aktion möglich wurde, fuhren die Rieswellemacher in den Wald in der Nähe des Pulshofes. Die urigen Gesellen im Vagabundenhäs zeigten ihr handwerkliches Geschick, um beim "Rieswellemachen" das Reisig und das dünne Holz der bereits umgeschlagenen Bäume für die beiden Hexenfeuer zur Fasneteröffnung und am Hexensonntag einzuschlagen.
Kameradschaftliches Naturerlebnis
Diese Aktion wurde erneut zu einem kameradschaftlichen Naturerlebnis für die Männer mit den roten Halstüchern. Mit viel Flüssigem und Holzwerkzeugen ausgestattet, schwärmten sie in den Wald und es war erstaunlich, wie viele "Rieswelle" in kurzer Zeit auf den Anhänger aufgeladen wurden. Bürgermeister Micha Bächle, der kurz vor der Abfahrt vorbeischaute, freute sich, dass die verschworene Gruppe viel für das närrische Brauchtum tut und wünschte guten Erfolg beim Rieswellemachen für die Hexenfeuer.
Holz bleibt noch ein Jahr liegen
"Wir fahren nach Rücksprache mit Förster Reinhard Merz die ausgesuchte Fläche im Bereich des Pulshofes an und machen überwiegend nur das Geäst an den Bäumen ab. Danach wird das Material zu Rieswellenbündeln zusammengebunden. Die aktuelle Aktion zum Rieswellemachen ist die erste Vorarbeit für die Fasnet 2024, da das abgeschlagene Holz immer noch ein Jahr liegen und trocknen muss, bis es für ein großes Hexenfeuer geeignet ist" erläuterte Hexenmeister Matthias Schmid.
Das Holz für die beiden Hexenfeuer an Maria Lichtmess zur Fasneteröffnung, wenn die Urhexe aus dem Druidenstein springt, und am Hexensonntag 2023, wurden bereits 2021 eingesammelt. Die Aktion der Rieswellemacher/Urhexen ist ein wichtiger Beitrag zur internen Kameradschaftsstärkung und eine gerne gesehene Brauchtumspflege.
Auch "Hexen im Ruhestand" sind mit dabei
Wichtig sei, so Hexenmeister Matthias Schmid, dass auch die Hexen im "Ruhestand", die nicht mehr aktiv am Fasnetgeschehen mitmachen, bei den Rieswellemachern dabei sind und dadurch die Kameradschaft auch über den aktiven Hexendienst hinaus gepflegt wird. Erstmals beim Rieswellemachen waren auch die neuen Urhexen Philipp Schaupp und Alexander Dold mit dabei, die bei der Fasnet 2023 offiziell übernommen werden.
"Wir Urhexen freuen uns darauf, nach drei Jahren Pause über die Kilbigtage unsere Gäste in der Hexenhütte nahe des Stadttores willkommenzuheißen", so der Hexenmeister. Denn neben den Fasnettagen und dem Almabtrieb gehören auch Wanderungen und das alljährliche Schlachtfest zu den gerne angenommenen Terminen der Urhexen/Rieswellemacher.
Im Zacher klingt der Arbeitseinsatz aus
Stolz auf ihre Leistung, fuhren die "Rieswellemacher" nach Bräunlingen zurück, um ihren erfolgreichen Tag urhexenmäßig zu beenden. Beim Abschluss im Gasthaus Zacher wurde die getane Arbeit gebührend belohnt.
Info: Die Urhexen
Die Urhexen sind eine Gruppe der seit 1890 bestehenden Narrenzunft "Eintracht" Bräunlingen. Die Anzahl der Urhexen ist auf 16 limitiert. Sie eröffnen an Maria Lichtmess, also am 2. Februar, den alten Brauch des Hexenlaufens. Ab diesem Tag dürfen sich die Kinder als Hexen verkleiden, durch den Ort rennen und ihren Schabernack treiben. Der "Hexensunntig" gehört den kleinen und großen Hexen. Hier treten die Urhexen gemeinsam mit den "Krummen Hexen" und wilden Hexen in Aktion. Dieser Tag endet auch mit dem Hexenfeuer auf dem Kelnhofplatz im Herzen der Zähringerstadt.