Was ist Zeit? Mit dieser Frage befasst sich Rudolf Reim während seiner Stadtführung „Schwenningen und die Zeit“ am Sonntag, 5. November. Foto: Markus Heinzelmann

Diese Aussage erläutert Stadtführer Rudolf Reim passend zur bevorstehenden Zeitumstellung am Wochenende im Zuge einer Führung durch Schwenningen. Nirgends habe das Thema Zeit eine so wichtige Stellung, wie hier.

Eine Stunde hin oder her, Rudolf Reim findet das lächerlich. „Die Zeit kann man nicht umstellen“, sagt er. „Sie geht nur in eine Richtung: nach vorne.“ Und was bleibt, ist die Vergangenheit. Nirgendwo kann man den Wandel der Zeit so erleben, wie in Schwenningen, meint er. „Es gibt keinen Ort auf der Welt, wo dieses Thema so eine wichtige Stellung hat, wie hier.“

 

Am Sonntag, 5. November, befasst sich Reim im Rahmen einer fast schon philosophischen Stadtführung durch Schwenningen genauer mit dem Thema. Dabei möchte Reim seine Gäste mit auf Zeitreise nehmen. Er spricht über Erntezeit, Zeit für Kunst, Eisenbahnzeit und was macht der Zeit-Geist in Schwenningen? Es gibt viele verschiedene Aspekte der Schwenninger Zeitgeschichte, die der Stadtführer unterhaltsam näherbringen möchte. Dabei sind insgesamt fünf Stationen geplant.

1 Als erstes geht es um das Thema Zeit und Natur. In diesem Zusammenhang besichtigen die Teilnehmer das Schwenninger Moos. „Es ist zehntausend Jahre alt“, weiß Reim. Mit einem Meterstab verdeutlicht er den Teilnehmern, was das eigentlich bedeutet.

Diesbezüglich spricht er auch über den natürlichen Rhythmus: „Nur der Mensch steht auf, wenn der Wecker klingelt, alle anderen Lebewesen richten sich nach dem Stand der Sonne und den Jahreszeiten.“

In der heutigen Zeit sind die Menschen wieder aufgefordert, den natürlichen Rhythmus wieder für sich zu entdecken, meint der Stadtführer und Inspirationscoach. „Wir leben in der Natur und sind ein Teil davon.“ Vor diesem Hintergrund weist Reim auf das Umweltzentrum hin.

2 Das nächste Thema ist Leben und Arbeiten in Schwenningen. Früher wurde das vom Rhythmus der Sonne bestimmt, Uhren waren nur ein Schmuckstück.“ Heute scheint die Zeit zu rasen: „Durch die Sozialen Medien bekommt man wahnsinnig viele Impulse, alles geht sehr schnell, fast wie im Zeitraffer“, meint Reim. „Früher war das anders, da war man nicht so getrieben.“

3 Weiter geht es in die Zeit der Industrialisierung, ganz nach Benjamin Franklins Motto: „Time is money.” Denn anfangs war die Zeit in der Hand der katholischen Kirche und von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. „Erst mit dem Einzug der Eisenbahn wurden die Uhrzeiten angepasst.“ Zu dieser Zeit wurde auch die Schichtarbeit eingeführt, vor diesem Hintergrund geht es zum Uhrenindustriemuseum.

Zeit ist endlich

In diesem Zusammenhang spricht Reim auch die verschiedenen Zeiten an: „Es gibt Feierzeiten und Abschiedszeiten.“ Das Krematorium und der Friedhof mit den Grabgärten sind hier interessant und leiten in den nächsten Punkt über.

4 Denn es geht um das Hier und Jetzt. Wie lange dauert ein Moment? Ab wann ist er Vergangenheit? „Es fällt vielen schwer, im Jetzt zu sein.“ Diesbezüglich ist auch das Palliativzentrum einen Stopp wert. „Zeit ist endlich“, will Reim damit verdeutlichen.

5 Die letzte Station beschäftigt sich schließlich mit Zeit in der Kunst. „Am Marktplatz, gibt es da gleich zwei passende Werke“, sagt der Stadtführer. Die Eilende Zeit, direkt vor dem Rathaus, und die Sonnenuhr. „Damit hat die Messung der Zeit damals begonnen, teilweise geht sie sehr sehr genau.“

Weitere Informationen gibt es bei der Tourist-Information im Franziskaner Kulturzentrum, telefonsich unter 07721/82-2340 oder per E-Mail: tourist-info@villingen-schwenningen.de.

Vorverkauf

Die Führung findet am Sonntag, 5. November, ab 12 Uhr statt. Treffpunkt ist an der Neckarhalle in Schwenningen. Eine Anmeldung ist in der Tourist-Information im Franziskaner Kulturzentrum sowie bei allen Vorverkaufsstellen im Verbund „Kulturticket Schwarzwald-Baar-Heuberg“ möglich. Die Teilnahme ist kostenlos.