Hauptamtsleiter Hartmut Walter (von links), Stadtkämmerer Hans-Peter Fauser und Bürgermeister Jens Keucher informieren sich bei Geschäftsführerin Carina Katz, was Power Hydraulik alles zu bieten hat. Foto: Daniel Schneider

Power Hydraulik aus Sulz beliefert zahlreiche Firmen und Kommunen mit Steuerblöcken. Dabei setzt das Unternehmen viel auf Automatisierung. Anlässlich eines Betriebsbesuchs hat sich die Stadtverwaltung über das lokale Gewerbe informiert.

Wer Baumaschinen betätigen, mit Düngemittelstreuer über Äcker fahren oder auf winterlichen Straßen Schneepflüge einsetzen will, kommt an Power Hydraulik aus Sulz nicht vorbei.

 

Denn in vielen der Maschinen und Fahrzeuge befänden sich Steuerblöcke und Systeme für die notwendige Hydraulik, erläuterte Geschäftsführerin Carina Katz.

Roboter arbeiten am Feiertag

Anlässlich eines Betriebsbesuchs haben sich Bürgermeister Jens Keucher, Stadtkämmerer Hans-Peter Fauser und Hauptamtsleiter Hartmut Walter ein Bild von dem Unternehmen gemacht und wurden keineswegs enttäuscht.

Als einen großen Schritt in die Zukunft stellt Katz die Automatisierung heraus, die im Jahr 2020 begann und es nun möglich macht, dass selbst nachts, an Wochenenden oder Feiertagen die Roboter ihren Dienst versehen.

„Unsere Mitarbeiter müssen nur kurz vorbeikommen, um die Werkzeuge zu wechseln und die Spahnkübel zu leeren“, beschreibt sie den Vorteil für die Angestellten.

Die Software hilft

Hatten die Steuerblöcke vorher mit zahlreichen Handgriffen aufgespannt und mit verschiedenen Werkzeugen entgratet werden müssen, sei diese Arbeit nun an die Maschinen delegiert.

Eine weitere Automatisierung erfolgte schließlich drei Jahre später, als die Blöcke maschinell auf Spanntürme angebracht und bearbeitet werden konnten. „Die Software weiß, wo das Material liegt, der Roboter holt es sich und reinigt das Werkstück anschließend“, erläutert sie den Vorgang.

Azubis sind willkommen

Zwar sei man im Unternehmen für neue Technologien offen, der wahre Wert der Firma liege doch woanders. „Unter höchstes Gut sind unsere Mitarbeiter“, erklärt Katz. Die „magische Marke“ von 100 Angestellten habe man 2022 erreicht.

Hier sieht sie auch ein aktuelles Problem. Power Hydraulik hätte zwar die Kapazitäten, in der Produktion acht Auszubildende zu beschäftigen, momentan seien es aber nur zwei.

Gewerbetag für Kastell?

„Einige Schüler in meinem Bekanntenkreis wussten gar nicht, dass es die Ausbildungsmesse KAZ gibt“, mahnt sie an. Dabei seien solche Tage für ihr Unternehmen wichtig, sich der Jugend vorzustellen und so mögliche Azubis zu erreichen.

Keucher greift die Anregung auf und überlegt: „Können wir auf Kastell einen Gewerbetag mit Azubimesse machen, damit die Leute überhaupt sehen, was es hier alles gibt?“ Wenn man das weiterverfolgen wolle, solle man sich einfach an Hartmut Walter wenden, der auch für die Wirtschaftsförderung zuständig sei.

Infos über Kita-Angebot

Ein weiteres Anliegen der Firmenchefin sei die Verfügbarkeit von Kita-Plätzen. „Es darf kein Grund sein, eine Frau nicht einzustellen, weil sie Kinder hat“, hält sie fest. Doch führe die Versorgung der Kleinsten bei vielen Müttern, die wieder in ihre vorherige Berufsposition zurückkehren wollten, zu Schwierigkeiten.

„Der Kindergarten in Renfrizhausen wurde erweitert“, nennt Walter ein Beispiel, mit dem die Stadt in Sachen Kinderbetreuung vorangehe. „Wir können den verschiedenen Firmen die Betreuungsmöglichkeiten in Sulz vorstellen“, überlegt er. Darüber hinaus gäbe es auch Kontakt zu Tagesmüttern.

Bundesministerium fördert

Diese Unterstützung ist von Vorteil. Denn auch bei der Automatisierung habe man schließlich auch auf externe Hilfe gesetzt.

Die Maßnahme wurde gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.