Carsten Käfer, Assistenzarzt am Universitätsklinikum Tübingen, spricht bei einem Gespräch in einer neu angelegten Ambulanz mit einem Patienten über das Thema Chemsex und die Risiken. Es ist das erste psychiatrische Beratungs- und Behandlungsangebot dazu in Baden-Württemberg. Foto: dpa

"Chemsex" - Geschlechtsverkehr unter Einfluss von Betäubungsmitteln. Beratungsstelle will über Gefahren aufklären.

Tübingen - Auch in Baden-Württemberg liegen nach Angaben der Universitätsklinik Tübingen Schwerpunkte der sogenannten Chemsex-Szene. Vor allem in den Regionen Reutlingen, Stuttgart, Konstanz und im Zollernalbkreis gibt es einer Sprecherin zufolge ein erhöhtes Aufkommen von Konsumenten.

Chemsex bezeichnet Geschlechtsverkehr unter Einnahme von psychoaktiven Substanzen und Drogen wie beispielsweise Crystal Meth. Die Uniklinik Tübingen richtet von Dezember an eine Sprechstunde für Chemsex-User ein. Das Angebot stellt der betreuende Arzt, Carsten Käfer, am Mittwoch in einer Online-Pressekonferenz vor. Ein vergleichbares psychiatrisches Behandlungsangebot für Betroffene gibt es bislang in Baden-Württemberg nicht.

Chemsex gilt laut Uniklinik als neuartiges Phänomen vor allem in der Schwulenkultur. Anhänger dieser Praktik wollen mit chemischen Substanzen ihr sexuelles Erleben steigern. Neben der Gefahr einer Drogenabhängigkeit steigt durch Chemsex auch das Ansteckungsrisiko für HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten, weil die Sorge um Verhütung dabei schwindet.

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