Der Renault blieb auf den Gleisen liegen. Foto: Eich

Renault bleibt auf Gleisen liegen. Zwei Leichtverletzte. Zehn Menschen noch im Zug. Bahnübergang bleibt gesperrt.

Villingen-Schwenningen - Bei einer Kollision zwischen einem Zug und einem Auto an einem beschrankten Bahnübergang in Marbach ist eine Person leicht verletzt worden. Das Fahrzeug war nach einem technischen Defekt am Samstagnachmittag mitten auf den Gleisen stehen geblieben.

Das dürfte der Horror eines jeden Autofahrers sein: Als eine 69-Jährige einen Bahnübergang in Marbach auf ihrer Fahrt Richtung Rietheim überquert, bleibt plötzlich ihr Renault Scenic aus bislang unerfindlichen Gründen mitten auf der Bahnstrecke liegen. Wie Zeugen unserer Zeitung berichteten, hatte die Frau noch versucht, den Wagen von den Gleisen zu schieben, als plötzlich die Schrankenanlage einen mit 130 Stundenkilometern herannahenden Zug ankündigte.

Passanten schreiten ein

Passanten und andere Autofahrer konnten die Frau rechtzeitig in Sicherheit bringen, bevor die von Villingen in Richtung Freiburg fahrende Breisgau-S-Bahn nach mehreren Hupsignalen und trotz eingeleiteter Schnellbremsung das Auto gegen 13.40 Uhr voll erfasste. Der Wagen wurde bei dem schweren Zusammenstoß gegen die Schrankenanlage geschleudert und völlig deformiert, zahlreiche Fahrzeugteile flogen meterweit. Und auch der Triebwagen, der etwa 200 Meter vom Unglücksort zum Stehen kam, wurde an der Front beschädigt.

Zwei Zuginsassen verletzt

Dennoch kann von Glück im Unglück gesprochen werden. Denn lediglich einer der Zuginsassen wurde nach Angaben der Polizei zufolge leicht verletzt. Die Fahrerin erlitt war einen Schock, blieb ansonsten jedoch körperlich völlig unversehrt. Der Rettungsdienst, welcher mit zwei Rettungswagen und dem Rettungshubschrauber Christoph 11 an die Einsatzstelle eilte, brachte den Verletzten nach einer Erstversorgung zur weiteren Untersuchung ins Klinikum.

Zug kann weiterfahren

Derweil kümmerte sich die ebenfalls alarmierte Feuerwehr, mit den alarmierten Abteilungen Marbach und Villingen, um die auslaufenden Betriebsstoffe. In Absprache mit den Notfallmanager der Deutschen Bahn war zunächst angedacht, dass die Feuerwehr darüber hinaus die Evakuierung des Zuges unterstützte. Nach einer Begutachtung des Triebwagens konnte dieser jedoch nach Villingen fahren.

Schienenersatzverkehr eingerichtet

Für die unverletzten Fahrgäste wurde, ebenso wie für alle weiteren Reisenden, die eigentlich die gesperrte Strecke zwischen Villingen und Donaueschingen nutzen wollten, ein Schienenersatzverkehr organisiert. Hierfür wurden zwei Busse eingesetzt. In der Folge kommt es jetzt zu Verspätungen und Teilausfällen. Auch der Bahnübergang blieb – insbesondere aufgrund der Beschädigungen an der Schranken- und Signalanlage – für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Sie kann derzeit lediglich von Fußgänger benutzt werden. Im Laufe der kommenden Woche soll die Anlage ersten Angaben zufolge gerichtet werden.

Verkehrspolizei hat Ermittlungen aufgenommen

Die Verkehrspolizei aus Zimmern hat nun die weiteren Ermittlungen zur genauen Ursache aufgenommen. Laut deren Angaben entstand am Fahrzeug ein wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von etwa 20.000 Euro. Außerdem entstand am Zug ein Schaden von etwa 50.000 Euro und an der Bahnschrankenanlage ein Schaden in Höhe von etwa 25.000 Euro.

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