Der Tunnel an der B 463 in Laufen ist marode und wird saniert. 16 Monate sollen die Bauarbeiten dauern. Wenn der Tunnel, der seit 2001 in Betrieb ist, dicht gemacht wird, wird umgeleitet – auch durch Balinger Ortsteile. Am Montag wurden die Bürger informiert, wann und wo es eng werden kann.
Wer ab Juli von Balingen nach Albstadt oder umgekehrt fahren will, muss mehr Zeit einplanen. Dann wird der Verkehr aus Richtung Sigmaringen teilweise auch durch Zillhausen, Dürrwangen und Stockenhausen geschickt.
Zwei Monate lang soll dies in Summe dauern. Aufatmen können die Anwohner aber nur kurz – die Brücke über die Eyach muss auch erneuert werden. Das bedeutet erneute Umleitungen ab August 2025 bis voraussichtlich November 2025.
Besonders happig wird es in den zwei bis drei Wochen zu Beginn und jenen am Ende der Baumaßnahmen, wie der Vertreter des Regierungspräsidiums Tübingen, Stefan Grauer, bei der Infoveranstaltung am Montag den gut 50 Bürgern erklärte in der Frommerner Festhalle aufzeigte.
Tempo 30 innerorts und Ampelschaltungen
Innerorts gilt dann grundsätzlich Tempo 30, Halteverbote werden eingerichtet und Ampeln. In Zillhausen wird an der Kreuzung der Pfeffingerstraße mit der Hochholzstraße und an jener zur Bitzestraße eine Fußgängerampel installiert.
In Stockenhausen werden die Autofahrer bei der Querung der Zillhauser Straße und an der Kreuzung Dürrwangerstraße zur Schalksbachstraße vor Fußgängerampeln warten müssen. In Dürrwangen gilt dies im Bereich Heckenbachstraße und Stockenhauser Straße sowie am Knotenpunkt Ebinger Straße und Stockenhauser Straße.
Die Straße ist hier für den Geradeausverkehr Richtung Balingen gesperrt. Anwohner erreichen ihre Häuser über die Heckenbach- und Stockenhauser Straße.
Neuer Betonverputz für Tunnel an B463
Eigentlich hätte die Sanierung schon im vergangenen Jahr gestartet werden sollen. Die Gartenschau-Macher hatten ein vehementes Veto eingelegt – mit Erfolg. Besser geworden ist es im Tunnel natürlich nicht: Die Technik hat mehr als 20 Jahre auf dem Buckel, die Belüftung ist in die Jahre gekommen, die Beleuchtung soll auf LED umgestellt werden.
Unter anderem werden Löschwasserleitungen eingebaut und die Notrufnischen werden vergrößert. Die Wände, durch die Wasser in den Tunnel tropft und an denen sich im Winter Eisschollen bilden, bekommen einen neuen Betonverputz.
Der Ersatzneubau der Brücke über die Eyach bei Laufen darf nicht mit der Laichzeit der Fische kollidieren. Von Juli 2024 bis September 2025 wird diese Maßnahme dauern.
Baustelle an B463: „Es wird nicht alles reibungslos verlaufen“
Uwe Kaltenmark vertrat das Planungsbüro, das Verkehrszählungen gemacht hatte, um neuralgische Punkte zu finden. „Machen wir uns nichts vor, auch mit den temporären Ampeln wird nicht alles reibungslos verlaufen.“ Radar- und Infrarotsensoren werden an den Knotenpunkten immerhin dafür sorgen, dass es auf der Hauptstrecke „Rot“ wird, wenn Autos aus Nebenstraßen einbiegen wollen.
Richtig eng werden kann es laut Kaltenmark, wenn zum Beispiel in Zillhausen zwei breite Laster aneinander vorbei wollen. „Aber in den Alpen funktioniert das ja auch.“ Und: so ganz in Zement gemeißelt ist der ganze Plan noch nicht, es folgen noch Gespräche mit der Polizei, unter anderem zum Thema Tempo 30. „Nachsteuern ist jederzeit möglich.“
„Streichener Sträßle“ soll einseitig offen bleiben
Das wird auch beim „Streichener Sträßle“ so sein, wie Ortsvorsteher Rüdiger Haasis sagte. Die Waldstrecke soll von Balingen nach Streichen offen bleiben. „Wir beobachten das in der ersten Woche. Funktioniert es nicht, wird gesperrt.“
Alex Jäger aus Stockenhausen sorgt sich um die Raser auf der schnurgeraden Strecke. Er wünscht sich Kontrollen. Die Antwort kam von Oberbürgermeister Dirk Abel und dem Albstädter Bürgermeister Steve Mall: Anhängerblitzer sollen mobil dort eingesetzt werden, wo es Beschwerden gibt.