Sozusagen in der Höhle des Holländer Michels unter dem neu gestalteten Wasserfall im Kurgarten von Baiersbronn stehen (von links) Heiko Klumpp und Daniel Armbruster. Foto: Monika Braun

Ein neues Gesicht hat der alte Kurpark beim Bahnhof in Baiersbronn. Er wird nach und nach zum „Märchenpark“.

Das Projekt Märchenpark hat Gestalt angenommen. Der alte Kurpark in Baiersbronn ist die Verbindung zum Oberdorf und soll zur Gartenschau eine zentrale Rolle spielen. Wilhelm Hauffs Märchen „Das kalte Herz“ bildet für das geplante digitale Erlebnis die Grundlage.

 

Zunächst wurde der Kurpark aber komplett überarbeitet, und die Wege wurden neu gestaltet. „Wir haben die alten Asphaltwege weitgehend entfernt und durch Betonpflaster ersetzt. Gut begehbare Stufen und breitere Wegeführungen wurden gebaut“, erklärt Daniel Armbruster vom Bauamt.

In rund vier Monaten sei der Kurpark umgestaltet worden, dabei sei der alte Baumbestand aber komplett erhalten geblieben. Die Straßenführung der Forststraße wurde durch Verschwenkungen so angelegt, dass gleich erkannt werde, dass der Fußgänger Vorrang habe. „Die Straße ist nur für Anlieger frei und keine Durchfahrtsstraße“, betont Armbruster.

Musikmuschel kommt noch

Neben der Erneuerung der unterirdisch verlaufenden Elektrizität wurde auch der Bachlauf vor der Musikmuschel offengelegt und eine Art Amphitheater als Veranstaltungsort geschaffen. „Sitzstufen aus Buntsandstein bilden die Sitzreihen, die noch mit einer Holzauflage verkleidet werden.“

Die Musikmuschel selbst soll im kommenden Jahr neu überarbeitet werden, sodass dort Veranstaltungen und Kleinkunst stattfinden könnten. Viele Sitzbänke nach dem Baiersbronner Modell mit einem Sockel aus Buntsandsteinen sind nun ebenfalls vorhanden.

„Ein wirklich toller Hingucker ist der Wasserfall. Er wurde so gebaut, dass man unter ihm hindurch laufen kann“, sagt Daniel Armbruster. Heiko Klumpp von der Baiersbronn Touristik erklärt, der Wasserfall sei ein wesentliches Element im Konzept des Märchenparks. „Er soll die Höhle des Holländer Michel, einer Figur aus dem Hauff-Märchen ‚Das kalte Herz‘ darstellen“, erklärt Klumpp.

Wie das Thema Märchen am Ende im Kurpark erlebbar sein soll, werde aktuell noch erarbeitet. Die Konzeptionsphase laufe. „Das ‚Kalte Herz‘ steht dabei im Mittelpunkt, wir könnten uns digitale Erlebnisse vorstellen“, so Klumpp. Wichtig sei, Jung und Alt mit dem Konzept anzusprechen.

Mehrwert für die Gemeinde

Gute Ideen seien von Johannes Smeets und Otto Züfle vom Heimat- und Kulturverein gekommen, die auch entsprechend eingearbeitet würden. „Wir befassen uns gerade damit, wie wir das alles technisch lösen können. Final muss es dann im Gemeinderat beschlossen werden“, sagt Klumpp.

Zuviel verraten möchte er noch nicht, aber es werde schon interessant, so viel sei sicher. „Die Anlagen bleiben ja auch den Gästen und Touristen nach der Gartenschau erhalten, und das ist ein wirklich großer Mehrwert für die Gemeinde“, betont er.

Neben der Gemeindeverwaltung seien auch die Baiersbronn Touristik und die Gemeindegärtnerei mit dem gesamten Projekt eng verbunden. „Ich bin froh, dass wir nun fast fertig sind und es dann zur Gartenschau schon blüht im Kurgarten“, sagt Daniel Armbruster. „Ich bin mir sicher, das wird zur Gartenschau ganz fantastisch aussehen“, stellt Armbruster fest.

Die Kosten für die Umgestaltung des Kurparks zum Märchenpark liegen bei knapp 525 000 Euro. 330 000 Euro davon kommen aus dem Tourismus-Infrastruktur-Programm. Der kommunale Haushalt werde somit mit rund 195 000 Euro belastet.