Für den Turniersieg in Wien bekommt Alexander Zverev einen Kuss von seiner Freundin Sophia Thomalla. Foto: dpa/Georg Hochmuth

Der Deutsche gewinnt in Wien sein fünftes ATP-Turnier in diesem Jahr und möchte am Endes der Tennissaison noch weitere Erfolge feiern. Kraft gibt ihm auch seine neue Lebenspartnerin Sophia Thomalla, die ihn in die österreichische Hauptstadt begleitet hat.

Wien/Stuttgart - Das Jahr 2021? Alexander Zverev wird es nie vergessen. Fünf Turniersiege auf der ATP-Tour, darunter die fabelhafte olympische Goldmedaille, auf deren Weg er den als unschlagbar eingestuften Serben Novak Djokovic im Halbfinale entzauberte. Den letzten Erfolg feierte Zverev jetzt in Wien. Im Finale des ATP-Turniers in der österreichischen Hauptstadt besiegte er erst den Amerikaner Frances Tiafoe mit 7:5, 6:4 – und dann gab es einen Kuss.

 

Den bekam Alexander Zverev von seiner neuen Freundin Sophia Thomalla. Die Tochter der Schauspielerin Simone Thomalla schauspielert selbst, sie modelt und moderiert, was man in diesen Sphären halt so alles macht. Seit der 24 Jahre alte Tennisspieler und die acht Jahre ältere Darstellerin ein Paar sind, herrscht überwiegend in den Boulevardmedien höchste Alarmstufe: Thomalla und Zverev – endlich mal wieder ein deutsches Traumpaar, über das es so viel Wunderbares zu berichten gibt. Zverev siegt, Thomalla steht an seiner Seite – und Zverev ist sozusagen doppelt im Glück. Dabei ist es nicht lange her, dass ihm eine Ex-Freundin häusliche Gewalt vorgeworfen hatte.

An die unschönen Nebenschauplätze dachte der beste deutsche Tennisspieler in Wien ganz bestimmt nicht. Er machte Späße mit dem unterlegenen Amerikaner Tiafoe, ein lustiger Geselle ist das, der sich nach unglaublichen Bällen von den Fans mit sehr viel Selbstironie feiern lässt, als sei er der größte Tennisspieler aller Zeiten. Doch gegen Zverev in dieser Form, das wusste der hoch veranlagte 23 Jahre alte Amerikaner, war im Finale von Wien einfach nichts zu machen. Der Deutsche spielt in diesem Jahr seine wohl beste Saison. Und: „Es macht mir einfach nach der Coronazeit wieder Spaß, im vollen Stadion zu spielen, etwas, das ich sehr vermisst habe“, sagt Zverev.

Gleichauf mit Stich

Mit seinem 18. Erfolg auf der ATP-Tour zog der Hamburger nun gleich mit Michael Stich. Um die deutsche Tennis-Ikone Boris Becker (49 Erfolge) einzuholen, muss Zverev allerdings noch eine Weile auf der Tour bleiben. Also baute er in seine Siegesrede von Wien Sophia Thomalla ein, um klarzustellen, dass diese immer mehr an Fahrt aufnehmende Karriere noch lange nicht zu Ende ist. „Noch zehn Jahre oder so musst du es mit mir auf der Tour aushalten“, teilte Zverev seiner Lebenspartnerin öffentlich mit. Ob sie da auf der Tour immer an seiner Seite sein kann?

Das junge Paar wird die richtige Mischung zwischen Job und Privatem wohl finden. In diesem Jahr hat Zverev jedenfalls noch viel vor, obschon es sich dem Ende neigt. Dieser Tage folgt das letzte Masters der Saison in Paris, wo der Deutsche mit einem Freilos in der ersten Runde startet und zu den Topfavoriten zählt. Mitte November findet dann noch das ATP-Finale in Turin statt. Dort darf sich der Weltranglisten-Vierte ebenso gute Chancen ausrechnen, vorausgesetzt, er nimmt die Hürde Djokovic ein weiteres Mal in diesem Jahr. Möglich ist es.

Nicht nachlassen

Fest steht: Alexander Zverev will auf keinen Fall nachlassen. „Es kommen jetzt noch zwei Turniere, da will ich mich auch gut schlagen“, sagt er, wohl wissend, dass er zurzeit einen Lauf hat – und ihn die neue Liebe zu beflügeln scheint. „Danke, dass du an meiner Seite bist neuerdings. Ich hoffe, das wird nicht das letzte Mal sein, dass wir zusammen eine Trophäe anfassen“, sagte er und grinste breit in Richtung Sophia Thomalla, die sich natürlich auch diebisch freute über den Erfolg ihres Partners.

Privat im Glück, auf dem Platz eine Maschine – so präsentiert sich Alexander Zverev dieser Tage auf der Tour. Seine Asse fliegen den Gegnern um die Ohren, er wirkt sicher und selbstbewusst, so ist das, wenn fast alles gelingt. Auch die leichten Fehler, die er sich in der Vergangenheit immer mal wieder leistete, sind kaum mehr sichtbar.

Sehr selbstsicher

Mit diesen selbstsicheren und kraftstrotzenden Auftritten gelang ihm auch der sechste deutsche Turniersieg in Wien. Zuvor hatten schon Stich, Becker, Philipp Petzschner und zweimal Tommy Haas die Veranstaltung gewonnen. Zverev kassierte für den Erfolg obendrein mehr als 275 000 Euro. Seine bisher beste Bilanz von fünf Turniersiegen aus dem Jahr 2017 hatte er überdies in Wien egalisiert – der Olympiasieg macht die Ausbeute im Jahr 2021 allerdings etwas wertvoller. Was fehlt, ist noch der erste Finalsieg bei einem Grand-Slam-Turnier. Zverev wartet da noch drauf, aber er wird wohl kommen – denn Sophia Thomalla wartet mit.