Ein undichtes Dach – auch die Turn- und Festhalle ist betroffen. Foto: © DatenschutzStockfoto - stock.adobe.com/DATENSCHUTZ-STOCKFOTO.DE

Es regnet rein und die Fenster sind im Falle eines Brandes nicht sicher: Bei der Neubulacher Turn- und Festhalle stehen wichtige Arbeiten an. Werden die nicht in diesem Jahr erledigt, können die Räumlichkeiten stillgelegt werden. Ein Stadtrat befürchtet jedoch, dass die Halle „ein Fass ohne Boden wird“.

Bei der Turn- und Festhalle in Neubulach gibt’s dringenden Handlungsbedarf. Das Hallendach ist undicht und muss saniert werden, das erklärte Bauamtsleiter Gerhard Schlecht in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Außerdem wurden bei der Brandverhütungsschau mit dem Landratsamt 2023 die Fensteröffnungen bemängelt“, heißt es in der Vorlage. Und weiter: „Im Falle eines Brandes sind die Öffnungen nicht groß genug, das heißt diese entsprechen nicht mehr den aktuellen Vorschriften.“

 

Büro beauftragt

Die Umsetzung müsse in diesem Jahr erfolgen, sonst drohe, dass die Halle stillgelegt werden müsse. Deshalb beauftragte die Mehrheit der Räte – bei einer Gegenstimme von Andreas Kubesch (UGL) und einer Enthaltung von Jonas Nothacker (CDU) – das Büro Bonasera Architekten in Nagold mit den Architekturarbeiten zur Planung und Begleitung der Sanierung des Daches und der Fassade.

„Für was brauchen wir einen Architekten?“

Doch manch ein Rat gab sich mit den kurzen Erläuterungen nicht zufrieden und so hakte etwa Norman Schroth (UWV) nach: „Für was brauchen wir einen Architekten?“ Bürgermeisterin Petra Schupp meinte: „Architektonisch wird der sich nicht verwirklichen“, aber „wir brauchen einen Bauleiter vor Ort“. Auch die Ausschreibungen, Beobachtung des Preisspiegels, die Bauleitplanung und vieles mehr würde dann in die Hände des Architekten fallen.

„Wir haben Druck auf dem Kessel“

Da man möglicherweise von einer Summe von 600 000 Euro spreche, „brauchen wir jemand, der den Hut aufhat“, so Schupp. Und die Bürgermeister ergänzte, wie dringend das Projekt ist: Die Sanierung müsse jetzt erfolgen, weil im Sommer dort Ferienprogramm des Jugendhauses geplant sei. Auch der Bauamtsleiter betonte noch einmal: „Wir haben Druck auf dem Kessel.“

Lohnt sich der Aufwand?

Stadtrat Nothacker hatte jedoch die „Sorge, dass die Halle ein Fass ohne Boden wird“. Denn es regne schon seit ein paar Jahren rein, und so müsse man die Frage stellen, ob sich der Aufwand überhaupt lohne?

Vonseiten der Verwaltung gab es daraufhin noch einmal grünes Licht für die Arbeiten – und eine klare Positionierung. Man habe sich dafür entschieden, die neue Heizung – gemeint ist die Hackschnitzelanlage – in die Halle einzubauen und damit war die „Entscheidung klar – wir lassen sie (die Turn-und Festhalle, Anmerkung der Redaktion) stehen“, sagte Schlecht. Jetzt über einen Neuaufbau zu sprechen, sei obsolet. Und ohnehin mache die drohende Sperrung alles schwieriger.

Die Verwaltungschefin betonte abschließend, dass dieser Schritt wohl nur der Anfang eines großen Projekts sei: „Wir müssen diese Halle im Laufe der Zeit gewerkemäßig modernisieren.“ Alles auf einmal zu erneuern – dieser Gedanke ist bei dem dicken Minus von rund 2,8 Millionen Euro im Haushalt für 2024 schnell wieder verflogen.