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Triberg Riesiger Ameisenhügel in Gremmelsbach entdeckt

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Mannshoch erstreckt sich der Hügel, den die fleißigen Ameisen im Wald in Gremmelsbach erbaut haben. Ein Fall für das Guinness-Buch der Rekorde? Foto: Volk

Triberg-Gremmelsbach - Ein Ameisenhügel, so groß, dass er fürs Guinness-Buch der Rekorde in Frage kommt, wurde unlängst in Gremmelsbach entdeckt.

Die Wanderwegebeschilderung am Weg vom Höhengasthaus Staude zum Kreuzbauernhof, vorbei an der Quelle des Gremmelsbachs, lässt nichts zu wünschen übrig. In drei Richtungen gibt sie, besorgt um den ortsunkundigen Wanderer, die Ziele an. Und hier, völlig unerwartet, hält die Natur ein Phänomen bereit, das diesen aus der Ferne stutzen lässt. Man sieht am Ende eines "Holzwegs" einen Hügel.

Ein Wunder der Natur

Die erste Vermutung des Wanderers, der auf ihn zugeht: Da hat ein Landwirt überschüssiges Gras oder Heu abgelegt, wo es verrotten mag. Oder es hat jemand an versteckter Stelle Schutt abgelagert oder Sand. Ameisen kommen dafür unmöglich in Frage, die bauen keine solchen Riesenhügel. Eine Höhe von 60 Zentimetern wird selten überschritten. Dieser ist dagegen nahezu mannshoch.

Die Neugier lässt dem Waldläufer keine Ruhe, das will er jetzt genau wissen. Und siehe da – ein Wunder der Natur. Eine Vorlage für das Guinness-Buch der Rekorde. Ameisen krabbeln auf dem Hügel, dicht an dicht.

Da steht man vor einem "Gebäude", für Ameisenverhältnisse vor einem Berg oder einem Hochhaus, oder da Ameisen eine Staaten bildende Gattung sind: vor einer Großmacht im Kleintierbereich, alles ermöglicht mit der Kraft ihres Instinkts, in unermüdlicher, vielleicht jahrzehntelanger Arbeit, so wenige Ameisen man jeweils beim Schleppen von Lasten, dem Baumaterial, winzigen Gräschen und Tannennadeln, bemerken kann. Die meisten scheinen Geschäftigkeit vorzutäuschen, eifrig, ziellos, sinnlos, wie sie sich auf dem Hügel herumtreiben, um Arbeit zu suchen oder ihr auszuweichen, meint man.

Es ist nicht die einzige Besonderheit. Nach dem ersten Erstaunen nimmt man auch die Umgebung wahr: Da sind ja noch mehrere solcher Hügel, aber keiner so groß wie dieser, unter ihnen ganz kleine, "Tochtergründungen" sozusagen, von denen noch einiges zu erwarten ist. Sollte es wahr sein, was man so hört, dass Ameisen nur über Flächen bauen, wo sich Wasseradern kreuzen oder Erdstrahlen wirken?

Rutengänger Edwin Duffner

Da alle Menschen, nach der Meinung des Philosophen Aristoteles, von Natur aus nach dem Wissen streben, muss das an diesem Objekt geklärt werden. Ein Glück: Dem Entdecker kommt Edwin Duffner vom Gewann Leutschenbach zu Hilfe, ein Rutengänger mit lebenslanger Erfahrung.

Die "Rute" kann eine Haselnussgabel sein, die, von beiden Händen gehalten, in die Höhe gestellt, mit unwiderstehlicher Kraft aus der Erde angezogen wird. Edwin hat zwei L-förmige Eisenstangen, wie sie bei Blitzableitern verwendet werden.

Auch er glaubt aus der Ferne nicht, dass es sich um einen Ameisenhaufen handeln könnte. Wie er jedoch die Tierchen auf dem Hügel herumkrabbeln sieht, geht er mit seinem Gerät um den Hügel herum und stellt zweifelsfrei fest: Zwei Adern sind es, die sich akkurat unter der Spitze des Hügels im rechten Winkel treffen. Die Beobachtung, die man andernorts gemacht hat, hier trifft sie tatsächlich zu.

Die beiden Männer gönnen den Ameisen ihre Ruhe, sie haben hier ihren Platz, die Biologen sehen mit Wohlgefallen, wie sie ihre Aufgabe als "Polizei" des Waldes erfüllen, und sind mit den Gedanken wieder allein. Die Natur. Eine Tiergattung, so finden sie es in der wissenschaftlichen Literatur, behauptet sich als hochorganisiertes Staatswesen durch die Ewigkeiten der Erdgeschichte. Schon viel länger als die Menschheit.

Vorbild für die Menschen?

Hätten die unübersehbaren Werke der Ameisen nicht Vorbilder für menschliches Zusammenleben abgeben können? Jahrtausende lang, die ganze Steinzeit hindurch, zogen sie keine Konsequenzen aus ihren Beobachtungen. Um wie viel früher ihr Leben reicher und bequemer geworden wäre, wenn sie sich wie die Ameisen oder die Bienen die Arbeit geteilt hätten?

Die Geschichte schien in der "Prähistorie" stehenzubleiben oder einschlafen zu wollen. Erst die frühen "Hochkulturen" in den Stromtälern wie in Ägypten und Mesopotamien bringen den "Quantensprung" der Geschichte.

Die Historiker jedoch fanden für ihr Entstehen ganz andere geografische, klimatische Gründe.

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