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Triberg Folgen nach Nuklearkatastrophe noch immer spürbar

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Sie bringen den rund 70 Besuchern des Konzertes in der Neuapostolischen Kirche in Triberg Unterhaltung vom Feinsten: Igor Kiklevitsch, Philipp Beljawski, Aleksandra Kiklevitsch, Igor Skripko, Tenor Semjon Burenkow und Tatjana Skripko (von links). Fotos: Kommert Foto: Schwarzwälder-Bote

Triberg. "Zukunft für Ritschow – ein Leben nach Tschernobyl in der Region Gomel" heißt ein Verein in Südbaden, der sich seit zehn Jahren darum bemüht, Kindern aus der Region Gomel in Belarus (Weißrussland) durch einen mehrwöchigen Aufenthalt in der recht reinen Luft Südbadens durch ihr ganzheitliches Konzept als Hilfe zur Selbsthilfe.

Vor 31 Jahren ereignete sich in der Ukraine in Grenznähe zu Weißrussland ein Unfall, der die Welt erschütterte: Die nukleare Katastrophe von Tschernobyl, bei der am 26. April 1986 der Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl bei der Stadt Prypjat, bei der der Atommeiler wegen schwerwiegender Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften explodierte, nachdem zuvor ein Stromausfall simuliert wurde.

Der in unmittelbarer Grenznähe zu Belarus liegende Reaktor verseuchte die Region vor allem in Richtung der Region Gomel. Obwohl vom weißrussischen Präsidenten Lukaschenko geleugnet und verharmlost, sind die Auswirkungen des Super-GAUs noch heute deutlich bemerkbar, denn 70 Prozent der Strahlung landeten dort. Erschwerend wirkt sich dabei aus, dass Belarus heute zu den ärmsten Ländern Europas gehört.

Das Immunsystem von rund einer halben Million Kindern wird durch die hohe Strahlenbelastung systematisch und unausweichlich geschädigt, als Folge erkranken viele von ihnen an schweren Organleiden. Bei dieser heranwachsenden Generation ist auch das Risiko einer Krebserkrankung ungleich größer als anderswo.

Der regionale Verein "Zukunft für Ritschow" engagiert sich für junge Menschen aus dieser Region. Er mache es ich zur Aufgabe, neben vielen anderen Aktivitäten auch die Gesundheit und Ausbildung junger Menschen aus der Region Gomel zu fördern. "Mit unserem ganzheitlichen Konzept schaffen wir seit zehn Jahren Hoffnung sowie die Zuversicht, die eigenen Fähigkeiten, die eigene Zukunft mitgestalten zu können", betont die Vorsitzende Hedi Müller.

Nun schickte die Region eine Antwort: Ein siebenköpfiges Ensemble hochkarätiger Musiker gab in der Zeit vom 29. April bis zum 7. Mai an verschiedenen Orten, die sich besonders eingesetzt hatten, Konzerte oder begleitete Gottesdienste musikalisch. Auch Triberg gehörte zu den Orten, da sich hier besonders das Ehepaar Robert und Brigitte Teufel einbringen – und mit ihnen so mancher in der Region um die Wasserfallstadt. In der Neuapostolischen Kirche in der Wallfahrtstraße traten die Musiker auf, die zum Teil von der staatlichen Belarussischen Philharmonie Minsk kommen.

Sie spielten und sangen Werke aus Oper, Operette oder anderen klassischen Kompositionen. Georges Bizet (Carmen), Emmerich Kálmán mit einigen seiner unverwechselbaren Werken wie die Czardasprinzessin oder Die Zirkusprinzessin, der Walzerkönig Johann Strauß (Wiener Blut oder die heimliche Nationalhymne Österreichs, An der schönen blauen Donau) wurden ebenso meisterhaft interpretiert wie das mehr als 100 Jahre alte und als Evergreen geltende Funiculi, Funicula, das zur Einweihung der Vesuv-Seilbahn 1880 komponiert wurde. Natürlich durften auch Werke von russischen Komponisten nicht fehlen.

Tenor Semjon Burenkow und Sopranistin Viktorija Zbankova-Strigankova interpretierten meisterlich und unplugged, also ohne Mikrofon Melodien von Georges Bizet, Johann Strauß, Franz Schubert oder Sergej Rachmaninow und vielen weiteren Komponisten.

Knapp 70 Besucher erlebten wunderbare Musik in meisterlicher Interpretation. Sowohl die beiden Sänger als auch die Instrumentalisten bewiesen ein wirklich ausgereiftes Können.

Praktisch über den gesamten Südwesten erstrecken sich die Unterstützer des Vereins, der auch regelmäßig Gasteltern für neun- bis zwölfjährige aus der Region Gomel sucht. Ein bis maximal zwei Kinder sollen dabei aufgenommen werden, in diesem Jahr soll dies für die Zeit vom 16. Juli bis zum 12. August geschehen. Nicht nur die Stärkung des Immunsystems und die damit verbundene gesündere Entwicklung der Kinder stehe dabei im Vordergrund – auch das Interesse an Sprachen und fremden Kulturen soll in den Kindern geweckt werden.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Triberg

Christel Börsig-Kienzler

Fax: 07722 86655-15

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