Jungakademiker vermitteln Neuntklässlern der Realschule interessante Einblicke

Von Hans-Jürgen Kommert Triberg. Die drei neunten Klassen der Realschule Triberg wurden kurzfristig zu zweien, um das "Coaching4Future" so rationell wie möglich zu gestalten.Diese Berufsfindungshilfe wird vom Berufsbildungsnetzwerk der Baden-Württemberg-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit auf den Weg gebracht, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

Zwei Jungakademiker, Sandra Höppner (Informatik) und Michael Bartoschek (Molekulare Biotechnologie), beide mit Master-Abschluss, sollten die jungen Menschen für Berufe begeistern im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, kurz MINT-Berufe. "Für euch stellt sich schon langsam die Frage, was kommt nach der Realschule", machte Michael Bartoschek den Jungen und Mädchen klar. Etwa die Hälfte will allerdings nach der Mittleren Reife weitermachen bis hin zum Abitur oder der Fachhochschulreife. Doch auch sie stimmten zu, eher Ausbildungsberufe näher zu betrachten.

Wichtig sei es zunächst, die eigenen Stärken zu erkennen und seine Interessen zu verfolgen. "Was nützt euch der tollste Beruf, der spitze bezahlt wird, wenn er euch keinen Spaß macht", nannte Bar­toschek Gründe dafür, dass es zunächst gelte, Erfahrung zu sammeln.

Dann aber gelte es, Entscheidungen zu treffen, seine Karriere zu planen und Netzwerke aufzubauen. "Deine Zukunft ist deine Sache", versuchte er Mut zu machen, etwas auch gegen den Wunsch der Eltern zu wagen. "Naturwissenschaftlich-technische Berufe machen Spaß und füllen aus, zugleich können sie sehr förderlich für die Karriere sein", versuchte Sandra Höppner die Neuner zu Entscheidungen zu ermuntern. "Lasst euch aber zu nichts überreden, was ihr eigentlich nicht wollt", betonte sie.

Die beiden zeigten auf, dass es selbst im Bereich Mode und Schönheit technische Berufe gibt. Ein Tuch, von dem dank Lotuseffekt Wasser abperlt, ein Funktionshemd, das den Schweiß nicht nach außen ableitet, solche Dinge würden genau diese technisch-naturwissenschaftlichen Berufe abbilden.

Solche Textilwunder, aber auch die Torlinientechnik im Fußball, seien exzellente Beispiele, wie die moderne Technik funktioniert und durch wen. Auch das Thema Reisen zähle dazu.

Die beiden Jungakademiker stellten Antriebe von morgen vor und Visionen, wie künftig (Elektro-)Fahrzeuge mit Strom versorgt werden könnten, zum Beispiel durch Induktionsschleifen in der Fahrbahn. Textil-Laboranten, Produktionstechnologen, aber auch Fachkräfte für Veranstaltungstechnik wären dabei Beispiele für Berufsfelder, aber auch der Elektroniker für Automatisierung oder der Anlagenführer und der Medientechniker.

Die Quizfrage unnützen Wissens stellten die beiden gemeinsam: "Wie viel Schweiß vergießt ein Mensch durchschnittlich im Laufe seines Lebens?" Auf die richtige Antwort von rund gefüllten 100 Badewannen kam keiner.

Um "Augmented Reality", also erweiterte Realität, das "Augentracking", das aber wegen der zu hohen Anstrengung für das menschliche Auge schnell verworfen wurde, die Videobrille eines baden-württembergischen Unternehmens, organische LEDs, sogenannte OLEDS ging es im zweiten Teil.

Hoch interessant fanden die meisten Schüler die Dinge, die ihnen von den beiden Jungakademikern aufgezeigt wurden – auch dann, wenn es viele in eine ganz andere Richtung ziehen wird.