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Triathlon Mit Ungewissheit Richtung Zukunft

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Auch wenn sie derzeit zwangsweise ausgebremst wird, will Profi-Triathletin Laura Zimmermann hoch hinaus. Foto: Christoph Jorda

Am Sonntag hätte ihr erstes Rennen in der neuen Saison angestanden: Eigentlich wollte Profi-Triathletin Laura Zimmermann genau dann bei der Challenge Salou im spanischen Tarragona gut 100 Kilometer südlich von Barcelona am Start stehen – eigentlich.

Es war ein richtig guter Winter. Eine annähernd perfekte Vorbereitung, die Laura Zimmermann, Triathletin aus Baiersbronn, absolviert hat. Ihre Trainingslager auf Fuerteventura und Mallorca liefen – abgesehen von einer Woche, die sie krank im Bett verbringen musste – optimal. Seit Anfang des Jahres ist die gebürtige Allgäuerin zudem Teil eines neu gegründeten Profi-Teams, sie wollte und will sich bis auf Weiteres voll und ganz ihrem Sport widmen.

Wettkämpfe abgesagt

Doch nun ist die ganze vorläufige Planung über den Haufen geworfen. Bis Juni, sagt die 29-Jährige, seien alle Wettkämpfe, die in ihrem Kalender standen, wegen des grassierenden Coronavirus abgesagt. Ungewissheit herrscht, und das gleich in mehrerlei Hinsicht.

"Der Sport ist gerade nebensächlich", das ist ihr wichtig hervorzuheben, "die Menschen zu schützen hat oberste Priorität". Und dennoch hängen an all den Maßnahmen, die bislang von Bund, Ländern und den ausländischen Regierungen ergriffen wurden, eben auch Existenzen. Die 29-Jährige ist studierte Zahnmedizinerin, hat ihren Teilzeitjob in einer Praxis in Freudenstadt jedoch Ende Februar vorerst an den Nagel gehängt. Die Aufnahme in das "spoosty.pro.tri.team" gibt ihr eigentlich die notwendige finanzielle Sicherheit. Doch durch die Absagen der Rennen werden Zimmermann Preisgelder fehlen, dazu kann sie nicht mehr in den Umfängen trainieren, die sie eigentlich gerne abspulen würde: Seit mehr als einer Woche sind die Bäder geschlossen, Schwimmtraining ist damit unmöglich. "Man versucht die Bewegungen am Seilzug nachzuahmen und schwimmspezifisches Krafttraining zu machen", erklärt sie. "Aber das ist natürlich nicht vergleichbar."

Angst vor Ausgangssperre

Beim Radfahren und Laufen, sagt sie, sei sie diese Tage immer wieder erstaunt. Natürlich sei das Wetter schön gewesen, "so viele Menschen habe ich trotzdem schon lange nicht mehr draußen getroffen. Vielleicht regt die aktuelle Situation die Leute zu einem Umdenken an". Die Bereitschaft zur Bewegung an der frischen Luft sei definitiv gestiegen, "das empfinde ich als sehr positiv". Die Profiathletin hofft, dass im Gegensatz zu anderen Ländern eine komplette Ausgangssperre vermieden werden kann: "Für uns wäre das ein Albtraum, beinahe zu vergleichen mit einem Berufsverbot".

Belastende Situation

Denn ihren Job könnte sie damit nur noch Indoor auf der Rad-Rolle und dem Laufband ausüben – eine extreme mentale Herausforderung. Ohnehin lassen sich derzeit kaum noch Planungen anstellen. "Mal davon abgesehen, dass ich jetzt gerade topfit und bereit für die Saison wäre, das Trainingspensum aber natürlich nicht konsequent so hochhalten kann, wissen wir derzeit nicht, ob es dieses Jahr überhaupt noch Rennen geben wird." Auch psychisch, das gibt sie unumwunden zu, sei die Situation im Moment sehr belastend.

Kleiner Lichtblick

Einen kleinen Lichtblick schenkt der Baiersbronnerin jedoch die "Professional Triathletes Organisation" (PTO), in der sich zahlreiche Profis mit Geschäftsleuten zusammengeschlossen haben, da über die Mittel- und Langstrecke im Triathlon ein Kadersystem fehlt. Das Ranking, in das die Ergebnisse der weltweit hochklassigsten Rennen einfließen, wird auf komplizierte, aber sehr durchdachte Weise erstellt: Die PTO hat jedes Rennen analysiert und daraufhin eine Zeit prognostiziert, die ein Top-Athlet unter den Gegebenheiten dieses speziellen Rennens erreichen kann.

Anhand dieser Zielzeit werden anschließend Punkte verteilt: 100 Zähler erhalten diejenigen Athleten, die die Zielzeit erreicht haben. Für jede 0,15-Prozent-Stufe, die der Athlet schneller oder langsamer ist, wird jeweils ein Punkt dazugerechnet oder abgezogen. Daraus ergibt sich ein offizielles Ranking –­ und die Top-100-Athelten weltweit, zu denen auch Laura Zimmermann zählt, sind Teil einer Ausschüttung von jährlich zwei Millionen Dollar.

Nun stockt die PTO diese zwei Millionen Dollar um weitere 500 000 Dollar auf und will sie als Soforthilfe auszahlen, um ihren Athleten damit über die schwierigen und äußerst ungewissen Monate hinwegzuhelfen. "Ich denke das ist ein richtig gutes Zeichen", sagt die Baiersbronnerin, "wenngleich aktuell das wichtigste ist, die Gesamtsituation in den Griff zu bekommen", ergänzt sie.

Grundfitness erhalten

So lange wird sie versuchen, ihren Trainingsalltag und damit auch ihre Grundfitness bestmöglich aufrechtzuerhalten. "Ich trainiere ja sowieso viel alleine", sagt Zimmermann. Immerhin in dieser Hinsicht wird sich in den kommenden Wochen nichts ändern – sofern sich die Bevölkerung an die Vorgaben der Regierung hält und keine Ausgangssperre verhängt werden muss.

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