Im vergangenen Jahr wurde das Ja-Wort für Paare im Oberen Enztal zur Geduldsprobe. Das soll sich durch den gemeinsamen Standesamtsbezirk ändern. Wir kennen die beliebtesten Trauorte.
Die Hochzeit soll der schönste Tag im Leben sein. Und steht fest, dass man sich im wahrsten Sinne des Wortes trauen wird, können es Verlobte kaum erwarten, bis der große Tag endlich da ist. Da kann es ganz schön frustrierend sein, wenn das Brautpaar eine gefühlte Ewigkeit warten muss, um einen Termin fürs Standesamt zu ergattern.
Gerade im Oberen Enztal gibt es einige Hochzeits-Spots, die mittlerweile stark nachgefragt sind.
Noch vor rund einem Jahr wurde das Ja-Wort etwa in Enzklösterle zur regelrechten Geduldsprobe. Einen Termin vor dem Standesbeamten gab es da häufig erst nach sechs Monaten Wartezeit. Das lag mitunter daran, dass die Gemeinde schon seit dem Jahr 2007 keinen eigenen Standesbeamten mehr hatte und ihre standesamtlichen Aufgaben im Rahmen einer Personalleihe von der Stadt Bad Wildbad erledigen ließ.
Eine zeitweise Überlastung des Standesamts Bad Wildbad war dann auch verbunden mit längeren Wartezeiten für über Enzklösterle laufende Eheschließungen. Doch das soll sich ab diesem Jahr ändern – und zwar durch den gemeinsamen Standesamtsbezirk von Bad Wildbad, Höfen und Enzklösterle.
Kurzentschlossene können aufatmen
Wir haben beim Standesamt Oberes Enztal, das ab 1. Januar dieses Jahres ins Leben gerufen wurde, nachgefragt, ob sich die Zeit, die sich Brautpaare für einen Termin gedulden müssen, verbessert hat. „Pauschal können wir keine Wartezeiten definieren. Das kommt natürlich immer darauf an, wann die Brautpaare anfragen und wie lange das Beantragen der Unterlagen für die Anmeldung zur Eheschließung dauert“, ist die Antwort des Standesamts. Und weiter: „Paare mit ausländischem Recht müssen teilweise monatelang auf ihre Unterlagen aus den jeweiligen Ländern warten. Hier beträgt die Wartezeit bis zur Durchführung der Eheschließung dann gerne mal sechs bis zwölf Monate oder sogar länger. Das liegt aber nicht an uns als Standesamt.“
Manchmal reicht eine Woche
Und Kurzentschlossene können zudem aufatmen: „Grundsätzlich sind wir sehr flexibel und wir können einen Zeitrahmen (sofern alle Unterlagen bereits vorhanden sind), von der Anmeldung bis zur Trauung, von knapp einer Woche halten. Hier kommt es aber dann auch darauf an, ob noch ein Trauvorgespräch gewünscht ist oder nicht“, teilt das Standesamt Oberes Enztal mit.
Im neuen Standesamtsbezirk gibt es zwei Standesbeamtinnen in Vollzeit. Eine der beiden Kräfte kam im Januar 2024 dazu. Außerdem gibt es in Bad Wildbad zusätzlich fünf Eheschließungsstandesbeamten, in Enzklösterle derzeit zwei und in Höfen ebenfalls zwei.
Fest steht laut dem Standesamt Oberes Enztal: „Durch einen Standesamtsbezirk mit einem Hauptsitz sind die Kommunikationswege deutlich kürzer“, und durch die beiden Standesbeamtinnen in Vollzeit könne man „die Anfragen kompetent und zügig bearbeiten, und es besteht eine verlässliche Vertretungsregelung“ – was sich mit Sicherheit auch positiv auf die Wartezeiten auswirken wird.
Bad Wildbad ist Spitzenreiter
Was aber sind überhaupt die beliebtesten Trauorte im Oberen Enztal? In Bad Wildbad ist der Kuppelsaal 2023 mit 27 Trauungen der Spitzenreiter, in Enzklösterle mit vier die Heidelbeerplattform und in Höfen mit neun das Trauzimmer im Rathaus.
Insgesamt haben sich in Bad Wildbad 84 Paare standesamtlich das Ja-Wort gegeben, darunter auch im Trauzimmer in Calmbach (20), in der Englischen Kirche (18), im Sitzungssaal Bad Wildbad (10), im Panoramasaal (6) und im Maurischen Pavillon (3). Enzklösterle hatte 2023 sechs Brautpaare, sie wählten außer der Heidelbeerplattform auch den Sitzungssaal im Rathaus als Location. Höfen durfte sich insgesamt über elf Trauungen freuen – beliebt war neben dem Trauzimmer im Rathaus auch die Villa Commerell.