Foto: Linder

Die Ebinger Firma Rupert Linder trauert um ihre Seniorchefin. Maria Linder ist am Sonntag im Alter von 75 Jahren gestorben.

Wie so viele Frauen ihrer Generation hat Maria Linder ein Leben lang im Hintergrund gewirkt – sie war nicht nur der ruhende Pol in der Familie, sondern hielt einem vor Tatkraft berstenden Ehemann auch im Unternehmen und im Ehrenamt den Rücken frei.

 

Sie packte an, wo immer es nötig war, und hatte dabei für jeden, der an ihrer Seite stand und arbeitete, ein offenes Ohr und ein gutes Wort. Sie kannte es nicht anders: Schon früh, mit zehn Jahren, hatte sie ihre Mutter verloren und danach die Verantwortung für ihre Geschwister unternommen. Maria Linder wurde am 12. Juni 1948 in Balingen geboren; ihr Mädchenname war Rimmele. Ihre ersten Lebensjahre verbrachte sie in Bisingen, aber schon bald zog ihre Familie nach Ebingen, und diese Stadt blieb, obwohl noch ein weiterer Umzug nach Margrethausen folgte, ihr Lebensmittelpunkt. Sie ging dort zur Schule und arbeitete anschließend in der Aral-Tankstelle mit, die ihr Vater in der Lautlinger Straße betrieb.

Unentbehrlich in Beruf und Ehrenamt

1969 heiratete sie Rupert Linder, 1971 kam Sohn Michael, 1974 der Zweite, Joachim, zu Welt. 1979 kehrte sie wieder ins Berufsleben zurück, naturgemäß in der Firma des Schwiegervaters, die ihr Mann 1983 übernahm und in der sie kaufmännische Aufgaben versah.

Nicht weniger wichtig als ihre Arbeit in der Firma ihres Mannes war ihre Unterstützung seines ehrenamtlichen Engagements. Rupert Linder war bereits 1983, im Jahr seines Eintritts in den FV 07 Ebingen, zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt worden; von 1985 bis 1992 stand er an der Spitze des Vereins, an die er 2007 zurückkehrte, um den mittlerweile fusionierten FC 07 Albstadt aus der Krise herauszuführen.

Die erste Amtszeit dagegen war eine Zeit des Aufschwungs; die Älteren im Verein werden sich noch an die Vereinsfeste im „Bilka-Hof“ in der Sonnenstraße erinnern, an Torwandschießen und Tombola – all das wollte organisiert sein, es galt Bänke aufzustellen, Würste zu braten, Getränke zu verkaufen und hinterher das Equipment im Keller zu verstauen, der folgerichtig aussah wie die Abteilung für Festbedarf im Einkaufsmarkt.

Zupackende Zuhörerin

Hier stand Maria Linder ihren Mann, und in späteren Jahren ebenfalls, etwa bei Freundschaftsspielen des FC 07 gegen die Bayern und den VfB oder beim Konzert der mit den Linders befreundeten Kastelruther Spatzen mit 4000 Zuhörern – alles Meilensteine auf dem Weg der Vereinssanierung.

Maria Linder konnte aber nicht nur anpacken, sondern auch zuhören – wer Probleme hatte, ob in Familie, Firma oder im Verein, der durfte sich immer an sie wenden. Sie selbst zog Kraft aus den gemeinsamen Urlauben mit ihrem Mann, ihren Kindern und Freunden, im Sommer immer wieder im Grödnertal und im Winter im schneesicheren Damüls.

In späteren Jahren wurden die fünf Enkel zu einem wichtigen Lebensinhalt. Überschattet wurde all das allerdings durch den plötzlichen Tod Rupert Linders, der 2020 mit nur 73 Jahren starb, und durch die eigene schwere und chronische Krankheit, der sie nun erlegen ist.

Maria Linder wird am Freitag, 19. Januar, auf dem Ebinger Friedhof beigesetzt; der Gottesdienst in St. Hedwig beginnt um 14 Uhr, die Trauerfeier in der Aussegnungshalle um 15 Uhr.