Im Transferpoker um den Abwehrspieler bieten sich der VfB Stuttgart und der Hamburger SV weiter eisern die Stirn. So ist der aktuelle Stand.
Josha Vagnoman ist verstimmt. Und das hat nicht nur mit seinen Oberschenkelproblemen zu tun, die den Abwehrspieler vom Hamburger SV im Trainingslager in der Steiermark zu einer Pause zwangen. Genervt ist der 21-Jährige auch ob des Transferstreits, der um seine Person entbrannt ist. Das Tauziehen zwischen seinem Noch-Club HSV und seinem designierten neuen Arbeitgeber, dem VfB Stuttgart, geht bereits in die zweite Woche. Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.
Noch immer erweisen sich die beiden Sportchefs als zähe Verhandlungspartner. Mindestens sechs, mit Nachschlägen (etwa durch eine Weiterverkaufsbeteiligung) sieben Millionen Euro möchte der Zweitligist mit Sportchef Jonas Boldt für den U21-Nationalspieler erlösen. In der Annahme, den Spieler in drei Jahren für 20 Millionen Euro in die Premier League verkaufen zu können. Bei vier Millionen Euro sieht Sven Mislintat vom VfB die natürliche Grenze für einen Spieler aus der zweiten Liga. Das Problem bei der Sache: Beide wollen den Deal möglichst zeitnah über die Bühne bringen. Beide wollen aber auch nicht von ihren Positionen herunter. „Es ist nicht realistisch zum jetzigen Zeitpunkt,“ ließ Mislintat verlauten.
Den Spieler selbst zieht es mit Vehemenz in die erste Liga. Ein unterschriftsreifer Vierjahres-Vertrag beim VfB liegt vor. Dass am Ende ein anderer Club dazwischenfunkt, gilt als ausgeschlossen. Der Tabellen-15. der Vorsaison gilt als einziger Bundesligist, bei dem die Schnittmenge aus sportlicher Perspektive und finanziellem Aufwand grundsätzlich vorhanden ist.
Vielleicht kommt am Freitag Bewegung in die Angelegenheit. Am Donnerstagabend entscheidet der Aufsichtsrat der Hamburger über eine mögliche Erhöhung des Transferbudgets. Ohne weitere Einnahmen (für Vagnoman) wäre der Rahmen für Neuzugänge bereits ausgereizt.