Der TTC Frickenhausen feiert Überflieger Koki Niwa. Foto: Baumann

Der TTC Frickenhausen feiert Überflieger Koki Niwa. Der SV Plüderhausen kämpft gegen den Abstieg. Unterschiedlicher könnte die Gemütslage vor dem Derby der beiden württembergischen Tischtennis-Bundesligisten nicht sein.

Der TTC Frickenhausen feiert Überflieger Koki Niwa. Der SV Plüderhausen kämpft gegen den Abstieg. Unterschiedlicher könnte die Gemütslage vor dem Derby der beiden württembergischen Tischtennis-Bundesligisten nicht sein.

TTC matec Frickenhausen: Diese Hinrunde kann sich wirklich sehen lassen. 12:6 Punkte hat der TTC auf dem Konto. Die Mannschaft von Trainer Jianxin Qiu steht auf Platz drei. Die erfolgreiche Zwischenbilanz trägt vor allem einen Namen: Koki Niwa. Der schmächtige Japaner ist erst 19 Jahre alt, misst gerade mal 1,62 Meter und wiegt nur 48 Kilogramm – doch er ist jetzt schon ein Schwergewicht der Branche. Der Linkshänder mit den flinken Beinen und dem begnadeten Händchen trat in der bisherigen Bundesligasaison 13 mal an, 13 mal gewann er. „Es ist Wahnsinn, was der Junge drauf hat“, schwärmt Frickenhausens Manager Jürgen Veith. Die Superform von Koki Niwa ist für den TTC mehr als die halbe Miete: Gewinnt er – wie in dieser Runde bisher immer – seine beiden Einzel, muss in den restlichen drei Partien immer nur noch ein Frickenhausener seinen jeweiligen Rivalen bezwingen und schon ist der Gesamtsieg für den TTC perfekt.

Bereits in der Vorrunde der vergangenen Saison war es für Niwa gut gelaufen. Doch in der Rückrunde folgte der Einbruch. Dies befürchtet Veith vor dem Start in die zweite Halbserie nicht: „Vor einem Jahr wurde Niwa japanischer Meister. Diesen Erfolg hat er zu lange genossen und die Bundesliga nicht mehr ernst genommen.“ Jetzt sei der Überflieger der Liga wieder auf dem Boden.

Bleibt die Frage, ob dieses Ausnahmetalent in Frickenhausen gehalten werden kann. Der deutsche Rekordmeister Borussia Düsseldorf, der schon zwei Saisonniederlagen auf dem Konto hat, soll schon angeklopft haben. Genauso die TTF Ochsenhausen und der russische Champions-League-Sieger Fakel Orenburg, der Verein Dimitri Owtscharow. Doch zumindest der TTC-Manager ist felsenfest davon überzeugt, dass Niwa im Neuffener Tal bleiben wird: „Die Vertragsverlängerung ist Formsache. Koki wird nicht von unserem Trainer Qiu weichen“, behauptet Veith. Qiu trainiert seit 20 Jahren im Sommer auf Hokkaido japanische Spieler. „Er kennt sie von klein auf“, weiß Veith. Dieses Vertrauensverhältnis kommt dem Verein zu gute. Zwar sagt der aus dem Großraum Tokio stammende Niwa: „Ich habe oft Heimweh.“ Doch laut Veith bedeutet dies nicht, dass der Jugend-Weltmeister von 2012, gehen wird: „Es kann nur sein, dass er weniger spielt, als in dieser Saison.“

SV Plüderhausen: Das Kontrastprogramm zur Euphorie beim TTC liefert der Club aus dem Remstal. Nach dem 3:2-Hinspielheimsieg am ersten Spieltag gegen Frickenhausen setzte es acht Niederlagen. Vor dem Rückspiel an diesem Sonntag beim TTC ist Manager und ­Trainer Matthias Landfried vorsichtig optimistisch: „Wir müssen zwar wieder ersatz­geschwächt antreten, aber in dieser Liga kann jeder jeden schlagen.“ Mit dem Engagement des Wendlingers, der bis zum Sommer für den Ligarivalen 1. FC Saarbrücken als Trainer und Manager fungierte, waren vor Saisonbeginn große Hoffnungen verbunden. Jetzt ist die Ernüchterung groß. 2:16 Punkte lautet die deprimierende Halbzeitbilanz. „Die Lage ist bedenklich, die Abstiegsgefahr riesig“, räumt Landfried ein. Mindestens einen Absteiger wird es am Rundenende geben. Denn zumindest Nord-Zweitliga-Spitzenreiter TTC Bergneustadt wird auf den Sprung nach oben nicht verzichten.

Warum der SVP überhaupt so sehr in die Bredouille kam, ist leicht erklärt. Die Mannschaft spielt so gut wie nie in Bestbesetzung. Der Franzose Adrien Mattenet absolvierte erst zwei von neun Partien. Sein Landsmann Bai Fengtian (36) hat seinen Zenit überschritten und weist eine 4:10-Bilanz auf. Und auch der dritte Neuzugang Kim Jung Hoon (4:6-Bilanz) ist nur Durchschnitt. Kein Wunder, dass sich die Fans in Plüderhausen sagen: Ein Königreich für einen Koki Niwa.