Den Akteuren waren die Rollen wie auf den Leib geschnitten. Spontaner Szenenapplaus war der Dank für ihre schauspielerische Leistung. Foto: Petra Haubold

Einen kurzweiligen Jahresauftakt durch die Theatergruppe bot der Sportverein Betzweiler-Wälde am Wochenende.

Beim vergnüglichen Dreiakter „Onkel Hermann und die Plunderhosen“ von Regina Rösch blieb kein Auge trocken. Was die Akteure auf der Bühne unter der Regie von Klaus Reich zeigten, war Laientheater auf hohem Niveau. Die Laienschauspieler begeisterten am Freitag und Samstag Hunderte von Besuchern.

 

Alle Akteure agierten mit viel Mutterwitz und brachten das Publikum zum Tränenlachen. Seit September, und im vergangenen Monat sogar fast täglich, wurde geprobt, um den Gästen in der vollbesetzten Heimbachhalle zwei heitere Abende sowie einen Generalprobennachmittag zu bieten.

Lange Tradition des Theaterspielens

Vor der Aufführung erinnerte Andreas Reich vom Vorsitzendenteam an die lange Tradition des Theaterspielens. Vor 40 Jahren habe die Theatergruppe beim ersten Auftritt im Gasthaus Sonne mit dem Stück „Der neue Nachbar“ das Publikum zum Lachen gebracht. Auch heuer seien die Verantwortlichen wieder sehr zufrieden mit dem großen Besucherzustrom, freute sich Reich, der unter den Gästen auch Ortsvorsteher Hans-Ulrich Wössner und Ehrenmitglied Gerhard Jäckle begrüßen durfte.

Los ging es mit der Trauer um den verstorbenen Erbonkel Hermann. Das Bühnenbild bestand aus einem bunt zusammengewürfelten, antiquierten Wohnzimmer mit Farbfernseher. Hier machten sich Jens Grözinger und Iris Wössner als Ehepaar Schmitt in kurioser, aber fast textloser Unterhaltung Hoffnung auf das bevorstehende Erbe und durften sich gleich über den ersten Szenenapplaus freuen.

Fixiert auf den ersehnten Geldregen

Als Neffe Benno (Armin Graf) nebst Gattin Anneliese (Manuela Feldbinder) und Tochter Andrea (Jasmin Reich) zum Leichenschmaus eintrafen, nahm das turbulente Spiel seinen Lauf. Auf das Geld des Verstorbenen angewiesen war nämlich auch Feuerwehrkommandant Eberhard (Heinz Schmider), der im Überschwang schon mal eine neue Feuerwehrspritze bestellt hatte. Ein Wörtchen mitreden wollte zudem Gärtner und Nachbar Richard Koch (Daniel Bisswurm), und das nicht nur in Sachen Blumenschmuck. Und auf einmal tauchte auch noch der uneheliche Sohn des Verstorbenen, von Beruf Notar (Daniel Haas) auf.

Gerade erst in die Erde gebracht, feierte der Erbonkel eine freudige Auferstehung: Per Fernsehaufzeichnung verlangte er von seiner Verwandtschaft, dass sein vor Jahren geschriebenes Theaterstück zum Jubiläum der Feuerwehr im Ort aufgeführt werden muss. Die Neffen verweigerten deutlich ihr Mitwirken, zumal ihnen in diesem altertümlichen Autorenstück „Reinholdo Herzog von Hegis“ Rollen in Pluderhosen zugedacht sind. Doch die Frauen hielten mit Blick auf den ersehnten Geldregen fest zur Stange.

Sprachmix aus längst vergangenen Tagen

Schließlich glänzten alle Darsteller in ihrer mittelalterlichen Rolle. Der Sprachmix aus längst vergangenen Tagen sorgte für Lachsalven. Als verdienten Lohn durfte Notar Horst, der den unehelichen Sohn nur simuliert hatte, das ertragreiche Erbe zur Freude aller dann doch ausschütten.

Viel Lokalkolorit floss in das Spiel der talentierten Akteure, die sich über langen Beifall freuen durften. Mitglieder vom Sportverein versorgten die vielen Gäste mit allerlei Leckerem aus der Küche.