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The Stranglers im LKA-Longhorn Wo sind all die Helden hin?

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The Stranglers Foto: promo

Stuttgart - Unprätentiöser kann eine Band bei ihrem 40. Jubiläum kaum auf die Bühne gehen. The Stranglers, rotzfreche, pöbelnde, prügelnde Punk-Pioniere und New-Wave-Begründer, wissen um ihre Vorreiterrolle, machen darauf aber nicht extra aufmerksam. 500 Besucher wollen im Wangener Club LKA-Longhorn die Geburtstagsfeier der Briten sehen – angesichts der wahrscheinlich letzten Gelegenheit, diese Formation live zu erleben, eigentlich viel zu wenige.

Saalschlachten bleiben nur Erinnerung

Die Anwesenden, überwiegend höhere Semester, genießen die Feierlichkeit zwar zurückhaltend, aber dankbar, versunken in Erinnerungen an Saalschlachten, an Wut und blaue Augen. Von Nostalgie ist auf der Bühne indes nichts zu spüren. Pünktlich um neun Uhr geht es los. Ein kurzes Keyboard-Intro, schon ertönt das metallische Bass-Spiel von Jean-Jacques Burnel bei „Toiler On The Sea“.

Es wird ein Reise durch die wilde Geschichte der 1974 als Guildford Stranglers gegründeten Band, eine Reise, die bei Punk, Psychedelic Rock und New Wave Station macht und auch jene Phasen der Karriere beinhaltet, in denen man sich eher durch Prügeleien, Drogenexzesse und Gefängnisaufenthalte hervortat. Zurückhaltender, nahezu komplett ohne Ansagen, dafür aber mit massig Spielfreude geht es heute zur Sache – mit dem abermaligen Überraschungseffekt, wie gut der 2000 an Bord gekommene Sänger und Gitarrist Baz Warne zur Band passt.

Unwillen, sich auf wenige Songs reduzieren zu lassen

Mal geben sie sich elektronisch wie bei „Threatened“, mal lässig wie bei „Never To Look Back“, das den Britpop vorwegnimmt und ihn mit einer dissonanten Jahrmarktorgel verziert, mal verpassen sie rumpelndem Punk eine jaulende Keyboardmelodie wie bei „Was It You?“. Dass die größten Hits der Band – der Walzer „Golden Brown“ und die Achtziger-Pop-Hymne „Always The Sun“ – ausgerechnet hintereinander in der Mitte des Sets kommen, ist überraschend.

Es zeigt aber den Unwillen der Band, sich auf ein paar wenige Songs reduzieren zu lassen. Hier stehen keine alternden Herren auf der Bühne, die ihr Vermächtnis Stück für Stück demontieren. Hier sind Musiker aus der Arbeiterklasse am Werk, deren Furor bis heute nicht verraucht ist. Und das ist mehr Punk, als die meisten Genre-Vertreter von heute bieten können.

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