Der Startschuss für die 25. Technologie-Tage der Firma Arburg in Loßburg ist gefallen. Auf das internationale Fachpublikum wartet die Vorstellung des neuen „Allrounders“ und der KI-gestützten Premium-App „ask Arburg“.
In dieser Woche finden zum 25. Mal die Technologie-Tage der Firma Arburg statt. Zur Pressekonferenz konnte der geschäftsführende Gesellschafter Michael Hehl viele Journalisten begrüßen, die zum Teil weite Anreisen hinter sich hatten. Einige wenige mussten wegen aktueller Streiks der Bahn und der Lufthansa kurzfristig absagen.
„25 Jahre Technologie-Tage mit über 100 000 geladenen Gästen aus über 50 Ländern“, stellte Hehl fest. Er versprach spannende Anwendungen, Neuheiten und Topthemen aus der Branche des Spritzgießens. Und noch ein Jubiläum gebe es zu feiern: „30 Jahre Arburg Automation und Turnkey“, wie die frühere Abteilung Systemtechnologie heute heißt. Damit habe Arburg den Grundstein für voll automatisierte Fertigungszellen gelegt.
Eugen Hehls großes soziales Engagement
Hehl blickte in seiner Rede auch auf das vergangene Jahr zurück, das vor allem von den Feierlichkeiten rund um das 100-jährige Firmenjubiläum geprägt war. Auf die vielen schönen Ereignisse folgte im Dezember allerdings der Tod seines Vaters Eugen Hehl. Der Verstorbene hatte das Unternehmen mit seinem Bruder Karl gegründet, war in Loßburg aber auch für sein großes soziales Engagement bekannt.
Im Sinne seines Vaters bekannte sich Michael Hehl im Namen aller Gesellschafter zum Standort Loßburg: „Arburg war, ist und bleibt ein unabhängiges Unternehmen in Familienhand.“ Damit dies so bleibt, wurde ein Beirat neu ins Leben gerufen, der noch 2024 seine Arbeit aufnehmen wird. Den Vorsitz hat Armin Schmiedeberg. Hehls Cousine Renate Keinath und Isabel Diaz Rohrer sowie Thomas Bauernhansl vervollständigen das Gremium, das somit aus zwei internen und zwei externen Mitgliedern besteht.
27 Millionen Euro in den Standort Loßburg investiert
Keinaths bisheriger Geschäftsbereich Personalmanagement wird, nach dem der bisherige Geschäftsführer Jürgen Boll in den Ruhestand ging, im neuen Bereich „Personal, Finanzen, Controlling, IT“ zusammengefasst. Er soll bis Mitte 2024 wieder besetzt werden.
Hehl kündigte an, der veränderten Marktlage künftig mit „local-to-local“-Aktivitäten zu begegnen. Auch die neuen Hegemonialräume Asien, Amerika und Europa würden in die Überlegungen mit einbezogen.
Stolz war Hehl darauf, vergangenes Jahr 27 Millionen Euro in den Standort Loßburg investiert zu haben. Das sei eine Investitionsdeckungsquote von 120 Prozent, 20 Prozent mehr als die Abschreibungen. Arburg erwirtschaftete 2023 einen Umsatz von 780 Millionen Euro, was dennoch einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent entsprach. Das Unternehmen habe Kurzarbeit angemeldet, nachdem 2023 die Zeitkonten der Mitarbeiter abgebaut wurden.
Teilnahme an zwei wichtigen Leitmessen
Der Umbau und die Sanierung des Arburg Technology Centers in Radevormwald wird Anfang Juli eingeweiht. Zudem plant Arburg, im September mit rund 90 neuen Auszubildenden und Studenten ins Ausbildungsjahr zu starten.
Gerald Böhm, Geschäftsführer Vertrieb und After Sales, kündigte die Teilnahme an zwei wichtigen Leitmessen im ersten Halbjahr an: die Chinaplas im April und der NPE im Mai in Orlando. „Damit betonen wir auch die große Bedeutung des amerikanischen Markts für Arburg“, so Böhm.
KI-gestützte Premium-App
Guido Frohnhaus, Geschäftsführer Technik, ging auf die neuesten Entwicklungen ein. Der neue, energieoptimierte „Allrounder 420 C Golden Edition ASH“ wird erstmals auf den Technologie-Tagen gezeigt. Das Kürzel ASH stehe für „Arburg Servohydraulik“. Eine neue, KI-gestützte Premium-App, „ask Arburg“, beinhalte das komplette Spritzgießwissen der Firma und könne so konkrete Fragen zu Maschinen und Prozessen beantworten.