Am 24. Spieltag noch auf Platz 6 – am Ende der Saison nach einem Drama aus der Bezirksliga abgestiegen: Beim SV Althengstett werden die Wunden geleckt.
Die Chance, sogar auf den direkten Klassenerhalt in der Bezirksliga Böblingen/Calw, war riesengroß, aber neben einem eigenen Sieg im letzten Spiel gegen den VfL Nagold U23 hätte auch die Konkurrenz mitspielen müssen. Beides war am Schlusstag der Fußball Bezirksliga Böblingen/Calw nicht der Fall.
„Das ist bitter“
„Alles ist gegen uns gelaufen, das ist bitter, einfach nur bitter, mehr kann ich nicht dazu sagen.“ Daniel Sajko, Trainer beim SV Althengstett, war angesichts der Umstände die zum Abstieg in die Kreisliga A1 geführt hatten, völlig fassungslos. „Die Jungs haben toll gekämpft, als Mannschaft alles gegeben – und dann so was.“
Mit 44 Punkten – bei Punktgleichheit mit dem Relegationsplatz-Inhaber VfL Nagold und nur zwei Punkte hinter dem Sechsten, dem 1. FC Altburg, muss seine Mannschaft in den sauren Apfel Abstieg beißen.
Angefangen hatte das Dilemma mit der Niederlage des SV Deckenpfronn gegen den SV Zimmern (0:2), die aus Rang 12 einen direkten Abstiegsplatz gemacht hatte. Fortgesetzt hatte sich das in der 62. Minute beim Spiel zwischen dem 1. FC Altburg und der SpVgg Holzgerlingen, als Max Horn den Ausgleich für die SpVgg erzielen konnte.
Konkurrenz macht ihre Hausaufgaben
Parallel hatte der SV Türk Herrenberg seine Hausaufgaben gegen den als Absteiger feststehenden TSV Haiterbach (5:1) gemacht, was den Druck auf den SV Althengstett zusätzlich erhöhte.
Die ominöse 95. Minute
Und dann folgte diese ominöse 95. Minute in Nagold, in der eine ganz unglückliche Aktion eine „Kann-Entscheidung“ in Form eines Handelfmeters zur Folge hatte, den Gianluca Trianni nervenstark zum 2:2-Ausgleich verwandelte. Müßig ist es, darüber zu diskutieren, ob der Schiedsrichter wegen der Althengstetter Auswechslungen (87./92.) noch die paar Sekunden obendrauf gesattelt hatte, die am Ende zu der Szene vor dem Handelfmeter geführt hatten.
Zeitspiel geht nach hinten los
Fakt ist: Der Referee hatte schon vor der Einwechslung von Enzo Milazzo auf die Uhr geschaut (90.+2.), das beliebte Spiel in dieser Phase, Zeit von der Uhr zu nehmen und beim Gegner den Rhythmus zu stören, ist unter dem Strich mächtig schiefgelaufen.
Dabei hatten die Althengstetter am 24. Spieltag nach dem 5:1 gegen den TSV Kuppingen noch auf Platz sechs gestanden, das spielfreie Folgewochenende hat jedoch massiv geschadet. Auf die 0:2-Heimniederlage gegen den SV Rohrau folgte ein 2:6 beim Klassenprimus TV Darmsheim plus ein 2:3-Tiefschlag im Spiel gegen den TSV Haiterbach.
Die Alarmglocken schrillen
Nach dem 2:4 beim VfL Herrenberg begannen am Köpfle die Alarmglocken zu schrillen, der SVA war auf Rang 12 abgerutscht, das 0:1 im Derby gegen GW Ottenbronn verschärfte die Lage. Sechs Punkte Rückstand – aber mit dem 2:1 beim TSV Schönaich, dem 5:2 über die SpVgg Holzgerlingen und dem 4:1 gegen den VfL Stammheim kehrte die Hoffnung zurück. Wobei allerdings die unerwartete Niederlage des VfL Nagold U23 (0:1 bei der SpVgg Holzgerlingen) das Feld verdichtete – und die Lage verschärfte.
Gegner mit Verbandsliga-Unterstützung
Plötzlich musste der Traditionsverein mit Landesligaerfahrung das letzte Punktspiel – ausgerechnet beim härtesten Mitkonkurrenten – gewinnen. „Die haben alles aufgeboten, was geht“, verweist Daniel Sajko beim Gegner auf Spieler wie Marco Quiskamp, Frederic Fleischle, Fabian Mücke, Perparim Halimi, Gianluca Trianni oder Jan Beifuß, die alle zum Kader der Verbandsliga-Mannschaft gehören.
Wenige Sekunden fehlen Am Ende
„Bitter für uns, einfach nur bitter“, sagt Sajko. Dieser Abstieg wird den SV Althengstett noch einige Zeit verfolgen – und dabei hatten nach zweimaliger Führung durch Ishak Bayrak und Jonas Reichenauer nur wenige Sekunden zum sicheren Klassenerhalt gefehlt.