Die Stelle des Kämmerers in Sulz ist derzeit vakant. Foto: pixabay Foto: Schwarzwälder Bote

Politik: Stadt Sulz will neue Wege gehen / Geplante Stelle soll auch Finanzverwaltung übernehmen

Sulz. Die Stadt plant Veränderungen in der Struktur der Stadtverwaltung. Wie Bürgermeister Gerd Hieber in einem Pressegespräch am Freitag bekannt gab, wird eine neue Stelle geschaffen. Ein Beigeordneter – oder eine Beigeordnete – sollen das Team im Rathaus verstärken.

Paragraph 49 der Gemeindeordnung definiert den Beigeordneten als Stellvertreter des Bürgermeisters. Um diesen Posten überhaupt besetzen zu können, muss eine Gemeinde mehr als 10 000 Einwohner haben, Sulz steht aktuell bei circa 12 500.

Ein Grund für die nun geplante Besetzung des Postens, ist die letztjährige Ausschreibung für einen Leiter der Finanzverwaltung. "­Das war schon ein Stück weit ernüchternd. Von den wenigen schriftlichen Bewerbungen, hat es entweder finanziell nicht gepasst oder die Bewerber haben andere Angebote angenommen", so Hieber. Durch die Ausschreibung der Beigeordnetenstelle erhoffe sich die Stadt vor allem die Bewerbung von kompetenten Kämmerern.

Seit Michael Lehrer 2017 diese Stelle abgegeben hat, um Bürgermeister in Aichhalden zu werden, gibt es laut Hieber eine "unruhige Entwicklung" in der Finanzverwaltung der Stadt. Die geplante Stelle könnte hier für etwas Kontinuität sorgen, denn die Amtszeit beträgt acht Jahre. Gewählt werden die Beigeordneten nicht von der Bevölkerung, sondern vom Gemeinderat. In Oberndorf und Burladingen ist der Posten beispielsweise schon besetzt. "Die Personalsuche ist eine Riesenherausforderung, aber wir wollen unsere Möglichkeiten ausschöpfen und versuchen attraktiv zu sein", äußert sich Hieber zu den Beweggründen.

Kämmerei aktuell vakant

Seit Februar ist Hauptamtsleiter Hartmut Walter in einer Art Doppelrolle unterwegs und kümmert sich auch noch um die Finanzverwaltung. "Das führt natürlich zu Einbußen in beiden Ämtern und ist aktuell eine große Herausforderung für uns alle. Es entsteht aber kein finanzieller Schaden, wir haben zum Beispiel Zuschüsse im Blick", erklärt Walter.

Bürgermeister Hieber warb ebenfalls um Verständnis. "Wir machen gerade Haushaltsplanung in einer Interimszeit. Vielleicht wird nicht alles glatt laufen, aber wir schauen auch nach vorne und versuchen, gute Voraussetzungen für die Zukunft zu schaffen."

Die Ausschreibung soll zeitnah nach dem endgültigen Beschluss beginnen, mit einer allzu schnellen Besetzung ist aber nicht zu rechnen. "Wenn die Stelle dieses Jahr noch besetzt werden kann, wären wir glücklich", meint Hieber.

Neben seiner Hauptaufgabe als Leiter der Finanzverwaltung soll der Abgeordnete auch in anderen Bereichen Verantwortung übernehmen. Das ganz genaue Profil wird aber noch verabschiedet. Hieber betont ausdrücklich, dass es zu keiner Stellenmehrung kommen soll. Auf eine Wiederbesetzung der Leitung der Stadtkämmerei würde verzichet werden, dies fällt dann in den Aufgabenbereich des Abgeordneten. "Dieser Posten kann durchaus eine gute Karrierechance darstellen", merkt Hartmut Walter noch an.

Am Montag, 21. Juni, wird das Thema in einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderates in der Stadthalle besprochen. Die Thematik erfordert nämlich eine Änderung der Hauptsatzung.

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