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Sulz a. N. Zwischen Abstraktion und Realismus

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Thomas Heger zeigt die von ihm in Seife geschnitzten Miniatur-Skulpturen, die in der Vitrine ausgestellt werden.Fotos: Beyer Foto: Schwarzwälder Bote

Die Kunstwerke von Thomas Heger werden bald in den Ausstellungsräumen des Schlosses Glatt zu sehen sein. Die Vernissage findet am Samstag, 12. September, ab 18 Uhr statt. Wir hatten vorab Gelegenheit, mit dem Künstler über seine Arbeit zu sprechen.

Sulz-Glatt. Noch sind nicht alle Bilder an ihrem Platz. "Hängen sie das bitte noch etwas tiefer", bittet Thomas Heger das Team, das gerade seine Bilder positionieren. Er hat eine ganz genaue Vorstellung davon, wie die Ausstellung nachher aussehen soll, fast so, als sei der Raum selbst ein Kunstwerk. Es gehe ihm darum, "mit den Räumen umzugehen, es muss einen Klang erzeugen", versucht Heger seine Intention zu beschreiben.

Ausgestellt werden Werke, die im Zeitraum zwischen 2005 und heute entstanden sind. Auf über 50 Stück schätzt Heger die Anzahl der Ausstellungsstücke. Ein Gang durch die Räume zeigt dabei die Vielfältigkeit von Hegers Arbeiten.

Im geräumigsten Saal hängen großflächige Gemälde, auf denen Heger abstrakte Formen und realistisch gehaltene Figuren kombiniert hat. Heger ermuntert dazu, seine Bilder eingehend zu betrachten. "Wenn man länger schaut, kriegt man eine Assoziation, wenn man nur schnell guckt, dann nicht." Als Beispiel zeigt er ein Bild, das von blauen Flächen mit uneinheitlichen Rändern dominiert wird. Zunächst wirkt die Form völlig willkürlich, bei genauerem Betrachten lassen sich aber die Umrisse von Häusern erkennen, mal ein Balkon, mal ein Dach.

Gemälde als Denkanstöße

Doch trotz solch versteckten Bedeutungsebenen seien seine Bilder offen interpretierbar. "Die Bilder sind Denkanstöße, der Betrachter muss sich seine eigenen Vorstellungen machen", erklärt Heger. Daher sei er auch niemandem böse, der seine Bilder anders interpretiere als er selbst.

Die sehr realistisch gemalten Menschen, die im Miniaturformat die abstrakten Formen seiner Bilder bevölkern, sind ein Charakteristikum vieler seiner Arbeiten. Ursprünglich seien Figuren einer Modelleisenbahn die Vorlage gewesen, daher sind im Flur Gemälde zu entdecken, auf denen jeder Mensch noch einen kleinen Sockel unter sich hat.

Heger verweist darauf, dass er als Kunst-Professor die verschiedensten Techniken beherrschen müsse und sich daraus bedienen könne wie aus einem Werkzeugkasten. Dies führe teilweise zu überraschten Reaktionen, weil viele Betrachter abstrakten Künstlern keine anderen Techniken zutrauten. "Herr Heger, Sie können ja malen", habe ein langjähriger Sammler seiner Arbeiten ausgerufen, als er angefangen habe, realistische Menschen in seine Bilder zu integrieren.

Heger versteht dabei seine Kunst als Grenzgänger zwischen abstrakter und realistischer Malerei. Auf die Werke des Ausstellungsorganisators Norbert Stockhus angesprochen, schwärmt Heger ehrfürchtig: "Ich bewundere diese Akribie, diesen Fließ."

Er selbst könne sich aber nicht vorstellen, so planvoll vorzugehen. Denn der abstrakte Anteil seiner Gemälde ermögliche es ihm "im Spannungsfeld zwischen wissentlichem und unwissentlichen Tun" zu arbeiten. Als Beispiel dafür zeigt er sogenannte Papierarbeiten, die eine Mischung aus Collage und Malerei sind. "Ich weiß oft nicht, was am Ende dabei ’rauskommt", beschreibt Heger seine Vorgehensweise.

Besonders eindrucksvoll sind zahlreiche, teils Wagenrad-große Rundbilder, die in einem weiteren Raum hängen. Auf einem dieser Bilder prangt ein blauer Nachthimmel, umgeben von einem ringförmigen Horizont. "Man fühlt sich an Himmelsdarstellungen erinnert, aus Zeiten, als die Menschen noch dachten, die Erde sei eine Scheibe", beschreibt Heger das gewaltige Bild. Auf die Idee sei er gekommen, als er eine Reihe sehr breiter Bilder angefertigt habe, die im Nebenraum zu betrachten sind.

Skulpturen aus Seife

Doch Heger nutzt nicht nur die Leinwand, um sich künstlerisch auszudrücken. Denn ebenfalls in der Ausstellung gezeigt werden zahlreiche Seifenstücke, in die Heger verschiedenste Formen eingearbeitet hat. Viele der Motive stünden mit Wasser in Verbindung, da sich Seife im Wasser auflöse. So sei auch die Vergänglichkeit hierbei ein Thema.

Wer nun neugierig geworden ist, kann die Ausstellung zwischen dem 13. September und dem 8. November im Schloss Glatt besichtigen. Bei der Vernissage am Samstag ist die Teilnehmerzahl allerdings wegen Corona begrenzt. Interessierte sollten sich daher vorab anmelden unter Telefon 07482/80 77 14 oder per E-Mail an schloss-glatt@sulz.de.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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