Ob kreative Kopfbedeckung, Kostüm oder verrückter Name – beim Online-Zunftball gibt es viel zu entdecken. Screenshot: Schwind Foto: Schwarzwälder Bote

Online-Veranstaltung: Erinnerungen, kreative Verkleidungen, reichlich Getränke und ein wenig Wehmut

Der Zunftball als Höhepunkt der Sulzer Saalfasnet wurde coronabedingt von der Stadthalle ins heimische Wohnzimmer verlegt.

Sulz. Die Teilnehmer schwelgten online in Erinnerungen an die Präsenzveranstaltungen vor Corona. Auch wenn einige am virtuellen Zunftball teilnahmen, zeigte sich doch deutlich, dass sie einen richtigen Zunftball nicht ersetzen kann.

Trotzdem hatte sie auch ihre Vorteile, wie einer bemerkte: "Online ist billiger, da brauchst du nicht die ganzen Frauen in die Bar einladen".

Netter Abend miteinander

Die Verantwortlichen hatten aber von Anfang an gesagt, dass sie keinen Zunftballersatz schaffen wollten, sondern einfach die Möglichkeit, nach langer Zeit mal wieder einen netten Abend miteinander zu verbringen – wenn auch nur im Netz.

Kulinarisch hielt man sich dann doch an die schnelle Küche "wia an der richtigen Fasnet emmer": Rote Wurst, Currywurst, Schnitzelweckle und Döner waren beliebte Speisen. Getränketechnisch waren die Teilnehmer dann doch viel breiter aufgestellt. So prosteten sie sich immer wieder mit verschiedenen Alkoholika virtuell zu.

Bei der Kostümauswahl zeigten sich die Narren vor allem bei ihren Kopfbedeckungen recht kreativ. Neben der einfachen "Narrenzunftkapp" waren auch Kühe, aufwendig gestaltete Pilze und einige furchterregende Horrormasken zu entdecken. Mit einem Seppelhut erging ein Gruß an die alpenländischen Mitbürger.

Virtuell konnten die Online-Gäste, ohne große Wege zurücklegen zu müssen, zwischen der Zunftstube, der "Grotte", dem "Hecht", dem Bierstall, dem Hexenkeller und "Werners Busparty" nach Belieben hin und her wechseln. Einfallsreich zeigten sich die Gäste bei ihren Namen. So waren die "Sinalco Brothers", der "Flotte Feger mit seiner Kellerbiene", "Schulens und Kurgast", "Crisahadi" und gar ein "Seegockel" in Netz unterwegs.

Aus den verschiedenen Räumen erklang dann auch Musik. Das Schlumpflied von Vader Abraham wurde kurzerhand in die "Neckerhalda" umgetextet. Party- und Fasnet-Hits wie "Cordula Grün" fehlten ebenfalls nicht.

Es war aber auch Wehmut aus den Unterhaltungen zur Corona-Fasnet herauszuhören. "Seit dem Schmotziga macht mir das scho was aus, vorher wars mir eigentlich egal", war zu hören.

Die Teilnehmer waren insgesamt froh, einen – wenn auch etwas anderen – Abend gemeinsam verbracht zu haben.

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