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Sulz a. N. Viel mehr als nur schöne Fotos

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Sydney Ryba hat den ersten Schritt gewagt: Jetzt ist sie Influencerin. Foto: Caught Lights Photography Foto: Schwarzwälder Bote

Arrogant und selbstverliebt – das sind Klischees, mit denen sich Influencer herumschlagen müssen. Sydney Ryba aus Mühlheim beweist, dass das, was sie betrifft, nur Vorurteile sind.

Sulz-Mühlheim. Ob beim Essen, unterwegs auf Londons Straßen oder auf der Fasnet mit Freunden – Sydney Ryba zeigt rund 3000 Menschen auf der Social-Media-Plattform Instagram täglich ihr Leben und verdient als Influencer Geld damit, dass sie für bestimmte Produkte Werbung macht. Nun hat sie sich selbstständig gemacht.

Dass es eines Tages dazu kommen würde, hätte sie sich nie träumen lassen, verrät sie im Gespräch. "Als ich angefangen habe, mehr auf meinem Account zu posten, gab es zuerst viele negative Reaktionen", gibt Sydney Ryba zu. Das sei erst einmal ernüchternd gewesen. Die 22-jährige Halb-Amerikanerin ließ sich davon jedoch nicht verunsichern. "Dumme Sprüche machen mich traurig, aber ich habe ein gesundes Selbstbewusstsein und mache einfach, worauf ich Lust habe. Ich muss mich für nichts rechtfertigen", sagt die sympathische junge Frau.

Begonnen hat sie mit 700 Personen, die ihr auf Insta­gram folgen. Mittlerweile sind es mehr als 3000. Follower sind die Währung der Influencer. Je mehr man hat, desto lukrativer die Aufträge.

In Rybas Posts und Stories geht es vor allem um Beauty und Lifestyle. "Ich habe schon immer viel Zeit investiert, mir Beauty-Blogs anzuschauen", erzählt sie. Nach einem Besuch der Wirtschaftsschule machte sie eine Ausbildung zur Friseurin in Rottweil. Eigentlich wollte sie dann eine Visagistenschule besuchen, doch alles kam anders.

Arbeit wird oft belächelt

Stattdessen blieb sie durch einen Modeljob bei einem Möbelgeschäft in Vöhringen hängen und schnupperte Unternehmer-Luft. "Meine Chefs haben mich ins kalte Wasser geworfen und mir viel zugetraut. Sie haben mich die ganze Zeit gepusht", ist Ryba dankbar. Die 22-Jährige gab sich einen Ruck und schrieb auf gut Glück Firmen und Fotografen mit dem Ziel einer Kooperation an. Fortan stellte sie auf ihrem Account nicht nur selbst gekaufte Beauty-Produkte vor, sondern bekam auch welche von Firmen zugeschickt. 20 Kooperationen konnte sie 2018 schließen. Außerdem organisierte sie Fotoshootings und ließ ihre Community daran teilhaben.

Mit den Marketing-Kenntnissen, die sie bei ihrer Arbeit erlangt hatte, wagte Ryba schließlich den Gang zu Rechtsanwalt und Steuerberater, um ein eigenes Gewerbe anzumelden. "Ich habe erst niemandem davon erzählt", sagt die 22-Jährige lachend.

Sie kennt die Vorurteile über Influencer. "Das wird oft belächelt. Der Benutzer sieht nur das fertige Foto oder Video. Dabei steckt jede Menge Vorarbeit dahinter", weiß die Mühlheimerin. "Es ist ein Beruf, mit dem viele nichts anfangen können. Deshalb möchte ich aufklären."

Ryba musste sich ein Netzwerk aufbauen und festlegen, wieviele Posts sie für wen zu welcher Uhrzeit und mit welchen Hashtags absetzt. "Ich mache mir immer viele Gedanken und analysiere im Nachhinein, was bei den Followern jetzt gut ankam", erklärt sie.

Die Fotos macht sie teilweise selbst. Sonst müssen auch mal Freund, Mutter oder der Chef herhalten. Weil Ryba flexible Arbeitszeiten hat, lässt sich der Influencer-Job gut mit ihrer Vollzeit-Arbeitsstelle kombinieren. Wichtig ist ihr bei der Kooperation mit Marken, dass es solche sind, die sie auch privat kaufen würde. Unseriöse Abnehmpillen oder kuriose Mundwässerchen wird man auf Rybas Account nie sehen. Genauso ist es mit Produkten, die sie ablehnt. "Wenn sie nicht gut sind, halte ich sie auch nicht in die Kamera", sagt sie deutlich.

Im Internet gebe es genug Fakes. Ryba legt Wert auf ihre Glaubhaftigkeit: "Ich spiele nichts vor. Wenn ich eine Geschenkbox von einer Marke vor der Kamera zum ersten Mal öffne, dann sind alle Emotionen echt."

Offen und authentisch

Wichtig ist ihr auch, als Mühlheimerin authentisch zu bleiben. "In meinem Leben gibt es auch andere Dinge. Ich tanze zum Beispiel gern und gehe auf die Fasnet. Und ich zeige mich auch mal ungeschminkt", meint sie. Generell gehe es ihr nicht darum, Mädchen zum Schminken zu animieren. Manchmal könne sie auch helfen. "Ich hatte früher Akne, daher liegt mir das Thema Hautprodukte besonders am Herzen", erklärt die Mühlheimerin. Sie wolle kein Schönheitsideal propagieren, sondern dazu beitragen, sich wohlzufühlen. Ryba bewirbt deshalb auch günstige Produkte. "So bin ich. Ich benutze das, was mir gefällt, unabhängig von Preis oder Marke."

Ihre Offenheit kommt an. Sydney Rybas Follower sind mehrheitlich Frauen zwischen 18 und 24 Jahren aus Süddeutschland. Mittlerweile hat sie schon für viele namhafte Unternehmen Werbung gemacht. Am besten kommen bei den Followern Fotoshooting-Ergebnisse an. Aber: "Das perfekte Bild gibt es nicht", weiß sie. Manchmal bekomme ein scheinbar unspektakulärer Schnappschuss unerwartet viele Likes. Wichtig sei oft das Timing für die gezielte Vermarktung. Montagmorgens komme beispielsweise ein Bild zum Thema Lebensfreude am besten an.

Sydney Ryba ist froh, dass sie den Schritt gewagt hat. "Ich finde, der beste Rat ist, auf sein Inneres zu hören und jede Chance im Leben zu nutzen", sagt sie lächelnd. Und weitere große Veränderungen stehen bevor. Zu viel will Ryba aber nicht verraten. "Nur so viel: Auf meinem Account bleibt es spannend", freut sie sich.

Weitere Informationen: Instagram: sydneeeyr

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