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Sulz a. N. Ein trauriges Ende für die Arbeiter

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"Auf dem Weg ins Reservat": Für sie war es der letzte Arbeitstag bei Wössner. Foto: Steinmetz Foto: Schwarzwälder-Bote

Sie bezeichneten sich als die "letzten Mohikaner" – Karl-Heinz Maier, Robert Schulze, Horst Schittenhelm und Dietmar Zündel. Gestern war ihr letzter Arbeitstag bei Wössner.

Sulz. So ganz sang- und klanglos wollten sie nicht das Werksgelände Punkt 12 Uhr für immer verlassen. Sie führten einen Bollerwagen mit sich. Auf dem Schild stand auf der einen Seite: "Die letzten Mohikaner ziehen ins Reservat". Auf der anderen Seite: "Alles hat ein Ende. Nur bei Wössner nicht. Arbeiter weg, nur die Bosse nicht." Das klingt nach Erbitterung. Die Möbelwerke Wössner gaben die Produktion am Standort Sulz auf. Die in dieser Abteilung Beschäftigen sind schrittweise entlassen worden.

"Es war eine schöne Zeit", resümierte Karl-Heinz Maier, der 41 Jahre in der Firma gearbeitet hat. Dass ein Großteil der Belegschaft entlassen wurde, hätte, wenn "es normal gelaufen wäre", nicht nötig sein müssen, meinte er. Was ihn stört, war die Aussage, dass die Arbeiter zu viel verdienten und sie damit als die "Bösen" dargestellt würden. Maier, Jahrgang 1960, hat wieder einen Job. Andere Kollegen hätten ebenfalls einen neuen Arbeitsplatz gefunden, sich dabei aber gegenüber ihrem bisherigen bei Wössner verschlechtert. Die Möbelwerke boten wohnortnahe Beschäftigung. Das sei sehr wichtig gewesen.

Mit einem zwiespältigen Gefühl verließ Horst Schittenhelm, 43 Jahre bei Wössner, das Firmengelände. Einerseits ist er froh, dass jetzt, nach der zuletzt schwierigen Zeit, ein Schlussstrich gezogen wurde, andererseits hätte er mit fast 60 gern noch ein bis zwei Jahre weitergearbeitet. In seinem Alter sei es schwer, wieder einen Stelle zu finden. Er wechselt jetzt in die Transfergesellschaft.

Robert Schulze, der als Hausmeister in der Firma tätig war, hätte bleiben können, verzichtete darauf aber zu Gunsten eines älteren Kollegen. Ab Oktober hat er wieder als Hausmeister eine Beschäftigung. "Es ist ein trauriges Ende", sagte Dietmar Zündel, der 34 Jahre im Unternehmen war. Auch er hätte am liebsten noch zwei Jahre bis zur Rente weitergemacht, jetzt wechselt er ebenfalls in die Transfergesellschaft.

In der Roh- und Fertigungsabteilung hatten die vier Wössner-Beschäftigten die letzten Arbeiten erledigt. "Wir haben unseren Arbeitsplatz abgebaut", formulierte es Horst Schittenhelm. Mit dem Bollerwagen ging es weiter Richtung Vöhringen.

 
 

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