Unweit der Sulzer Partnerstadt Montendre befindet sich mit dem "Circuit de Haute Saintonge" eine Strecke, auf der verschiedene Autokonzerne neue Fahrzeuge und Technologien testen. Anders als das geplante Daimler-Prüfzentrum ist die Anlage allerdings auf Betreiben und aus Mitteln der öffentlichen Hand entstanden. Fotos: privat Foto: Schwarzwälder-Bote

Stadtverwaltung besichtigt eine Teststrecke in der Nähe von Montendre / Einige Unterschiede zum hiesigen Projekt

Von Cristina Priotto Sulz/Montendre. Das Thema Daimler-Prüfzentrum kam auch beim Besuch in Montendre zur Sprache. Die Franzosen sind indes schon weiter: 30 Kilometer von Montendre gibt es bereits eine Teststrecke. Bürgermeister Gerd Hieber und Hauptamtsleiter Hartmut Walter haben sie besucht.Die Besichtigung kam spontan und trotz des ohnehin dichten Programms zustande, nachdem der Sulzer Bürgermeister Gerd Hieber im Gespräch mit seinem Montendreser Kollegen Bernard Lalande über die aktuelle Debatte zum Thema Daimler- Prüfzentrum gesprochen hatte.

"Die Anlage ist nicht vergleichbar mit der Intention der Daimler AG", stellt Hieber auf Nachfrage klar, denn beim "Circuit de Haute Saintonge" handelte es sich um ein Bauprojekt der öffentlichen Hand, das vor zwei Jahren im Auftrag des Départements Charente und mit Zuschüssen des Sportministeriums und der EU realisiert wurde.

Die regionale Verwaltung des Départements ist auch Trägerin der Teststrecke. Sie vermietet das Gelände des "Circuit de Haute Saintonge" an private Nutzer für Wettbewerbe oder Sicherheitstrainings, aber eben auch an Autokonzerne, die dort neue Technologien erproben oder ihre neuesten Modelle vorführen wollen. "Neben Renault und Peugeot testet auch Daimler dort Fahrzeuge, unter anderem batteriebetriebene Autos", hat Hieber bei der Besichtigung vom Montendreser Bürgermeister erfahren. Solche Einmietungen auf bestehenden Teststrecken sind bei Daimler keine Seltenheit, sofern sich in der Nähe der Produktionsstätten geeignete Teststrecken befinden.

Auf dem Gelände des "Circuit de Haute Saintonge" bei La Genétouze befinden sich ein 2,2 Kilometer langer Rundkurs mit zwei jeweils 650 Meter langen Geraden und sieben Kurven sowie eine separate einen Kilometer lange Kartbahn. Beide Strecken sind topographisch in die Landschaft eingebettet. Demnächst werden Hotels nahe des Geländes entstehen.

Beeindruckt hat die Sulzer Besucher, dass auf einem Teil der unbebauten Flächen ein großer Fotovoltaikpark errichtet wurde – "und das in einem Atomland wie Frankreich", staunte Gerd Hieber.

In der an Infrastruktur dünnen Gegend sollte die Anlage für Belebung sorgen, erfuhren der Sulzer Rathauschef und Hauptamtsleiter Hartmut Walter von Bernard Lalande. Welche Auswirkungen der Bau der Anlage auf die Umgebung hatte – positive finanzieller Art oder negative etwa wegen des Flächenverbrauchs oder des Lärms – über diesen spannenden Punkt unterhielten sich die Sulzer indes nicht mit ihren Gastgebern, "dazu haben unsere Sprachkenntnisse nicht ausgereicht", begründet Hieber.

Die nächste Besichtigung steht bereits vor der Tür: Am 15. Juli findet eine Informationsfahrt zum Bosch-Prüfzentrum nach Boxberg statt.

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