Konrad Riehle ist schnell, schuss- und dribbelstark. Der ehemalige Jugendspieler des 1. FC Heidenheim ist einer der Faktoren, dass die Stuttgarter Kickers unter Trainer Mustafa Ünal noch ungeschlagen sind. Was steckt hinter seinem Aufwärtstrend?
Stuttgart - Am vergangenen Samstag hat Konrad Riehle beim 3:0 in Ilshofen sein erstes Oberligator erzielt, drei Tage später im WFV-Pokal-Achtelfinalspiel beim Verbandsligisten TSV Berg (3:1) legt der 19-Jährige gleich mit einem Treffer nach und und bereitet einen weiteren vor. „Wenn’s läuft, dann läuft’s“, sagt der offensive Mittelfeldspieler mit einem breiten Grinsen. Er gehört zur jungen Garde bei den Stuttgarter Kickers, die zusammen mit den Routiniers, den Blauen zum Regionalliga-Aufstieg verhelfen sollen. „Das ist natürlich mein Ziel, in dieser Spielklasse würde ich dann gerne die nächsten Schritte machen“, sagt Riehle.
Acht Jahre lang spielte er in der Jugend für den SSV Reutlingen. Über die U17 der TSG Balingen landete er bei den Bundesliga-A-Junioren des 1. FC Heidenheim. Dort stand er nach zwei Jahren in der U19 in der engeren Auswahl für den Sprung in den Zweitligakader von Trainer Frank Schmidt. „Es hat nicht ganz gereicht, aber vielleicht ist es sogar besser bei den Kickers Spielpraxis zu sammeln, als in Heidenheim auf der Bank oder der Tribüne zu versauern“, meint er.
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Schnell ist er, schuss- und dribbelstark, dazu ausgestattet mit einer sehr guten Übersicht. Am liebsten bringt er diese Stärken auf der „Zehn“ oder im linken offensiven Mittelfeld zur Geltung. „Konrad ist ein Riesentalent, er hat ein wahnsinnig gutes Gespür wie er sich bewegen soll, wie er Räume schafft. Er bringt Spielintelligenz, Tempo und Kopfballstärke mit“, beschrieb Ramon Gehrmann den Neuzugang vor der Saison. Inzwischen wurde der damalige Coach von Mustafa Ünal abgelöst – und Riehle, dem in der Vorbereitung eine Knöchelverletzung zu schaffen machte, blüht auf.
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Zwar hatte er noch unter Gehrmann beim 1:0-Heimsieg gegen die Sport-Union Neckarsulm seinen ersten Oberligaeinsatz von Beginn an, doch den richtigen Durchbruch schaffte er nach dem Trainerwechsel (seit dem es in fünf Pflichtspielen vier Siege und ein Unentschieden gab). Was sich geändert hat? „Die Ansprachen sind ein bisschen aggressiver und lauter. Mustafa Ünal weiß uns ganz besonders zu motivieren“, sagt Riehle. Was die Spielweise betrifft, werde schnell in die Tiefe gespielt, weniger quer: „Wir machen viel Betrieb, es ist immer was los, wir wollen die Gegner unter Stress setzen.“
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Riehle kommt das ganz offensichtlich entgegen. Auch die Umstellung aus der Wohngemeinschaft mit zwei Mitspielern in Heidenheim zurück ins Elternhaus nach Kusterdingen hat der Fan von Werder Bremen („mir hat die Spielweise von Diego und Pizarro so gut gefallen“) gemeistert. Neben dem Fußball studiert er an der Fern-Universität Hagen Wirtschaftswissenschaften. Vor dem Kickers-Heimspiel an diesem Samstag (14 Uhr/Gazistadion) gegen den Tabellen-17. 1. FC Bruchsal passt einfach vieles für Riehle. Oder anders ausgedrückt: Wenn’s läuft, dann läuft’s.