Die Stuttgarter Kickers haben im Trainingslager ihre Abläufe verfeinert. Wie fällt das Fazit von Mustafa Ünal aus? Welche Schwerpunkte stehen jetzt noch an? Wie schätzt er seinen Kader und das Aufstiegsrennen in der Fußball-Regionalliga ein?
Nach der Rückkehr aus dem Trainingslager geht es für die Stuttgarter Kickers an diesem Dienstag mit der Vorbereitung auf das erste Regionalligaspiel 2024 am 2. März (14 Uhr) gegen den TSV Steinbach Haiger weiter. Zuvor steht am 24. Februar (14 Uhr/beide Gazi-Stadion) die Generalprobe gegen Bayern-Regionalliga-Spitzenreiter Würzburger Kickers auf dem Programm. Chefcoach Mustafa Ünal schätzt die Lage ein.
Trainingslager Schwerpunkt war die Verfeinerung der Abläufe im Spiel mit dem Ball. Nach intensiven Tagen gewannen die Blauen zum Abschluss gegen den kasachischen Erstligisten FC Kaysar Kyzylorda mit 5:0. Ünal dazu: „Da haben die Jungs trotz schwerer Beine noch einmal alles rausgehauen. Es war noch mal eine richtig gute Energie im Spiel zu spüren, und es kamen keine neuen Verletzten dazu.“ In den kommenden Tagen soll verstärkt auch an den Standardsituationen gearbeitet werden.
Verletzte Im Testspiel fehlten die leicht angeschlagenen Maximilian Otto, Nico Blank, David Braig und Lukas Kiefer. Am meisten Sorgen bereitet den Kickers Marcel Schmidts, der nach seinen Oberschenkelproblemen noch nicht am Mannschaftstraining teilnehmen kann.
System Ünal ließ in den Vorbereitungsspielen fast immer in einem 4-1-3-2-System spielen. Vor der Viererkette agierte nur ein defensiver Sechser, ansonsten standen nur Offensivkräfte auf dem Platz. „Wir haben auch in der Liga zum Beispiel gegen den VfB II oder die TSG Hoffenheim II in diesem System gespielt“, sagt der Coach und sieht darin kein Risiko: „Bei uns denken alle defensiv, und es denken alle offensiv, wir verteidigen gemeinsam und greifen gemeinsam an. Das sieht man auch an unserem Torverhältnis von 40:14.“
Neuzugang In Dennis De Sousa Oelsner (27) gilt es nur einen Winter-Neuzugang zu integrieren. „Er braucht noch Zeit, da er wenig Spielpraxis hatte“, sagt Ünal, „doch mit ihm haben wir eine weitere Option und mehr Möglichkeiten zu variieren.“ Der Ex-Ulmer ist ein gradliniger Spieler für beide Außenbahnen mit viel Tempo und Qualitäten im Eins-gegen-eins. Dass die Blauen keine zweite oder dritte Verstärkung an Land gezogen haben, um die Wahrscheinlichkeit des Aufstiegs weiter zu erhöhen, begründet der Trainer: „Unsere Mannschaft hat sich das Vertrauen erarbeitet und verdient. Wenn wir noch jemand zusätzlich geholt hätten, dann hätte das eine deutliche Verstärkung sein müssen, gleich gute Spieler brauchen wir nicht zu verpflichten.“
Ausblick Die Kickers gehen als Spitzenreiter mit einem Vier-Punkte-Polster in die restlichen 13 Spieltage. „Wir sind froh, dass wir die Punkte haben, und machen uns auch nicht kleiner als wir sind. Aber es wäre total vermessen, jetzt auf Attacke zu gehen“, vermeidet Ünal weiter, für den Aufsteiger das Ziel Durchmarsch offen auszusprechen. Jedes Spiel sei unglaublich schwierig, da sein Team immer am Anschlag spielen und kämpfen müsse: „Wenn wir nur 80 Prozent bringen, gewinnen wir nicht.“ Das hätten zum Beispiel die Partien daheim gegen den VfR Aalen und die TSG Balingen oder bei TuS Koblenz gezeigt.
Spielplan
Bisherige Spiele
Kickers Offenbach – Stuttgarter Kickers 0:1, Kickers – TuS Koblenz 7:0, KSV Hessen Kassel – Kickers 2:1, Kickers – 1. FSV Mainz 05 II 4:1, TSV Steinbach Haiger – Kickers 1:3, Kickers – TSG Balingen 2:2, Kickers – VfR Aalen 0:0, Eintracht Frankfurt II – Kickers 1:0, Kickers – TSG 1899 Hoffenheim II 1:0, SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Kickers 0:2, Kickers – TSV Schott Mainz 3:0, Bahlinger SC – Kickers 1:1, Kickers – FSV Frankfurt 0:0, VfB Stuttgart II – Kickers 0:2, Kickers – FC Astoria Walldorf 2:2, SGV Freiberg – Kickers 0:2, Kickers – FC 08 Homburg 2:2, Kickers – Kickers Offenbach 1:0, TuS Koblenz – Kickers 0:0, 1. FSV Mainz 05 II – Kickers 1:4, Kickers – KSV Hessen Kassel 2:1.
Nächste Spiele
Kickers – TSV Steinbach Haiger (Samstag, 2. März, 14 Uhr), TSG Balingen – Kickers (Samstag, 9. März, 14 Uhr), VfR Aalen – Kickers (Freitag, 15. März, 19 Uhr), Kickers – Eintracht Frankfurt II (Samstag, 23. März, 14 Uhr).
WFV-Pokal
1. Runde: Freilos, 2. Runde: 1. Göppinger SV – Kickers 3:4 i. E., 3. Runde: TSV Weilimdorf – Kickers 0:7, Achtelfinale: TSG Backnang – Kickers 1:2 n. V., Viertelfinale: SG Empfingen – SG Sonnenhof Großaspach, TSV Buch – Türkspor Neckarsulm (beide geplant am 3. April, 17 Uhr), SSV Reutlingen – VfR Aalen (geplant am 17. April, 19 Uhr), Kickers – SSV Ulm 1846 Fußball (eventuell 16. April, 19 Uhr), Halbfinale: Sieger SG Empfingen/SG Sonnenhof – Sieger Kickers/Ulm, Sieger TSV Buch/Türkspor Neckarsulm – Sieger SSV Reutlingen/VfR Aalen (beide am 1. Mai), Finale 25. Mai in Großaspach. (jüf)