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Stuttgarter Bilanz Handel macht Spitzenumsätze im Weihnachtsgeschäft

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Gute Passanten-Frequenzen in der City: Händler sind zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft Foto: Lichtgut/Verena Ecker

Stuttgart - Ganz gleich, ob man die Gesellschaftskritik von Papst Franziskus teilt: Der Handel freut sich über das Einkaufsverhalten. Zuletzt hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche kritisiert, die Menschen seien vom Konsum und Vergnügen berauscht. Überfluss und Luxus verstellten den Blick auf das Wesentliche. Und der katholische Stadtdekan Christian Hermes geißelte einst die Einkaufscenter von Stuttgart als „tragische Pilgerstätten“. Aber wie gesagt: Die Kehrseite dieser Medaille lässt den Einzelhandel frohlocken. Bereits vor Weihnachten wagte der Einzelhandelsverband die Prognose: „Wir erwarten ein Rekord-Weihnachtsgeschäft.“

Daraus wird wohl nichts. Noch gibt es zwar eine kleine Hoffnung im Endspurt bis zum Dreikönigstag, aber nach Lage der Dinge wird die Rekordmarke verfehlt. „So wie es derzeit aussieht“, sagt Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg, „werden wir im Land das Vorjahresniveau erreichen. Gleiches höre ich auch aus Bayern. Einem Konsumrausch sind die wenigsten verfallen.“ Aber sie weiß, dass Stuttgart eine Sonderrolle einnimmt. Hier könnte es durchaus noch ein bisschen besser laufen als im Land: „Das Wetter spricht dafür. Die klirrende Kälte ist ideal zum Einkaufen.“

Wer sich in der Stadt umhört, bekommt fast durchweg positive Rückmeldungen. Allen voran jubelt Joachim Aisenbrey, Geschäftsführer von Breuninger. „Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt. Es ist ein ex­trem gutes Weihnachtsgeschäft – besser als im Vorjahr.“ Noch heute schwärmt Aisenbrey von der langen Einkaufsnacht bis 24 Uhr vor Heiligabend. An diesem Tag peilte er den besten Umsatz an, den Breuninger jemals an einem Samstag gemacht hat. Und er hat ihn erreicht. Angestellte von Breuninger sprechen von zwei Millionen Euro, die an diesem Tag umgesetzt wurden. „Dieser Tag war ein voller Erfolg“, sagt der Breuninger-Geschäftsführer, „wir hatten sogar bis 23.45 Uhr einen guten Besuch im Haus. Daher wird diese Nacht am 16. Dezember 2017 wieder stattfinden.“

Das ist ganz im Sinne des Handelsverbands. „Wir brauchen solche Sonderveranstaltungen wie die lange Einkaufsnacht. Die Leute wollen raus, haben aber weniger Zeit zum Einkaufen“, sagt Sabine Hagmann.

Shopping statt Skifahren

Joachim Aisenbrey bestätigt im Übrigen die Vermutung von Sabine Hagmann, dass die Stadt derzeit eine hohe Attraktivität ausstrahle. Mit anderen Worten: Stuttgart ist in diesen Tagen ein Publikumsmagnet – auch für Kunden aus dem Umland: „Die Leute gehen gerne in die Stadt. Die Frequenz ist auch nach den Feiertagen deutlich besser als in den Vorjahren.“ Aisenbrey vermutet, dass bei vielen wegen des Schneemangels das Motto „Shoppen statt Skifahren“ gelte.

Die Stadt ist voll. Das spüren auch die beiden Einkaufscenter Gerber und Milaneo. „An unserem stärksten Tag zählten wir 43 000 Besucher“, sagt Gerber-Center-Manager Kemal Düzel, „insgesamt hatten wir eine gute Frequenz und ein gutes Weihnachtsgeschäft im Stadtkaufhaus. Ein besseres als im Vorjahr.“ Auch an den vergangenen beiden Tagen habe der Besucherstrom angehalten, freut sich Düzel: „Wir hatten 30 000 Kunden.“ Sonst hat das Gerber im Schnitt rund 25 000 Besucher.

Nicht minder schlecht laufen die Geschäfte im Milaneo. „Wir sind mehr als zufrieden“, sagt Centermanagerin Andrea Poul, „auch die Rückmeldungen von unseren Mietpartnern sind positiv.“ In der Spitze zählte Andrea Poul 67 000 Besucher im Milaneo, im Schnitt seien es 35 000 gewesen. „Und das trotz einer Woche Feinstaubalarm“, sagt Poul etwas verschnupft, „wegen dieser Maßnahme der Stadt hatte ich eigentlich mit einem massiven Einbruch gerechnet. Auch wenn es nicht so kam, gut tut der Feinstaubalarm dem Handel nicht.“

Trotz oder wegen des Appells, an den Alarmtagen auf das Auto zu verzichten, seien 62 Prozent aller Kunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Milaneo gekommen. Fast 60 Prozent der Besucher kamen aus der Stadt, 28 Prozent aus dem Speckgürtel von Stuttgart. Eine Rekordzahl vermeldet Poul bei den Fußgängern: „Im Weihnachtsgeschäft kamen neun Prozent zu Fuß. Früher lag der Anteil bei zwei oder drei Prozent.“

Weniger Grund, sich den Jubelarien über das Weihnachtsgeschäft anzuschließen, hat die Textilbranche. „Dort wird eine durchwachsene Bilanz gezogen“, erklärt Sabine Hagmann. Das Weihnachtsgeschäft sei zwar ordentlich gewesen, aber der Textilhandel blicke auf einen katastrophalen Herbst zurück: „Der September wird wohl als schwarzer September in die Geschichte des Textilhandels eingehen.“

Robuste Geschäfte im Buchhandel

Im Buchhandel sieht es dagegen nicht so düster aus. Und das obwohl Hauptkonkurrent, der Versandhändler Amazon, seine „beste Weihnachtssaison“ feiert. Rainer Bartle vom Buchhaus Wittwer sagt jedenfalls: „Ich bin nicht unzufrieden. Aber ich kann beispielsweise die Euphorie von Breuninger nicht teilen. Wir dürften uns beim Vorjahresergebnis einpendeln.“ Damit liegen die Stuttgarter Buchhändler voraussichtlich im Bundestrend: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben die Buchhandlungen im Schnitt ein Umsatzplus von 1,4 Prozent erzielt.

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